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Staatsstrasse_2234_Auswahlflaeche_bei_Kemnathen_1 Auswahlfläche an Staatsstraße 2234 bei Kemnathen Bild: © Markt Breitenbrunn; Landkreis Neumarkt

Artenschutz und Biotopverbund entlang der Straßen

3 Minuten Lesezeit (512 Worte)

Regensburg. Mit einem neuartigen Pflegekonzept für ausgewählte Straßenbegleitflächen leistet das Staatliche Bauamt Regensburg einen Beitrag für mehr Artenschutz und stärkt den Biotopverbund an den Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Neumarkt, Regensburg und Cham.

Die Maßnahmen basieren auf dem bayernweiten Gesamtkonzept des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, welches die "Ökologische Aufwertung von Straßenbegleitflächen entlang von Bundes- und Staatsstraßen" zum Ziel hat. Mehr als 108 ha sogenannter Auswahlflächen an Straßenböschungen werden durch individuelle Pflegkonzepte in den kommenden Jahren durch das Staatliche Bauamt Regensburg gezielt zu artenreichen Standorten entwickelt und dienen damit dem Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten bei gleichzeitiger Vernetzung von Lebensräumen.

An der Staatsstraße 2234 bei Kemnathen (Markt Breitenbrunn) im Landkreis Neumarkt/OPf. fiel der landkreisübergreifende Startschuss für die Umsetzung des großangelegten Förderprogrammes der Bayerischen Staatsbauverwaltung für verbesserten Artenschutz und Artenvielfalt über die Anlage von Auswahlflächen. Nachdem die Anlage von Heckenstrukturen und Baumreihen an Straßen traditionell schon seit langem auch den Zielen des Naturschutzes gilt, rücken nunmehr die Blühflächen und Magergrünlandstandorte verstärkt in den Vordergrund.

Die Fläche bei Kemnathen liegt in unmittelbarer Nähe zum sog. „Bienenhighway", den das Staatliche Bauamt Regensburg bereits 2019 als Pilotprojekt einer eigens konzipierten Blühfläche angelegt hatte.

Allein an den rund 240 km Bundesstraßen und 953 km Staatsstraßen die durch das Staatliche Bauamt Regensburg betreut werden, wurden über 108 ha an ökologisch besonders bedeutsamen Flächen identifiziert, was etwa einer Größe von 152 Fußballfeldern entspricht. Die linearen Strukturen entlang des Verkehrsnetzes sind dabei in besonderer Weise dafür geeignet die landesweite Biotopvernetzung zu stärken, zudem unterliegen die Straßenbegleitflächen weder einem Nutzungs- und Erholungsdruck, noch werden sie gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.

Ausgewählt wurden zahlreiche Straßennebenflächen, die bereits eine erhöhte naturschutzfachliche Wertigkeit aufweisen und die noch weiter optimiert werden können. Dazu werden sie aus den regulären Mähzyklen der Straßenmeistereien ausgegliedert und für jede Einzelfläche ein auf Standort und Bewuchs abgestimmtes Pflegekonzept aufgestellt. Die Umsetzung der Pflegemaßnahmen erfolgt durch Fachbetriebe der Landschaftspflege. Berücksichtigt wird dabei eine Vielzahl von Aspekten:

gezielte Förderung der Entwicklung und Ausbreitung von seltenen und gefährdeten Arten;

Verbesserung des Lebensraum- und Nahrungsangebotes für Insekten, insbesondere durch Anlage von Magergrünlandstandorten und blütenreichen Pflanzenbeständen;

Erhaltung von Rückzugsgebieten über den Winter und für strukturarme Agrarlandschaften;

Vernetzung von Einzelbiotopen und Aufwertung des Landschaftsbildes;

Beseitigung von unerwünschten Problempflanzen wie etwa das Drüsige Springkraut und anderer Neophyten und Verhinderung der Verbuschung von Flächen.

Die einzusetzenden Geräte und Pflegemaßnahmen werden dabei im Detail auf die Einzelflächen bezogen definiert. Durch den Einsatz von Balkenmähern statt der bisher für alle Straßennebenflächen genutzten Mulchmahd und einer vorgegebenen Mindestmahdhöhe wird die bodennahe Tierwelt maximal geschont und das Aussamen der Blütenpflanzen gefördert. Zur verbesserten Besonnung zugewachsener Wiesenbereiche kann es im Einzelfall auch erforderlich sein, Gehölzbestände hier gezielt zurückzuschneiden. Über den Winter stehengelassene Altgrassäume mögen für manchen Betrachter womöglich etwas „wild" aussehen, doch gerade diese Rückzugsmöglichkeiten für die Tierwelt sind auch ein wesentlicher Bestandteil des neuen Pflegekonzeptes.

Die fahrbahnnahen Bereiche, Verkehrseinrichtungen und Entwässerungsgräben sind nicht Teil der Auswahlflächen und werden aus Gründen der Verkehrssicherheit weiterhin regelmäßig von den Straßenmeistereien gepflegt.

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Auswahlfläche an Staatsstraße 2234 bei Kemnathen               Bild: © Markt Breitenbrunn; Landkreis Neumarkt

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