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Cham und seine Stadtmauer

Cham und seine Stadtmauer

2 Minuten Lesezeit (441 Worte)

Die heimatgeschichtliche Ausstellung des Stadtarchivs Cham trägt den Namen „…mit doppelter Mauer züchtig umgürtete Stadt“. Im Museum SPUR geht es noch bis 8. Januar 2017 um massive Mauern, hohe Türme und altehrwürdige Stadttore.

In der heimatlichen Ausstellung „Cham und seine Stadtmauer“ präsentiert das Stadtarchiv in zwei Räumen Informationen und historische Abbildungen über die Wehranlagen, die den Chamern einst Schutz boten. Über viele Jahrhunderte war die gesamte Altstadt von einer inneren und einer äußeren Mauer umgeben. Diese doppelte Verteidigungslinie war noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend intakt.
Da verwundert es nicht, wenn der Pfarrer und Heimatforscher Joseph Lukas im Jahr 1862 Cham als eine „mit doppelter Mauer züchtig umgürtete Stadt“ bezeichnete.
Der Regen als Schutz
Zusätzlich geschützt war der Ort auf etwa zwei Drittel seiner Fläche durch den Fluss Regen. Dieser bildete einen natürlichen Wassergraben. Nur im Norden und Osten mussten die Einwohner nachhelfen und einen künstlichen Graben ausheben. Wer Cham damals betreten wollte, musste eines der vier Stadttore benutzen, von denen nur das Biertor erhalten blieb. Fleisch-, Spital- oder Sandtor wurden abgerissen, weil man sie als Verkehrshindernisse ansah. Auf alten Ansichten und Zeichnungen, wie sie in der Ausstellung zu sehen sind, kann man diese Tore auch heute noch bestaunen. Fotos und Abbildungen vermitteln einen Eindruck von der früheren Wehrhaftigkeit der Stadt Cham.

Bis zum Stadtbrand von 1873 existierte dieser Turm der inneren Stadtmauer, der „Birkenstein“ oder „Hahnenturm“ genannt wurde. (Stadtarchiv Cham)


Besonders massiv war die innere Stadtmauer, die bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts existierte, denn der böhmische König Ottokar konnte Cham 1266 wegen der starken und hohen Befestigung nicht einnehmen.
Diese Form der Abwehr genügte über viele Jahrzehnte. Doch im 14. Jahrhundert kamen die ersten Kanonen auf. Anfangs war ihre psychologische Wirkung größer als ihre Zerstörungskraft.
Der Lärm, den sie verbreiteten, beeindruckte die Verteidiger meist mehr als die Geschosse. Allerdings sollte sich das bald ändern. Hinzu kam die akute Bedrohung der bayerischen Grenzregion durch die Überfälle der Hussiten.
24 Wehrtürme
In dieser Situation fiel die Entscheidung, die Verteidigungsanlagen so rasch wie möglich zu verstärken. 1430 bauten die Einwohner eine zweite, die äußere Stadtmauer. Zum besseren Schutz wurden zusätzlich 24 halbrunde Wehrtürme errichtet. Der Birkenstein, ein massiver Turm der inneren Stadtmauer, das Fleisch-, Spital- oder Sandtor gehören längst der Vergangenheit an.
Zusätzlich zur Ausstellung bietet Stadtarchivar Timo Bullemer eine Führung an. Am 25. September um 14 Uhr können Interessierte nicht nur die Ausstellung besichtigen, sondern sich auch bei einem Spaziergang zu Überresten der Chamer Stadtmauer auf Spurensuche begeben.
Eintritt frei
Die Ausstellung des Stadtarchivs ist bis zum 8. Januar zu sehen. Das Museum  in der Schützenstraße 7 ist mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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