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Kreis Schwandorf. Die Weihnachtszeit naht. Viele Haushalte werden in der Vorweihnachtszeit mit zahlreichen Dekorationsmaterialien wie Tannenzweigen, Trockengestecken, Kerzen und elektrischen Weihnachtsbeleuchtungen geschmückt. Gerade in der derzeitigen Situation wo jeder sich daheim aufhält, macht man es sich besonders gemütlich, so Hans-Jürgen Schlosser, Pressesprecher der Feuerwehr im Kreis Schwandorf.


Viele möchten trotz des Lockdowns eine friedvolle Adventszeit in einem Stimmungsvollen Ambiente. Es ist aber auch leider Fakt, dass dann um die Advents- & Weihnachtszeit sich die Zimmer- und Wohnungsbrände häufen. Die Ursachen sind oftmals ein leichtsinniger Umgang mit Kerzen und defekten Weihnachtsbeleuchtungen. So wird aus einer gemütlichen Adventsstunde und Weihnachtsfeier ein verheerendes Weihnachtsfeuer.

Je trockener der Kranz oder der Baum, desto „explosiver" ist er!

Rund 400.000 Nadeln hat die „Standardausführung" eines Weihnachtsbaumes, eine Fichte von 2,20 Meter Höhe. Die Nadeln stellen dabei die gefährlichste Brandlast des Baumes dar. 400.000 Einzelelemente von brennbarem Stoff, die sich im Abstand von nur wenigen Millimetern befinden und deren Inneres aus winzig kleinen Harznestern besteht.

Gewebe, dessen Festigkeit sich mit dem Feuchtigkeitsgehalt erhöht und am ungeschlagenen Baum nahezu die Brandschutzklasse „schwerentflammbar" erreicht. Über 2-3 Wochen lang erhalten die Nadeln, nachdem die Weihnachtsbäume Ende November geschlagen wurden, dann keine Feuchtigkeit mehr, dörren aus und werden zunehmend brennbarer.

Erhitzen nun brennende Kerzen diese kleinen Harzseen im Inneren einer Nadel, so beginnt das Harz sich zu verflüssigen und zu verdampfen. Dabei wird ein derart hoher Druck aufgebaut, dass das umschließende pflanzliche Gewebe wie bei einer Explosion auseinandergerissen wird. Je trockener der Baum, desto früher setzt dieser Vorgang ein. Der dabei entstandene Druck kann so stark ansteigen, dass durch die Explosion Luftmassen verdrängt und unmittelbar in der Nachbarschaft stehende Kerzen buchstäblich ausgeblasen werden.


Im Wohnzimmer platzt das Fenster...

Lametta fackelt ab und noch aufrechtstehende Kerzen geben ihre Standfestigkeit auf. Innerhalb weniger Sekunden steht der ganze Baum in Flammen. Geschenkkartons- und -papier, Vorhänge und andere brennbare Materialien werden von den Flammen erfasst. Irgendwann wird der Baum durch den unterschiedlichen Abbrand kopflastig, stürzt um und setzt die Brandausbreitung fort.

Während die Familie im Esszimmer die Weihnachtsgans tranchiert, platzen im Wohnzimmer die Fenster, das sind leider keine fiktiven Geschichten, so Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser. Genau so passiert es jedes Jahr zur Advents- & Weihnachtszeit. Kurz mal frische Luft bei einem Spaziergang und die Kerze am Adventskranz vergessen abzulöschen.