J_Haas_2021_Martin_Priol-2 Kleiner Festakt in Corona-Zeiten: Bürgermeister Thomas Gesche überreichte an fünf junge Frauen das so genannte „Brautgeschenk“ von je 800 Euro. Mit im Bild: Kämmerin Elke Frieser und Sophia Barth aus der Kämmerei sowie Christina Scharinger. Bild: © Martin Priol/Foto Wach

800 Euro aus der Aussteuerstiftung

1 Minuten Lesezeit (278 Worte)

Burglengenfeld. Eine erneut ungewöhnliche Vergabe der Brautgeschenke im zweiten Jahr der Pandemie: Nach coronabedingter Absage im März fand die inzwischen 61. Auszahlung der „von Laengenfeld-Pfalzheim´schen Aussteuer-Stiftung" im Historischen Rathaussaal Anfang August statt. Fünf junge Frauen erhielten im Rahmen eines kleinen Festaktes je 800 Euro aus der Aussteuerstiftung.


Bürgermeister Thomas Gesche ermunterte in seiner Ansprache die Bewerberinnen, sich ein Beispiel an der berühmtesten Tochter der Stadt zu nehmen. Haas war selbst vom Schicksal nicht begünstigt gewesen. Umso erstaunlicher war es, dass sie ihr Leben selbst in die Hand genommen hatte, zu großem Reichtum kam und diesen dafür einsetzte, anderen jungen Frauen eine Art Startkapital und Absicherung zu verschaffen.

Christina Scharinger, Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseums, brachte mittels Vortrag Licht ins Dunkel der Geschichte und beleuchtete sowohl die märchenhafte Legende, als auch die nüchternen Fakten rund um Josefine Haas. Erwiesen ist, dass diese mit dem Diplomaten Franz Graf von Lerchenfeld eine nicht „standesgemäße" Ehe zu „linker" Hand einging und bis zu seinem Tode in Wien mit ihm zusammenlebte. Danach gründete sie mehrere wohltätige Stiftungen zugunsten benachteiligter Mädchen, denen sie die selbst erlebte Armut in der Kindheit ersparen wollte.

Alljährlich werden – eigentlich am 25. März (Geburtstag von Josefine Haas) - bis zu zwölf Mädchen, welche die Kriterien für die Vergabe erfüllen, mit einem „Brautgeschenk" bedacht.

In diesem Jahr haben fünf junge Frauen je 800 Euro erhalten; es sind dies Christine Fleischhauer, Valeria Funk, Theresa Lange, Karina Prokofyev und Sarah Zepke, alle wohnhaft in Burglengenfeld.

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten Andreas Januschke und Anna Deml mit Gitarre und Gesang. Einen Sonderapplaus erhielten die Grundschülerinnen Isabella Eichenseer und Anna Karl, die zu Ehren von Josefine Haas ein kleines Gedicht vorgetragen hatten. 

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