„Brautgeschenk“ als Beitrag zur Unabhängigkeit

„Brautgeschenk“ als Beitrag zur Unabhängigkeit

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Sieben junge Frauen erhielten je 800 Euro aus der Aussteuerstiftung.

„Josefine Haas und ihre Absichten waren höchst modern für eine Frau ihrer Zeit“ Das betonte Bürgermeister Thomas Gesche bei der 58. Auszahlung der „von Laengenfeld-Pfalzheim´schen Aussteuer-Stiftung“ im Historischen Rathaussaal. Josefine Haas (1783-1846), Ehrenbürgerin der Stadt Burglengenfeld, habe als Vordenkerin ihrer Zeit jungen Mädchen eine Art Starthilfe für ein selbstbestimmtes Leben geben wollen. „Wenn wir daran denken, dass es erst seit 100 Jahren ein Frauenwahlrecht in Deutschland gibt, dann wirkt das Bestreben von Josefine Haas hoch aktuell“, so der Bürgermeister in seiner Festrede.  

Josefine Haas ist eine der bekanntesten historischen Persönlichkeiten Burglengenfelds, um deren Leben und Wirken sich zahlreiche – auch romantische - Legenden ranken. Bei der Feierstunde zur Vergabe der Brautgeschenke brachten geschäftsleitender Beamter Thomas Wittmann und Schauspielerin Stephanie Meßmann als Josefine Haas mittels Vortrag und Szenenspiel etwas Licht ins Dunkel der Geschichte.  

Zweifelsfrei erwiesen ist, dass Josefine Haas mit dem Diplomaten Franz Graf von Lerchenfeld eine Ehe zu „linker“ Hand einging und bis zu seinem Tode in Wien mit ihm zusammenlebte. Sie kam zu einem beträchtlichen Vermögen und gründete  mehrere wohltätige Stiftungen zugunsten benachteiligter Mädchen, denen sie selbst die eigene Armut in der Kindheit ersparen wollte.

Seit der Wiederaufnahme der Stiftung im Jahr 1961 durch die Stadt Burglengenfeld werden jedes Jahr am 25. März (Geburtstag von Josefine Haas) bis zu zwölf Mädchen, welche die Kriterien für die Vergabe erfüllen, mit einem „Brautgeschenk“ bedacht. In diesem Jahr haben sieben junge Frauen je 800 Euro aus der Stiftung bekommen.  


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