Volkstrauertag_Zeitlarn Bürgermeisterin Andrea Dobsch und der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins Zeitlarn, August Baier vor dem Kriegerdenkmal Bild: © Karl-Heinz Dirnberger

Zeitlarn. Pfarrer Josef Schießl hatte mit Gemeindereferentin Manuela Buchhauser den Gedenkgottesdienst zelebriert. Nach den schrecklichen Erfahrungen der Kriege hatten die Gläubigen wie bei jeder Heiligen Messe den Friedensgruß gesprochen. Danach begrüßte der Priester am Ehrenmal an der Kirche St. Bartholomäus die Bürgerinnen und Bürger.

Er hieß die Anwesenden willkommen und erinnerte zum Gedenken an die Opfer der Kriege, von Gewaltherrschaft, Terror und der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Das Erinnern an die schrecklichen Ereignisse trägt dazu bei, sich in Zukunft für Frieden einzusetzen.

Jetzt hallen die Böller lautstark vom Diestelberg zurück. Die Kameraden des Krieger- und Soldatenvereins und ihr Vorsitzender August Baier stehen mit Bürgermeisterin Andrea Dobsch und der Pfarrgemeinde zum Totengedenken am Ehrenmal mit den schmuckvollen Kränzen des Vereins und der Gemeinde. Eine Abordnung der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Zeitlarn spielt das Soldaten-Trauerlied „Der gute Kamerad". Die Gemeinschaft hält inne.

Zuvor erinnerte August Baier an den Überfall Hitler-Deutschlands am 1. September 1939 auf Polen. „Die Erinnerung ist wichtig, um der Wiederkehr der Ereignisse keinen Raum zu lassen". Damals begannen Jahre des Krieges und der Morde, die über 60 Millionen Menschen das Leben kosteten. Die Massenflucht und Vertreibung von Millionen Menschen nach sich zogen.

Heute leben wir in einem der stabilsten und sichersten Länder der Welt. Die meisten von uns haben keinen Krieg mehr erlebt. Umso erstaunlicher ist es, dass heute der Wert einer Solidargemeinschaft zugunsten von Eigeninteressen demontiert wird. Das führt zu Instabilität, Wertverlust, und Hasskultur. Wenn Vorurteile, Neid und Unzufriedenheit wieder auf dem Vormarsch sind, geht die Saat des Krieges wieder auf.

Der Volkstrauertag aber erinnert uns immer wieder und gerade in unseren Tagen daran, Verantwortung zu übernehmen und sich für den Frieden einzusetzen. Sich für die Integration von Migranten bemühen, die Religionen und die christlichen Werte achten und wertschätzen. Den Frieden in den Familien bewahren. Abschließend sprach er das Totengedenken für die Opfer von Gewalt, Krieg und Verfolgung in der Vergangenheit und Gegenwart.

Bürgermeisterin Andrea Dobsch erwähnte, dass der Volkstrauertag auf Initiative des „Volksbundes Kriegsgräberfürsorge" erstmals nach den Ersten Weltkrieg begangen wurde. Der Gedenktag wandelte sich im Laufe der Zeit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wird er als staatlicher Gedenktag begangen. Dabei rückten neben den gefallenen Soldaten immer mehr die Opfer des Nationalsozialismus in den Fokus. Und seit über 30 Jahren wird auch allgemein der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus gedacht. Auch um die Frauen und Männer der Bundeswehr, die bei Auslandseinsätzen ums Leben kamen.

„Am Volkstrauertag gedenken wir der Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind". Das Leid der Hinterbliebenen können wir in ganzem Umfang erst bei dem Gedanken begreifen, dass auch unzählige Kinder und Jugendliche zu früh ihr Leben verloren haben.

Für uns alle, auch für die Jüngeren ist dies ein besonderer Auftrag, an die Geschichte zu erinnern. Sie appellierte an die Gemeinschaft, nicht zu schweigen, nicht zu verdrängen, sondern darüber zu sprechen. „Möge dieser Tag in Zeitlarn ein Friedenstag sein in dem Sinne, dass wir uns in die Pflicht nehmen lassen, am Frieden mitzuarbeiten".