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Amberg-Sulzbach. Im Landkreis ist die Zahl der Todesfälle, die nachgewiesenermaßen mit einer COVID-19-Infektion verbunden sind, im Zeitraum von Dienstag auf Mittwochmittag um eins auf 42 gestiegen. Der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes Dr. Roland Brey hat einen Blick auf die Mobilitätsdaten geworfen, die vomn Robert-Koch-Institut von Landkreisbürgern erhoben wurden.

Fälle AS: 442 (0), davon Todesfälle: 42 (+1)

Durchschnittsalter der verstorbenen Heimbewohner: 86 Jahre

Durchschnittsalter aller Verstorbenen: 83 Jahre

Quelle: Gesundheitsamt Amberg/Amberg-Sulzbach

Seit März erheben das Robert Koch-Institut und die Humboldt-Universität Berlin sogenannte Mobilitätsdaten.

Dabei wird tagesaktuell gemessen, wie sich Menschen bewegen, und ob sie in den letzten Wochen ihr Verhalten verändert haben.

Hierzu werden anonymisierte und aggregierte Bewegungsströme genutzt, die aus Mobilfunkdaten gewonnen werden.

Dr. Roland Brey hat sich die Daten für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg angeschaut.

Dargestellt ist der prozentuale Rückgang an einem Tag im Vergleich zu den üblicherweise zu erwartenden Werten für den jeweiligen Wochentag: „Wie viel weniger sind Leute unterwegs?"

Die Datenreihe beginnt am 11.3., die ersten Fälle im Amberg-Sulzbacher Land waren in der Woche zuvor (10. Kalenderwoche) gemeldet worden.



Im Landkreis Amberg-Sulzbach zeigt sich in der 11. Kalenderwoche ein Rückgang der Mobilität um 15 %. (Vergleichswert für D: - 2%)

Bis 20.3. sinkt der Wert auf – 27% (D: - 26%).

Am Samstag, 21.3., also am Tag des Inkrafttretens der Ausgangsbeschränkungen in Bayern, kommt es zu einem Minus von 62% (D: -46%). Danach finden sich die stärksten Rückgänge am

Sonntag, 29.3. : - 61% (D: - 55%)

Karfreitag, 10.4. : - 70% (an diesem Tag in ganz Deutschland ungewöhnlich geringe Mobilität = - 58%)

Ostermontag, 13.4.: - 70% (D: - 60%)

Das Niveau liegt sonst bei einer Reduktion um ca. 30-40 %.

Ab Montag, 20.4. ist ein Anstieg im Sinne einer höheren Mobilität zu erkennen.

Zuletzt am Sonntag, den 26.4. betrug der Rückgang noch - 28%. (D: - 18%)

Stadt Amberg:

11. Kalenderwoche: - 12%

Bis 20.3. : - 30%

Samstag, 21.3. : - 66 %

Karfreitag, 10.4. : - 70%

Ostermontag, 13.4.: - 73%

Werte sonst bei ca. - 35-40%

Auch hier Wiederanstieg ab Montag, 20.4. auf - 29% am 26.4.

Zu berücksichtigen sind sicher die Pendlerbewegungen, die sich bei der Stadt Amberg stärker bemerkbar machen.

Man wird sehen, wie sich die Lockerungen auswirken werden.

Laut der Projektbetreiber zeige sich eine deutliche Korrelation zwischen der Mobilitätsreduktion in Deutschland und der Zustimmung zu Aussagen wie "Ich finde die Maßnahmen, die derzeit ergriffen werden, stark übertrieben". Seit sich Menschen weniger Sorgen machten um die Gefahren von Covid-19, nehme die Mobilität zu.

Ein weiterer interessanter Zusammenhang sei, dass die Mobilitätsreduktion scheinbar von den lokalen Fallzahlen abhängig seien: Je mehr Fälle von Covid-19 in einer Region auftreten würden, umso stärker sei der Mobilitätsrückgang.