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"Amberger Oliven"

"Amberger Oliven"

3 Minuten Lesezeit (628 Worte)

„Der Klimawandel macht’s möglich!“ Da sind sich Dr. Herbert und Ingrid Löh sicher. Sie kommen in diesem Jahr erstmals in den Genuss ihrer selbst angebauten Oliven. Für die außergewöhnlichen Gaumenfreuden in „spannend-interessanter“ Geschmacksrichtung, in denen das Ehepaar Löh beim Verzehr ihrer „Amberger Oliven“ nun schwelgen kann, mussten sie einen enormen Aufwand betreiben und eine gehörige Portion Geduld beweisen.

Angefangen hat alles mit einem Werbegeschenk in Form eines kleinen Olivenbäumchens, das das Ehepaar Löh von einem italienischen Bio-Warenhandel vor nun über 15 Jahren für ihre Kundentreue erhielt. Als erklärte Italienliebhaber bezogen sie hier regelmäßig landestypische Spezialitäten, um auch in heimischen Gefilden den italienischen Gaumenfreuden zu frönen. Das Bäumchen, das gerade einmal zehn Zentimeter maß, fand im Sommer im Garten seinen festen Platz und in den kalten Monaten im Wintergarten der Familie Löh. „ Das Bäumchen ist im Laufe der Jahre prächtig gewachsen, doch von Blüten und Früchten keine Spur“, erinnerte sich Herbert Löh.

Doch nach rund zehn Jahren, nachdem das Bäumchen zu einem schönen Olivenbaum herangewachsne war, hätte er üppig geblüht, doch keine Oliven getragen. Im nächsten Jahr hätte sich dieses Schauspiel laut Herbert Löh wiederholt und so habe er sich mit seiner Frau schlau gemacht, woran das Ausbleiben der Früchte wohl liegen mag. „Ein ‚Kumpel’ musste her, denn um Oliven ernten zu können, braucht man zwei Olivenbäume zur gegenseitigen Bestäubung“, erklärte das Ehepaar.  Für das folgende Jahr war ein zweiter Olivenbaum angeschafft, doch die Enttäuschung bei Herbert und Ingrid Löh war groß, denn beide „Kumpel“ blühten über und über – Früchte waren allerdings eine Fehlanzeige. „Im vergangenen Jahr hat es nun endlich mit den ‚Amberg Oliven’ geklappt“, freut sich das Ehepaar Löh, die im vergangenen Spätherbst ihre ersten eigenen Oliven von beiden Bäumen ernten konnten.

„Was machen wir nun mit unserer Ernte“, war dann die große Frage von Dr. Herbert und Ingrid Löh, die Beide ernsthaft angingen. Etwas ernüchtert seien sie nach ihren Aussagen gewesen, nachdem sie sich über die Konservierung der Oliven schlau gemacht hatten, denn diese gestaltete sich eher aufwendig. „Die Begeisterung über unsere Ernte beflügelte uns aber so sehr, dass wir auch diesen Aufwand auf uns nahmen, um die nach der Ernte sehr bitteren Oliven zu einem schmackhaften Gaumengenuss werden zu lassen“, meinte das Ehepaar Löh.

Oliven oben und unten kreuzförmig einschneiden und dann für vier Wochen wässern, wobei das Wasser regelmäßig in kurzen Zeitabständen gewechselt werden musste. „Nach vier Wochen probierten wir erwartungsvoll unsere Oliven und waren schwer enttäuscht, denn die Oliven schmeckten nach wie vor sehr bitter und waren alles andere als ein Genuss“, erinnert sich Herbert Löh, der das Prozedere mit dem Wässern für vier weitere Wochen fortsetzte. „Das Geschmacksergebnis war auch dann nicht wirklich berauschend“, gestanden die Löh’s, doch sie beschlossen nun zum nächsten Schritt der Konservierung überzugehen: Einlegen der Oliven in Salzlake für eine Woche.

Den Aufwand mit dem Haltbarmachen der Oliven leid, füllte nun Ingrid Löh nach der Behandlung mit der Salzlake diese in Gläser und gab eine würzige Marinade mit Thymian, Rosmarin und Knoblauch auf der Basis von Olivenöl dazu, verschraubte die Gläser und stellte sie in den Keller. Das war kurz vor Weihnachten. Das Thema „Amberger Oliven“ ruhte, bis in diesem Jahr bis die Grillsaison begann und die Geburtstagsparty von Ingrid Löh anstand. Um den Gästen ein außergewöhnliches Schmankerl zu bieten, kam man schnell auf die hauseigenen Oliven und so wurde eines der drei Gläser aus dem Keller geholt und geöffnet: „Spannend-interessant“ war das Ergebnis der Verkostung, sodass die Oliven allemal als außergewöhnlicher Gaumengenuss eingestuft werden konnten. Dies bestätigten auch die Gäste der Familie Löh, die inzwischen die „Amberg Oliven“ als auch Gastgeschenk Freunden mitbrachten, die ebenfalls vom Geschmack der würzigen Früchtchen überzeugt waren. Mit großer Spannung erwartet das Ehepaar Löh nun den nächsten Sommer, in dem sich zeigt, ob die beiden sensiblen „Kumpel“ wieder Früchte tragen.


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