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Das Dach ist drauf: Regensburgs erstes Inklusionshotel nimmt Formen an - Viel Lob für Includio und die Johanniter

3 Minuten Lesezeit (564 Worte)
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Regensburg. Vom jüngst aufgesetzten dritten Stock aus sieht der Besucher durch ein Zimmerfenster die Türme des Domes, von einem anderen das Jahn-Stadion. Dennoch wird das Hotel in Burgweinting so barrierefrei, wie es der heutige Stand der Technik nur möglich macht. Am Freitag feierte das Projekt "Includio", das bayernweit beachtete Inklusionshotel der Johanniter in Ostbayern, sein Richtfest.
Ein Haus, in dem Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps - Rollstuhlfahrer, Seh- und Hörgeschädigte, mit und ohne Assistenz - möglichst hürdenfrei wohnen, aber auch arbeiten können: Das ist das Ziel von Johanniter-Regionalvorstand Martin Steinkirchner und seinem Team.

Genugtuung über den reibungslosen Baufortschritt seit der Grundsteinlegung und ein bisschen Stolz auf das Projekt schwangen daher in seiner Begrüßungsrede mit vor den noch glaslosen Höhlen der riesigen Fenster, die einmal das Restaurant im Erdgeschoss des Includio beherbergen werden. Und zwar ab dem Johannitag im Juni 2021, das ist das ehrgeizige Geschenk zum Namenstag, das die Johanniter ihrem Schutzpatron darbringen wollen.

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Die Idee findet natürlich jeder klasse und der riesige Bau an der Hermann-Höcherl-Straße beeindruckt gleichermaßen alle. Darum waren sie auch gern gekommen, die Oberbürgermeisterin, die Landrätin, die Landtagsabgeordnete der SPD, die Fraktions-Chefin der Grünen im Stadtrat, der Bezirks-Inklusionsbeauftragte und sein Kollege von der Stadt. Für Letzteren, Frank Reindl, der im Rollstuhl über das Baustellengelände fuhr, bauen die Johanniter in ihrer Zentrale in Haselbach nach dem Vorbild des Innenausbaus, der fürs Includio geplant ist, ein Testzimmer auf. Dort soll er das Konzept in der realen Anwendung auf etwaige Schwachstellen abklopfen.

Schon "von Anfang an glücklich" zeigte sich OB Getrud Maltz-Schwarzfischer über Includio. Das Projekt schließe im Hotelwesen der Stadt, das vor Corona immerhin über eine Million Übernachtungen vorweisen konnte, eine Lücke. Eine Millionen Übernachtungen, aber für Gruppen mit Behinderungen war halt nichts geboten, schon gar nicht in dem Standard der Barrierefreiheit, den die Johanniter in ihrem Hotel umsetzen. Die OB appellierte an die Bevölkerung, das Projekt weiter mit Spenden zu unterstützen.

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Warum braucht ein Hotel Spenden? Damit verdient man doch eigentlich Geld? Martin Steinkirchner gab die Antwort selbst. Die besondere Barrierefreiheit - dazu zählen z.B. "Leitlinien" für Seh-Geschädigte - koste die Johanniter im Vergleich zu einem normalen Hotelbau um zwei Millionen Euro mehr. Geld, das sich über den Markt nur dann einnehmen ließe, wenn der Träger den Gästen mit Handicap höhere Preise als üblich abverlangen würde - das sei gegen die Grundidee des Projekts und mit ihm nicht zu machen, so der Johanniter-Chef. Er dankte der bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk, diversen weiteren Stiftungen sowie der Bevölkerung, die hierzu schon einen beachtlichen Beitrag geleistet haben und wünschte sich ebenfalls weitere Spenden. 


MdL Margit Wild freute sich, dass Regensburg nun auch in Sachen Inclusionshotel Vorreiter in Bayern werde. "Die Johanniter erkennen immer zielsicher, welche Einrichtung bei uns noch fehlt und bauen sie dann", lobte die Abgeordnete.

Bevor die Tiefgarage und die Keller eingebaut werden konnten, mussten 10.000 Kubikmeter Aushub weggefahren werden. Nun kommen die ersten Fenster rein, das Flachdach wird dichtgemacht. Als erstes seiner Bestimmung übergeben wurde am Freitag - wenn auch nur hervorragend improvisiert - das Restaurant. Nach dem Richtspruch des Zimmermanns bewirteten dort die Schwandorfer Johanniter die Gäste.


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