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Behindertengerechter Angelplatz eröffnet

Behindertengerechter Angelplatz eröffnet

3 Minuten Lesezeit (590 Worte)

Vilshofen. „Ich kenne keinen Verein, der solch einen behindertengerechten Angelplatz bieten kann,“ betonte Hans-Hermann Lier, Präsidiumsmitglied im Fischereiverband Oberpfalz. Für Bürgermeister Erwin Geitner hat der Riedener Fischereiverein mit der Eröffnung des Angelplatzes „einen Meilenstein zum Thema Inklusion gesetzt.“

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Mit wuchtigen Quadern an die Vils gesetzt, sauber gepflastert und mit einem Geländer gesichert, zeigt sich der über einen Schotterweg erreichbare behindertengerechte Angelplatz in der Verlängerung der Schwandorfer Straße.

Dieter Teich, Vorsitzender des Fischereivereins 1971 Rieden, betonte bei dessen Eröffnung am Freitagvormittag: „Die Idee dazu wurde geboren, als wir am 06. April 2015 unserem Mitglied August Eichenseer zum 75. Geburtstag gratulierten.“ Dieser ist behindert und habe beklagt, dass er gerne zum Angeln gehen würde, aber aufgrund seiner Behinderung keine geeignete Stelle an der Vils erreichen könne. „In der Vorstandschaft wurde das Thema,“ so Teich, „in Bezug zu Machbarkeit, Standort und Finanzierung diskutiert.“ Schnell sei den Verantwortlichen klargeworden, dass der Fischereiverein damit ein Alleinstellungsmerkmal schaffen könne, da es im gesamten Landkreis bisher keine Einrichtung dieser Art gibt. Auch stelle ein behindertengerechter Angelplatz für die Marktgemeinde im Bereich Tourismus einen interessanten Aspekt dar.

Da der Verein keine eigenen Gewässer besitze, fiel die Wahl auf den von der Marktgemeinde Rieden gepachteten Gewässerabschnitt, der kurz vor der Brücke in Vilshofen endet. Ehrenmitglied Erich Hammer habe den jetzigen Standort vorgeschlagen, so Teich, „da er zum Angeln beste Voraussetzungen bietet und einfache Erreichbarkeit gegeben ist.“ Ernüchternd, fuhr der Vorsitzende fort, sei die Auslotung der Fördermöglichkeiten gewesen: Die Idee wurde gelobt, es gab viel Anerkennung, aber – außer von der Marktgemeinde Rieden – keine Zuschüsse.

Am 23. Januar 2016 wurde das Projekt behindertengerechter Angelplatz den Mitgliedern vorgeschlagen und nach eingehender Diskussion einstimmig angenommen. Vorsitzender Teich zeigte den Weg durch die Instanzen –  Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt, Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde, Antrag an das Landratsamt Abteilung Wasserrecht – bis zur Unterschrift unter den Gestattungsvertrag und die danach durchgeführten Arbeiten auf.

Danken wolle er, so Teich, dem Wasserwirtschaftsamt und Flussbauamt für die Baumaßnahmen am Gewässer, der Marktgemeinde Rieden, welche Schotter, Maschinen und Bauhofmitarbeiter für die Wegbefestigung zur Verfügung stellte, weiter Klaus Schwendner für die Spende des Betonpflasters und der Betoneinfassungen, Herbert und Tomas Wischniowski sowie Josef und Marco Fleischmann, welche mit dem Vorsitzenden die Pflasterarbeiten und die Errichtung des Geländers übernahmen, besonders Ehrenmitglied Erich Hammer, „der uns bei den Bauarbeiten mit Brotzeit versorgte.“ Ohne ihre Unterstützung wäre es dem Verein nur mit großem finanziellen Aufwand möglich gewesen, den behindertengerechten Angelplatz zu erreichten. „Ich danke allen, ohne deren Mithilfe dieses Projekt nicht in die Realität geworden wäre,“ hob Bürgermeister Erwin Geitner hervor, als er, assistiert vom Vorsitzenden und den Ehrenmitgliedern Erich Hammer und Leo Pongratz das rote Band zur Eröffnung des ersten behindertengerechten Angelplatzes im Landkreis durchtrennte. Mit dem Ehrenkrug dankte ihm Vorsitzender Dieter Teich, mit einem Ehrenteller dem Präsidiumsmitglied Hans-Hermann Lier.

Hintergrund:

Zu Beginn stellte Vorsitzender Dieter Teich den 1971 gegründeten Fischereiverein Rieden vor, der derzeit 100 Mitglieder, darunter 18 Jungfischer zählt. Ihnen werde ein interessantes und abwechslungsreiches Vereinsleben rund ums Wasser und Angeln geboten. So betreibe der Verein eine eigene Karpfen- und Forellenzucht als Basis für den jährlichen Fischbesatz, habe mit der Vils von Ensdorf bis Vilshofen ein gutes Fischgewässer mit einer Vielzahl von Angelmöglichkeiten, verfüge in Schmidmühlen einen Gewässerabschnitt speziell zum Fliegenfischen und biete zum Angeln auf Karpfen und Zander einen Angelweiher bei Dürnsricht und verfügt ab 01. Juli über einen Kiesweiher in der Nähe von Büchelkühn mit einer Fläche von 3,5 Hektar. Seit längerer Zeit arbeite der Riedener Fischereiverein am Arten-Hilfsprogramm des Oberpfälzer Fischereiverbandes mit um den langfristigen Bestand der heimischen Bachforelle zu sichern. 

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