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IMG_4772.jp_ Die Anger-Stege haben einen neuen Belag, der Kirchturm gegenüber der Insel ein Gerüst, sonst änderte sich seit Jahren nichts. Nun will Bürgermeister Boml die Insel zu einem Erlebnis- und Erholungsareal aufwerten. Ende April tagt der Stadtrat dazu.

Bürgermeister Boml will aus Anger-Insel ein Erlebnis- und Erholungs-Areal machen

4 Minuten Lesezeit (734 Worte)
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Nittenau. Über die Anger-Insel pfeift ein eiskalter Wind in diesen frühen April-Tagen. Das Landstück zwischen katholischer Pfarrkirche (Nittenau) und Freibad (Bergham), zwischen kleinem und großem Regen sollte nach dem Willen der Stadtväter im ausgehenden letzten Jahrhundert ein „Filetstück" der Stadtentwicklung werden. In den vergangenen 25 Jahren schwemmte es aber zahlreiche Konzepte den Fluss hinab, passiert ist dagegen kaum etwas. Nun möchte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) den Zustand, der hier seit seiner Kindheit herrscht, ändern. Das Neuartige an seinem Ansatz: Er plant so gut wie keinen Hochbau.


„Die Anger-Insel war einmal als Filetstück geplant, aber jedes Filet kann man auslutschen", so Boml am Mittwoch im Gespräch mit dem Ostbayern-Kurier. Daher habe er nach Jahrzehnten der kommenden und gehenden Konzepte die Stadtratsfraktionen aufgerufen, für die Sitzung Ende April Lösungsvorschläge und Wünsche einzureichen. Gegenüber unserem Nachrichtenportal stellte er vorab die Idee seiner Fraktion, der Freien Wähler vor. Boml ist überzeugt, für diese Konzeptionierung eine Mehrheit im Gremium zu finden.

Von Altenheim bis Haus des Flusses waren schon die unterschiedlichsten Nutzungsvarianten im Gespräch. Was sie alle einte: Es handelte sich zumeist um ein Konglomerat von Hochbauten, die keinen akuten, sondern einen peripheren oder künftigen Bedarf abgedeckt hätten. Bomls Vorgänger Karl Bley (SPD) hatte sich zuletzt für das besagte „Haus des Flusses" stark gemacht, ein Museum für den Regen mit Gastronomie, Veranstaltungssaal und Aufenthaltsmöglichkeiten, eingebettet in weitere Hochbauten.


Bürgermeister Benjamin Boml.

Boml war und ist dagegen. Er habe inzwischen bei der Regierung der Oberpfalz erfahren, dass die an die Wand projizierten Förderungen nicht geflossen wären. Weil alle Hochbau-Projekte an Sinnhaftigkeit und/oder Kosten gescheitert wären, habe er mit den Freien Wählern anders gedacht und vom Bedarf her geplant. Das Ergebnis ist eine Sammlung von Freizeit- und Erholungseinrichtungen für die Bevölkerung, die ohne größere Hochbauten auskommen würde.

Erlebnis-Spielplatz, Liegeflächen, Beach und Biergarten

Noch stehen die alten Bestandsgebäude an der Brückenseite. Das Anwesen Anger 1 soll heuer noch weg, bekräftigt Boml. Inzwischen sei es völlig geräumt, zuletzt hatte noch ein Verein Material untergestellt. Anger 11 und die Leitlhalle haben Schonfrist, bis die Regenbrücke fertig gebaut ist. An diesem Ende der Insel möchten die Freien Wähler einen Blühbereich schaffen, der erstens attraktiv für Mensch und Insekten ist und zweitens einem späteren, jetzt noch nicht absehbaren Baubedarf weichen könnte – eine Art blühender Reserve sozusagen.

„Die Insel soll zur grünen Lunge für Nittenau und Bergham werden", so der Bürgermeister. Dafür möchte er einen großzügigen Erlebnisspielplatz schaffen, bei dem das Thema Wasser eine zentrale Rolle spielt. Liegeflächen und ein Beach-Bereich sollen für Erholungscharakter sorgen. Die geschotterte zentrale Fläche – die einst unter dem Titel „Biergarten" angelegt wurde – sollte endlich dieser Bestimmung übergeben werden. Dafür könnten sich die Freien Wähler einen Kiosk zur Bewirtschaftung vorstellen (wie es auch früher schon lange im Gespräch war).

Details müssten sich aus der Planung ergeben, wenn das Konzept an sich eine Zustimmung findet – etwa, ob eigene Toiletten erbaut werden, oder ob die Beach- und Biergartengäste die öffentlichen Anlagen auf dem Kirchplatz in Anspruch nehmen sollen. Auch für die Bestuhlung sieht Boml alle Möglichkeiten offen.


Wasserbühne mit terrassierter Tribüne

Eine recht innovative Erweiterung kann sich der Bürgermeister im kleinen Regen vorstellen: Eine im Flussbett stationierte Wasserbühne. Der Uferbereich könnte tribünenmäßig terrassiert ein Publikum für Konzerte, Kleinkunst und Theater beherbergen. Wie diese Idee in Berching (Kreis Neumarkt) umgesetzt wurde, gefällt Boml gut (Bilder oben: FW Nittenau).

Der Natur und den Spaziergängern überlassen möchte der Bürgermeister den Anger-Spitz. Bis auf die Einschränkung, dass hier im Zuge der Hochwasserfreimachung in den nächsten Jahren ein Schott-Bauwerk entstehen soll, das zugleich als begehbare Verbindung zum Regenuferweg dient. Ein größeres Bauwerk dieser Art (ohne Pumpen wie am Spitz) soll auf der entgegengesetzten Inselseite eine weitere Fußgänger-Brücke nach Nittenau schlagen. Dann wäre die Freizeitfläche (auch für die SchülerInnen) bestens erschlossen.

Was wird die Umwandlung des kargen Eilands zur Erlebnis- und Erholungsoase wohl kosten? Für derlei Überlegungen sei es zu früh, so Boml. So teuer wie das Haus des Flusses würde das FW-Konzept wohl nicht werden, grinst er. Da auch die CSU von der Museums-Idee nicht begeistert gewesen sei (wie sich der Bürgermeister an den Wahlkampf erinnert), rechne er mit breiter Unterstützung im Stadtrat. Städtebauförderung würde es dafür wohl auf jeden Fall geben, weitere Töpfe würde er gerne abklopfen.

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