9642F466-8B1E-401C-816B-E0935E13D79D Mit Volldampf laufen derzeit die Abbrucharbeiten an der etwa 50 Jahre alten Dreifach-Turnhalle der Walter-Höllerer-Realschule. Bild: Hollederer

Sulzbach-Rosenberg. Sie ist mit rund 30 Millionen Euro Investitionssumme eine der größten Baustellen des Landkreises Amberg-Sulzbach der vergangenen Jahre, und nun zeichnet sich ein weiterer Meilenstein bei der Realisierung ab: Der Abbruch der bestehenden, rund 50 Jahre alten Dreifach-Sporthalle im Zuge der Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg läuft auf vollen Touren.


Landrat Richard Reisinger hat selbst private Erinnerungen als Schüler an diese Halle, nutzte seine Grundschulklasse in den sechziger und siebziger Jahren doch die damals neue Sportstätte für den Turnunterricht. Nach rund 50 Jahren ist sie nun abbruchreif, und der Landrat ließ sich vor Ort die nötigen Informationen geben zu dem Aufsehen erregenden Projekt, teilt das Landratsamt jetzt in einer aktuellen Pressemeldung mit.

Thomas Raithel vom Landkreis-Gebäudemanagement gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die bisherige Sanierung: Anfang 2019 wurde das Containergebäude fertiggestellt, das als Provisorium während der Sanierung des Schulgebäudes benötigt wird. Im März 2019 habe dann diese Sanierung begonnen. Voraussichtlich nach den Pfingstferien werde die Schulnutzung aufgenommen, kündigte er an. Dann wäre der erste Bauabschnitt mit dem großen Pausenhof fertiggestellt, mit Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro.

„Wie verläuft die Erneuerung der Turnhalle?", wollte der Landrat wissen. Thomas Raithel hatte die Zahlen parat: „Der Abbruch wird voraussichtlich im Juni endgültig abgeschlossen sein, so dass im Juli die Bauarbeiten für den Ersatzneubau beginnen können. Dieser soll dann im Winter 2022/23 fertiggestellt sein." Solange werde auch das Containergebäude im Norden des Areals stehen bleiben und eben dann erst an die Berufsschule beziehungsweise ins alte Freibadgelände umgesetzt, wo die nächste Großbaustelle beginnt und ebenfalls Klassenräume ausgelagert werden müssen. So werde der Platz frei für die Erneuerung der Freisportanlagen im Jahr 2023 als letzte Maßnahme des zweiten Bauabschnitts und der Realschul-Generalsanierung, mit Gesamtkosten im Bauabschnitt 2 von rund 10 Millionen Euro.


Dass die Arbeiten an der alten Turnhalle bereits in vollem Gange sind, ist inzwischen unübersehbar. „Seit Fasching laufen Entkernung und Schadstoffbeseitigung, bisher ohne Probleme", bilanziert Raithel. Momentan sei der Gebäudeabbruch im Gange, er soll planungsgemäß Ende Juni abgeschlossen sein, „so dass wir von einem pünktlichen Start des Ersatzneubaus der Sporthalle ab Juli ausgehen können!"

Die Auftragssumme alleine dafür beläuft sich auf etwas über eine Million Euro, und die Firma Rubenbauer aus Kümmersbruck arbeitet mit Feuereifer an der Realisierung. Ihr Chef Stefan Rubenbauer informierte den Landrat: „Die Ausführungszeit sind rund vier Monate, da befinden wir uns nun etwa an der Hälfte. Der oberirdische Teil dürfe auch schnell abgebrochen sein. Die Abbrucharbeiten wurden in Absprache mit der Schule geplant, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten."

Warum aber musste die bisherige Dreifach-Turnhalle eigentlich weichen? Die Gründe für die Kreistags-Entscheidung „Ersatzneubau statt Sanierung" seien vielfältig, schlüsselte Thomas Raithel laut Pressemitteilung auf. Zum einen sei die Statik der Dachbinder unterdimensioniert, diese hätten ersetzt werden müssen. Gleiches gelte für die Verankerungen der Betonfertigteile der Fassade, eine neue Fassade hätte darauf nicht montiert werden können. Zum anderen sei der Technikkeller undicht und nicht wirtschaftlich zu sanieren, der Aufbau des Sportboden so dünn, dass bei einer Sanierung keine Dämmung möglich gewesen wäre. Zudem entspreche die Halle nicht mehr den aktuellen Abmessungen einer Dreifach-Sporthalle. „Die Einsparungen bei einer Sanierung wären so gering gewesen, dass sie zu den statischen Risiken nicht im Verhältnis lagen - selbst dann hätte eine Sanierung kein gleichwertiges Ergebnis erbracht", unterstrich Raithel die entsprechenden Entscheidungen des Kreistages.

Kein Vergleich zu früher. Die neue Turnhalle punktet auch bei der Außenansicht mit modernem, optisch ansprechendem Design. Grafik: COPLAN AG

Es entsteht also etwas völlig Neues nach dem derzeitigen Stand der Technik und den Vorgaben des Regierungsraumprogrammes. „Wir schaffen hier eine zusätzliche Versammlungsstätte für 400 Personen", wies Richard Reisinger hin, mit Zuschauergalerie und bestens geeignet für öffentliche Sportereignisse. Der neue Standort der Halle, etwas nach Westen gerutscht und direkt am oberen Pausenhof angeschlossen, ermögliche den direkten Zugang von oben. Weitere Eingänge befänden sich an der Süd- und Nordseite, eine unterirdische barrierefreie Anbindung sorge für Zugang von der Realschule aus. Errichtet werde das Gebäude aus Stahlbeton-Fertigteilen, aber auch mit viel Holz. „Es entsteht so ein KfW-Standard-Effizienzhaus 55 samt moderner Gebäudetechnik und Lüftungsanlage mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 112.000 Euro", kündigte Thomas Raithel an. Die reinen Bauwerkskosten lägen etwas unter 7 Millionen Euro, die Förderung nach dem FAG-Satz erwarte man bei etwa 4,45 Millionen.

„Dankbarkeit für die neue Sportstätte und die Bereicherung für unsere Schule" sprach Realschulleiter Martin Zimmermann aus. Sowohl für den Schulsport als auch für vielfältige Veranstaltungen im Schulleben sei eine Sporthalle - zumal eine so schöne wie die künftige neue Dreifachhalle - eine große Bereicherung und von hohem Wert. „Auch wenn wir als Schulgemeinschaft nach der demnächst überstandenen Generalsanierung noch etwas jonglieren müssen, weil wir den Sportunterricht vorübergehend auslagern, machen wir das wirklich gerne!".

Thomas Raithel lobte in der Pressemitteilung auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Landratsamt, Baufirma und Bauleitung, die stets zu perfekten Abstimmungen geführt habe. Und der Landrat erinnerte noch kurz an die Verwendung der alten Realschul-Turnhalle als Flüchtlingsaufnahmestelle in den Jahren 2015/16, die einen wichtigen Dienst dargestellt habe. Er bat abschließend die Nachbarn, vor allem die Bewohner des Pro-Curand-Heimes, um Verständnis für die Baumaßnahme: „Es wird hier bald viel Lkw-Verkehr geben!"