Montag, 11. Dezember 2017
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Further Schleierfahndern gelingt Festnahme einer polnischen Diebesbande

Posted On Donnerstag, 15.06.2017 - 07:56 Von
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Sichergestelltes Diebesgut Sichergestelltes Diebesgut (c) by Polizeifoto

Furth im Wald. Vier polnische Staatsangehörige brachen in der Nacht von Samstag auf Sonntag in eine Baustelle in Weiden ein und entwendeten daraus Baumaschinen im Wert von über 5000 Euro. Anschließend begingen sie zwei Tankbetrüge im Bereich Schwandorf und auf der Heimreise entwendeten sie in drei Geschäften in Cham auch noch Bekleidung, Alufelgen und Reifen im Wert von 8000 Euro. Alle vier Täter konnten bei Ausreise mit zwei Fahrzeugen durch die Fahndungsgruppe der Polizeiinspektion Furth im Wald festgenommen werden.

Am Sonntag, kurz nach Mitternacht, kontrollierte eine Fahndungsstreife der PI Furth im Wald in Eschlkam einen Richtung Tschechien fahrenden Mazda mit polnischer Zulassung. Die beiden polnischen Insassen, 36 und 28 Jahre alt, gaben an, auf der Heimreise von ihrer Arbeitsstelle aus Österreich zu sein. Bei der Durchsuchung des Kofferraumes des Fahrzeugs wurde festgestellt, dass dieser bis oben hin mit Baumaschinen (Bohrhämmer, Nivelliergerät, Sägen, hydraulische Schlauchpressen usw.) beladen war. Nachdem sie hierfür keinen Eigentumsnachweise erbringen konnten, wurden beide Männer vorläufig festgenommen. 

Zwischenzeitlich wurde zudem bekannt, dass am Vortrag ihr Fahrzeug und ein weiterer Kastenwagen mit polnischer Zulassung an einer Tankstelle im Bereich Wackersdorf betankt wurden, ohne hierfür das Entgelt zu entrichten. Die Schadenssumme beläuft sich auf 100 Euro.
Der Fahrer räumte auf der Dienststelle ein, dass die Baumaschinen aus einem Diebstahl stammen. Bzgl. der Tatörtlichkeit konnte er keinen Angaben machen, weil er angeblich nur als Fahrer angeheuert wurde. Beide Personen wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg bis Abschluss weiterer polizeilicher Maßnahmen am Folgetag in Haft genommen.

Am Sonntagfrüh sichtete die gleiche Schleierfahndungsstreife den gesuchten VW-Bus T 4 mit polnischer Zulassung in Furth im Wald, kurz vor der Ausreise nach Tschechien. Der Fahrer beschleunigte zwar noch und versuchte ins Ausland zu gelangen, aber die Zivilstreife konnten das Fahrzeug am ehemaligen Ausreiseparkplatz des Grenzüberganges Schafberg zum Anhalten zwingen.
Im Bus befanden sich zwei weitere Polen im Alter von 20 und 33 Jahren. Bereits ein erster Blick auf die Ladefläche zeigte, dass dieser auch mit offensichtlichem Diebesgut beladen war. Es befanden sich Reifen, Alufelgen und 12 große Kartons mit Arbeitskleidung und 
-schuhen darin. Die beiden Männer wurden ebenfalls vorläufig festgenommen. Der Fahrer stand erkennbar unter Drogeneinfluss und hatte keinen Führerscheines. Ein Drogentest ergab, dass er vor Fahrtantritt Marihuana geraucht, Crystal und Amfetamin geschnupft, hatte. Eine Blutentnahme wurde bei ihm durchgeführt. 

Die vier polnischen Täter wurden am Sonntagvormittag durch die Ermittler der Fahndungsgruppe mittels Dolmetscher vernommen und zeitgleich konnte mit Unterstützung von Beamten der Polizeiinspektion Cham, Schwandorf und Weiden folgender Tatablauf festgestellt werden:

Am Samstagmorgen, gegen 02 Uhr, reisten die vier Polen mit dem Pkw, Mazda, über Sachsen ins Bundesgebiet ein. Zwei Mann stiegen in Bayreuth auf den bereits in Deutschland geparkten VW-Bus um. Gemeinsam fuhren alle vier mit beiden Fahrzeugen am Samstagnachmittag nach Weiden, brachen dort am späten Nachmittag gemeinsam in ein momentan im Umbau befindliches Wohnhaus ein, und entwendeten dort die Baumaschinen und verstauten das Diebesgut im Kofferraum des Mazda. 
Anschließend fuhren die Täter mit beiden Fahrzeugen zur OMV-Tankststelle in Wackersdorf, betankten beide dort und verließen diese ohne die Tankschuld zu bezahlen.

Die polnische Einbrecherbande trennte sich nun. Zwei Mann versuchten mit dem Pkw das Diebesgut über die Grenze nach Polen zu bringen und wurden festgenommen. Die beiden anderen Täter fuhren mit dem VW-Bus nach Cham. Dort brachen sie einen Container eines Schuhgeschäftes auf und stahlen daraus zwölf Kartons mit Arbeitskleidung- und -schuhen im Wert von 5000 Euro. Anschließend brachen sie unmittelbar daneben einen Container eines Reifenhandels auf und entwendeten daraus einen kompletten Satz Reifen mit Alufelgen und 24 nicht montierte Reifen im Gesamtwert von über 2500 Euro. Hierbei wurde die Tat von der Videokamera aufgezeichnet. Zum Abschluss ließen sie eine Straße weiter noch 4 zu Werbezwecken aufgestellten Alufelgen im Wert von 350 Euro mitgehen.

Anschließend wollten sie die Beute auch über Tschechien nach Polen verbringen und wurden von den Fahndern festgenommen. 
Ein Täter räumte in seiner Vernehmung den Tathergang umfänglich ein. Die drei anderen erzählten „Märchengeschichten“. Von allen vier Tätern wurden Fingerabdrücke und DNA-Proben genommen und Lichtbilder gefertigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese Tätergruppe schon mehrfach auf Diebestour in Deutschland war. Sie sind nun guter Dinge, das die Täter an anderen Tatorten Spuren hinterlassen haben und nun ihnen diese zugeordnet werden können. 

Nach Sachvortrag bei der Staatsanwaltschaft Regensburg wurde das Ermittlungsverfahren an die Staatsanwaltschaft Weiden übergeben. Diese beantrage Untersuchungshaft für die vier Einbrecher beim AG Weiden. Der Ermittlungsrichter des AG Weiden erließ am Montagnachmittag gegen drei Täter einen Untersuchungshaftbefehl wegen eines Verbrechens des Bandendiebstahls. Das Gesetz sieht für diese Taten ein Strafmaß von mindestens 1 Jahr bis zu 10 Jahren vor. Der vierte Täter wurde unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 10 der Kripo Weiden.

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