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20 Jahre Seilbahn-Unglück von Kaprun: "Die Wunden sind längst nicht verheilt"

2 Minuten Lesezeit (421 Worte)
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Amberg-Sulzbach. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verbrannt im Tunnel. Den Jahrestag nimmt Landrat Richard Reisinger zum Anlass, an die Verstorbenen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach zu erinnern. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Es war eine Tragödie, die man sich nur schwer vorstellen kann. Auch 20 Jahre nach dem Unglück ist es heute ein Tag der Traurigkeit", beschreibt Landrat Richard Reisinger die Emotionen. „Die Wunden von damals sind noch längst nicht bei allen verheilt".


Eine 49-köpfige Gruppe des Skiclub Unterweißenbach hatte sich einen Tag vor der Katastrophe auf den Weg nach Österreich gemacht, um in Kaprun das Wochenende zu genießen und Ski zu fahren. An jenem verhängnisvollen Morgen des 11. November 2000 fahren deshalb viele von ihnen mit der Seilbahn Richtung Bergstation. Doch dort sollen sie nicht ankommen. Es kommt zur Katastrophe: In der Seilbahn bricht ein Feuer aus. Die meisten Menschen sterben, nur 12 entkommen dem Tod.

Die Gletscherbahnkatastrophe hat viele junge Menschen von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen. Zurück blieben Familienangehörige: Eltern, die um ihr Kind trauern, Männer und Frauen, die ihren Ehepartner verloren haben, oder Kinder, die von heute auf morgen keine Mama oder keinen Papa mehr haben, oder Kinder, bei denen sogar beide Elternteile ums Leben gekommen sind.

Schicksalsschläge, die vor 20 Jahren den damaligen Amberg-Sulzbacher Landrat Dr. Hans Wagner und seine Frau Irene tief bewegten. Auf seine Initiative hin wurde 2001 die Waisenstiftung Kaprun ins Leben gerufen. Mit den Spendengeldern wurde den Kindern der Opfer aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach finanziell unter die Arme gegriffen, „um die Buben und Mädchen auf den richtigen Weg zu bringen", wie Landrat Richard Reisinger heute berichtet. Bis 2016 stand Dr. Hans Wagner an der Spitze der Waisenstiftung Kaprun, ehe er das Zepter an seinen Nachfolger Richard Reisinger übergab.

Noch heute treffen sich fast jedes Jahr kurz vor Weihnachten der Stiftungsvorstand und die Waisen. Die Jüngste von ihnen ist heute 23 Jahre alt. „Sie alle wurden vom Schicksal schwer getroffen, aber haben bis heute ihr Leben mit Bravour gemeistert", beschreibt der Landkreischef die Entwicklung der heutigen Männer und Frauen. Mit der Waisenstiftung konnten wir einen kleinen Beitrag leisten - finanzieller Art, wichtig war aber auch die seelische und persönliche Unterstützung aus dem familiären Umfeld der Hinterbliebenen, sagt Landrat Richard Reisinger.

Die Stiftung kümmert sich noch heute um Waisen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach und entscheidet im Einzelfall, wie ihnen geholfen werden kann.

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