37. Erlanger Universitätstage in Amberg

37. Erlanger Universitätstage in Amberg

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In diesem Jahr werden die Erlanger Universitätstage in Amberg von einer „Datenflut" beherrscht. Jeweils am Dienstagabend ab 19.30 Uhr geht es von 16. Februar bis 15. März im großen Saal des Amberger Rathauses um dieses Thema. In insgesamt fünf Vorträgen wird es aus der Sicht der Buchwissenschaft, der Geografie, der Medizininformatik, der Soziologie und aus dem Blickwinkel der Informatik einer intensiven Betrachtung unterzogen.

Was die Zuhörerinnen und Zuhörer dabei erwartet, darauf lieferten Bürgermeister Martin Preuß, der Spiritus Rector der Veranstaltungsreihe und Inhaber des Lehrstuhls für Anglistik und Amerikanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) Prof. Dr. Rudolf Freiburg sowie Kulturreferent Wolfgang Dersch, Kulturamtsleiter Thomas Boss und Kulturfachkraft Barbara C. Frey von der Stadt Amberg bereits jetzt einen kleinen Vorgeschmack.

So ist nach Ansicht von Prof. Dr. Svenja Hagenoff das Publikationswesen „Außer Kontrolle und auch noch aus der Form“ geraten. Die Buchwissenschaftlerin und Expertin für E-Publishing und Digitale Märkte lädt ihre Gäste zum Auftakt der Veranstaltungsreihe am 16. Februar dazu ein, mit ihr gemeinsam die Veränderung nachzuvollziehen, die das Publizieren im Zuge der Digitalisierung vollzogen hat.

Eine Woche später, am 23. Februar, erklärt Prof. Dr. Georg Glasze dem Publikum, „Wie Big (Spatial) Data und Crowdsoucing uns alle zu Kartographen machen – ob wir wollen oder nicht“. Der Kulturgeograf wird dabei die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass immer größere Mengen an Geodaten verarbeitet werden. Er warnt jedoch gleichzeitig davor, diese Entwicklung „als Zuwachs an geographischem Wissen zu bejubeln“ und fordert, die Herstellungs- und Nutzungsprozesse dieser Daten kritisch zu betrachten.

Auf den aktuellen Trend des Gesundheitsmarktes, über in Uhren, Armbänder oder T-Shirts eingebaute Sensoren die eigenen Vital- und Bewegungsdaten aufzuzeichnen, geht Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch am 1. März in seinem Vortrag ein. „Der vermessene Mensch: Wissen wir, was wir alles über uns preisgeben?“ fragt der Diplom-Mathematiker und Medizin-Informatiker und wägt dabei die Nutzen und Gefahren der Kontrollmöglichkeiten ab.

Dass von dieser Überwachung unser gesamtes Leben erfasst werden kann, macht Dr. Sebastian Büttner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie im Lehrbereich Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie deutlich. In seinen Ausführungen am 8. März mit dem Titel „Algorithmen, Datenkraken und gläserne Bürger: Big Data als Herausforderung für die Gesellschaftsanalyse“ erläutert er, wie mithilfe der neuen Technologien Unternehmen, Institute, Datenhändler und Geheimdienste Gesellschaftsanalyse betreiben, um Verhaltensweisen von Gruppen wie Einzelpersonen zu erfassen und zu durchleuchten.

Den Schlusspunkt unter die 37. Erlanger Universitätstage wird Prof. Dr. Klaus Meyer-Wegener, Lehrstuhlinhaber am Department Informatik, setzen. Unter der Überschrift „Erstmal einfach alles speichern: Big Data als Aufgabe für die Informatik“ versucht er zunächst den Begriff „Big Data“ zu charakterisieren, um anschließend zu diskutieren, was technische Konzepte für die Datenauswertung leisten können und was nicht.

Wie immer sind interessierte Bürgerinnen und Bürger auch bei diesen mittlerweile bereits 37. Erlanger Universitätstagen dazu eingeladen, die Vorträge im Rathaus bei freiem Eintritt als Gasthörer zu besuchen und dabei wichtigen Fragen rund um das Thema „Datenflut“ auf den Grund zu gehen. Eine Terminübersicht mit den am Dienstagabend um 19.30 Uhr stattfindenden Veranstaltungen kann dem an vielen öffentlichen Stellen ausliegenden Programmheft entnommen oder im Internet unter www.fau.de sowie unter www.amberg.de nachgelesen werden.

Prof. Dr. Rudolf Freiburg machte im Rahmen der Programmvorstellung zudem deutlich, dass auch 2015 wieder ein neuer Band der Reihe „Erlanger Universitätstage in Amberg“ mit Vorträgen aus den Vorjahren erschienen ist. Die neue Publikation steht unter dem Jahresmotto von 2014 „Träume“ und enthält insgesamt vier Referate. Es ist – wie auch die weiteren Bände – im Buchhandel erhältlich.


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