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Arm im Alter: Rentenreport des DGB mit niedrigen Zahlen

2 Minuten Lesezeit (455 Worte)

Stadt/Kreis Regensburg. Atypische und prekäre Erwerbsformen sowie Niedriglöhne führen zu schlechten Altersrenten - was einem wie eine Binsenweisheit vorkommt, wird konkret, wenn man tatsächliche Zahlen aus der eigenen Region zu Rate zieht. Solche lassen sich im Rentenrport 2021 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) finden.

„Die Konfliktlinien zwischen all jenen, die die gesetzliche Rente weiter schleifen wollen, und uns, die für eine Stärkung eintreten, werden auch im Bundestagswahljahr 2021 eine zentrale Rolle spielen. Wir sind als Gewerkschaftsbund gut gerüstet und sehen uns auch anhand der bayerischen Zahlen in unserer Sichtweise bestärkt", so Christian Dietl, Vorsitzender des DGB Kreisverbands Regensburg.

Aufgrund neuester Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sieht der DGB-Kreisverband in Regensburg weiteren Handlungsbedarf. Bei allen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. Das individuelle Haushaltseinkommen ist hieraus nicht ableitbar.

Frauen-Renten unter der Armutsgefährdungsschwelle

Demnach kamen Männer, die 2019 in der Stadt Regensburg erstmals eine Altersrente bezogen haben, im Schnitt auf 978 Euro pro Monat, Frauen mussten mit durchschnittlich 741 Euro auskommen. Im Landkreis Regensburg kommen die Männer allerdings auf 1257 Euro, die Frauen hingegen nur auf 697 Euro. Damit liegen die Frauen in Stadt und Landkreis Regensburg deutlich unter der bayerischen Armutsgefährdungsschwelle von zuletzt 1.155 Euro im Jahr 2019.

„Der Zusammenhang zwischen guter Arbeit und guter Rente ist offensichtlich. Niedriglöhne und atypische oder prekäre Erwerbsformen schmälern die Chance auf ein gutes Auskommen im Alter. Bestehende Fehlanreize wie etwa Minijobs sind daher konsequent umzubauen und in das Sys­tem der sozialen Absicherung zu integrieren. Der Niedriglohnsumpf – einer der größten in Europa – ist trockenzulegen. Hierzu bedarf es sowohl eines höheren Mindestlohnes als auch eines bayeri­schen Tariftreue- und Vergabegesetzes", so Dietl. „Das wäre auch ein vernünftiger Beitrag, um die nach wie vor extremen Unterschiede in der Rente zwischen den Geschlechtern einzuebnen."

Teilzeit und Minijobs

Im Vergleich mit dem Regierungsbezirk Oberpfalz (1.170€) beziehen die Männer im Landkreis Regensburg zwar etwas höhere Durchschnittsrenten (1.257€), in der Stadt Regensburg liegen die Renten allerdings deutlich unter dem Durchschnitt (978€). Die Frauen in Stadt (741€) und Landkreis Regensburg (697€) liegen etwas höher als der Durchschnitt von 684 Euro, allerdings ist bei den Frauen die Abweichung der Oberpfalz zum bayernweiten Durchschnitt von 748 Euro und zum bundesweiten Durchschnitt von 804 Euro nochmal sehr deutlich. Ursachen liegen besonders in der hohen Anzahl an Teilzeitarbeit sowie Minijobberinnen unter Frauen.

„Auch im Rentensystem selbst müssen wir ansetzen, um Altersarmut zu verhindern. Unser Ziel bleibt der Umbau hin zu einer Erwerbstätigenversiche­rung. In einem ersten Schritt braucht es eine besse­re Absicherung gerade für Solo-Selbständige. Das Rentenniveau muss weiter stabilisiert und in einem zweiten Schritt wieder deutlich auf mindestens 50 Prozent angehoben werden. Allen BundestagskandidatInnen in Regensburg werden wir auf den Zahn fühlen, wie diese sich die Rente der Zukunft vorstellen", so Dietl abschließend.


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