/** */
Anzeige
Anzeige
20201019_090403_klein_Regensburg_4 ver.di Streik in Regensburg, Foto von Kathrin Birner

Erneute Warnstreiks in der Oberpfalz: Beschäftigte verleihen ihren Forderungen Nachdruck

5 Minuten Lesezeit (966 Worte)
Empfohlen 

„Heute haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in der Oberpfalz klar ihren Forderungen Nachdruck verliehen und das Arbeitgeberangebot lautstark abgelehnt" stellt Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) nach dem Aktionstag in Regensburg und Weiden zufrieden fest.

Das am Freitag vorgelegte Angebot der Arbeitgeberseite von Bund und Kommunen sei ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und werde als Mogelpackung ausdrücklich zurückgewiesen. Wer einerseits Lohnerhöhungen anbiete und anderseits gleichzeitig über die Veränderung von Eingruppierungsregelungen (Stichwort Arbeitsvorgang) oder beispielsweise Kürzung von Einkommensbestandteilen von Sparkassenbeschäftigten Verschlechterungen für die Beschäftigten durchsetzen wolle, sei äußerst dreist, erklärt Alexander Gröbner.

ver.di Oberpfalz hatte für heute zu zwei zentralen Aktionen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aufgerufen, an denen statt den geplanten 500 an beiden Standorten plus zusätzlichen Aktionen insgesamt fast 700 Beschäftigte teilgenommen haben.

Tipps und Trends für Sie
Warnstreikaktion auf drei Brücken in Regensburg:

Eiserner Steg, Steinerne Brücke und Michael-Buschheuer-Brücke

Rund 560 Beschäftigte waren letztlich dem Aktionsaufruf von ver.di in Regensburg gefolgt. Folgende Dienststellen und Betriebe waren in und um Regensburg zum Warnstreik aufgerufen:

Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Landratsamt Regensburg, Stadt Regensburg mit sämtlichen Ämtern (wie Gartenamt, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Fuhramt, Klärwerk, Kanalunterhalt, Planungs- und Baureferat, Bauhöfe, Innere Verwaltung, Sozial- und Erziehungsdienst usw.), das Stadtwerk.Bäder und Freizeit, REWAG, Regensburg Netz GmbH, Markt Lappersdorf, Sparkasse Regensburg, medbo Regensburg, Jobcenter Regensburg.

Zusätzlich waren über 40 Beschäftigte der Agentur für Arbeit Regensburg zu einer aktiven Mittagspause zusammengekommen und haben der Arbeitgeberseite deutlich ihre Ablehnung des Angebots zum Ausdruck gebracht.

Stimmungsbild aus Regensburg von der Brückenaktion

Starkes Signal der Solidarität - auf Abstand 

Über 500 Beschäftigte aus der medbo, der Stadtverwaltung Regensburg inklusive Müllabfuhr, Klärwerk, Gartenamt und Bauhöfe, Markt Lappersdorf, dem Landratsamt, der REWAG und der Regensburg Netz GmbH, der Sparkasse, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und den Jobcentern folgten dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und beteiligten sich am heutigen Warnstreik.

Als Höhepunkt wurden drei Menschenketten geformt, über den Eisernen Steg, die Steinerne Brücke und die Michael-Buschheuer-Brücke. Durch die getrennten Kundgebungen und die Menschenketten mit Zwischenbändern konnte der Abstand gewahrt werden, und trotzdem sahen sich die Streikenden gegenseitig und konnten entlang der Donau eindrucksvoll zeigen, dass sie hinter ihren Forderungen stehen.

"Die erneut hohe Streikbeteiligung aus dem Bezirksklinikum zeigt, dass die Kolleg*innen sich nicht mit Applaus zufrieden geben", betonte Karin Wagner, Gewerkschaftssekretärin für den Gesundheitsbereich. "Die Gehälter auf drei Jahre einzufrieren, wird die Personalnot im Gesundheitsbereich verschärfen - und das bei steigenden Anforderungen durch Corona. Die Kolleg*innen sind wütend."

"Ob Grünanlagenpflege, Wasserversorgung, Jugendhilfe, Kinderbetreuung oder Verwaltung - die Bürger*innen wissen, was sie an ihrem öffentlichen Dienst haben. Das Angebot der Arbeitgeber spiegelt dies überhaupt nicht wider," unterstrich Kathrin Birner, ver.di Gewerkschaftssekretärin für die Gemeinden und den Bund.

"Gerade für die Beschäftigten aus den Sparkassen ist das Angebot ein Affront, da von ihnen erst einmal Abstriche verlangt werden. Das spaltet den öffentlichen Dienst und damit sind wir nicht einverstanden", erklärte der ver.di Gewerkschaftssekretär für den Bereich der Finanzdienstleistungen Udo Hartl.


Steinerne Brücke Regensburg, Foto von Kathrin Birner

Aktive Mittagspause vor der Max-Reger-Halle in Weiden i. d. OPf. 

Ab 12.00 Uhr waren die ersten Warnstreik- und Aktionsteilnehmer*innen zur Streikgelderfassung vor die Max-Reger-Halle gekommen.

Um 12.30 Uhr versammelten sich dann rund 100 Beschäftigte der zur aktiven Mittagspause aufgerufenen Dienststellen und Betriebe zur Kundgebung zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst.

Zur aktiven Mittagspause aufgerufene Dienststellen und Betriebe in Weiden (Kundgebung Max-Reger-Halle):

Stadtwerke Weiden, Max-Reger-Halle Weiden, Kliniken Nordoberpfalz AG, Sparkasse Oberpfalz Nord, Agentur für Arbeit Weiden, Jobcenter Weiden-Neustadt/WN.

Zum Warnstreik aufgerufene Dienststellen und Betriebe in der nördlichen Oberpfalz (Kundgebung Max-Reger-Halle):

Stadt Weiden i. d. OPf., Stadt Tirschenreuth und Stadtwerke Tirschenreuth, Markt Wernberg-Köblitz.

Die Beschäftigten der Stadt und Stadtwerke Tirschenreuth versammelten sich kurzfristig auf dem Tirschenreuther Großparkplatz.


Anzeige

Die Beschäftigten des Markts Wernberg-Köblitz versammelten sich kurzfristig vor dem Rathaus.

Zusätzlich versammelten sich die Beschäftigten der Frühschicht aus dem Krankenhaus Kemnath vor Ort.

„Wir weisen dieses unterirdische Angebot der öffentlichen Arbeitgeber zurück. Es ist eine klare Mogelpackung. Damit sollen sich die Beschäftigten ihre Einkommenserhöhung faktisch selbst finanzieren. Das ist eindeutig keine Grundlage für einen tragfähigen Kompromiss und dies haben wir heute lautstark deutlich gemacht!" stellt Gröbner kämpferisch fest. Das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber sei kein Ausdruck von Wertschätzung und Respekt, sondern vielmehr respektlos und eine Provokation.

Insbesondere aufgrund wieder steigender Infektionszahlen im Hinblick auf Covid-19 achtete ver.di auf eine angemessene Durchführung der aktiven Mittagspausen und Warnstreikmaßnahmen. „Das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern bzw. Pflegeeinrichtungen und nicht zuletzt der Kinder und ihrer Familien steht für uns ganz oben" erklärt Gröbner.

„Wir hoffen auf das Verständnis der Öffentlichkeit für unsere Aktionen und Warnstreiks – gutes Geld für gute Arbeit nützt letztlich auch den Bürgerinnen und Bürgern, denn gute Qualität in öffentlichen Dienstleistungen braucht gute Bezahlung der Beschäftigten! Der öffentliche Dienst habe viele Gesichter und jedes einzelne davon ist unverzichtbar – wir halten den Laden am Laufen!" Deshalb appelliere ver.di an die Arbeitgeberseite, sich endlich konstruktiven Verhandlungen zuzuwenden und nicht weiter zu taktieren. „Das Angebot der Arbeitgeber ist mehr als enttäuschend, so wird es in der dritten Verhandlungsrunde äußerst schwierig!" gibt Gröbner zu bedenken.

Stimmungsbild aus Weiden – Max-Reger-Halle

„Heute stehen auch die Kolleginnen und Kollegen aus den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hier: noch vor wenigen Wochen zeigt die erste Welle, wie unverzichtbar die Kolleginnen und Kollegen in der Pandemie sind. Die 2. Welle rollt scheinbar unaufhaltsam. Doch von den warmen Versprechungen über Anerkennung u. Wertschätzung ist für diese Bereiche nichts geblieben" unterstreicht Marina Mühlbauer (Gewerkschaftssekretärin ver.di Oberpfalz) ihre Enttäuschung über das vorliegende Angebot.

Hintergrund:

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro für den gesamten öffentlichen Dienst.

Die 3. Verhandlungsrunde findet am 22./23. Oktober in Potsdam statt.

Beschäftigte der Frühschicht aus dem Krankenhaus Kemnath vor Ort. Bildnachweis Monika Selch
Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

22. Oktober 2021
Schwandorf. Das Landratsamt Schwandorf meldet: Aus den 26 Fällen, die wir am Mittwoch, 20. Oktober, gemeldet hatten, wurden bis zum Ende der Schicht noch 30. Gestern, am Donnerstag, 21. Oktober, wurden 60 neue Infektionen bekannt. Am heutigen Freitag...
22. Oktober 2021

Nittenau. Seit dem Jahr 2007 verleiht das Bayernwerk das „Lesezeichen" für 50 besonders engagierte öffentliche Büchereien in Bayern.

22. Oktober 2021

Nittenau. Am 8. November findet eine Podiumsdiskussion statt. Hier können sich alle BewerberInnen des Jugendparlaments vorstellen.

22. Oktober 2021

Nittenau. Bürgermeister Benjamin Boml konnte am Mittwochabend über 50 interessierte BürgerInnen im Pfarrheim Nittenau begrüßen.

22. Oktober 2021
Wackersdorf. Das Gemeindeplenum ist wieder komplett. Nachdem Stefan Weiherer (Grüne) seinen Rücktritt erklärt hatte, ist nun seine Parteikollegin Ulrike Pelikan-Roßmann nachgerückt. Bürgermeister Thomas Falter vereidigte die Grünen-Vertreterin und ve...
22. Oktober 2021
Wernberg-Köblitz/Berlin. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion Marianne Schieder wird bei den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD in Nordrhein-Westfal...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

14. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat seit 1. Oktober einen neuen Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege. Markus Fuchs aus Ursensollen wurde von Landrat Richard Reisinger, zugleich Kreisvorsitzender der Obst- und Gartenbauver...
11. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten: Samstag, 9. Oktober 2021 (Inzidenzwert 39,8), Sonntag, 10...
10. Oktober 2021
Amberg-Sulzbach. Ab Montag, 11. Oktober sind im Testzentrum auf dem Parkplatz des Gesundheitsamtes Amberg in der Hockermühlstraße keine kostenlosen Jedermann-Testungen mehr möglich. Darüber informiert das Landratsamt Amberg-Sulzbach in einer gemeinsa...
09. November 2020
Amberg-Sulzbach. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verbr...
24. Oktober 2020
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschritten. Somit tritt § 24 der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) ab Sonntag, 25. Oktober 2020, 0 Uhr, in Kraft. Es wird eine M...
23. Oktober 2020
Sulzbach-Rosenberg. Im Rahmen eines kleinen Festaktes bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenbach führte in dieser Woche Polizeivizepräsident Thomas Schöniger den zukünftigen stellvertretenden Leiter der Dienststelle, Polizeihauptkommissar Alexander...

Für Sie ausgewählt

Wohnung, Haus und Garten

26. September 2020
Regensburg. Bereits zum 40. Mal veranstaltete der Kreisverband Regensburg für Gartenkultur und Landespflege (OGV KV) heuer seinen Gestaltungswettbewerb. Dabei konnte die Bewertungskommission bei 34 gemeldeten Gärten 19 Auszeichnungen und 15 Aner...
24. August 2020
So schön sonnige Tage unter freiem Himmel sind – Bewohner von Dachwohnungen leiden im Hochsommer vielfach unter überhitzten Räumen. Auch der Spätsommer und ein goldener Herbst können so manches Obergeschoss gefühlt in einen Backofen verwandeln....
08. August 2021
(djd). Muss alles, was nicht mehr ganz taufrisch aussieht, gleich auf den Müll wandern? Lässt sich zum Beispiel das Lieblingsmöbelstück nicht aufbereiten und neu nutzen? Und ob! Upcycling heißt der Trend, der Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständ...