Der gerade Weg: Erinnerung an Fritz Gerlich

Der gerade Weg: Erinnerung an Fritz Gerlich

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Fritz Gerlich, geboren am 15. Februar 1883 in Stettin wurde gerade mal 51 Jahre alt. Der Älteste von vier Söhnen der Kaufmannsfamilie Gerlich wurde 1892 in das Marienstift-Gymnasium in Stettin aufgenommen. Am 10. Juli 1899 muss er den Tod des Vaters verschmerzen. Am 12. September 1901 schließt er die Schule mit dem Reifezeugnis ab. Aus dem jungen Mann sollte einer der aufrechtesten deutschen Journalisten aller Zeiten werden. Aus Rache für seine publizistische Unerschrockenheit brachten ihn Mörder des NS-Regimes um. Regensburg ziert heute eine Büste des großen Schreibers.

 

Das mutige Auftreten Gerlichs und die barbarische Art, mit der sich die Nazis seiner entledigten, fand 2003 Eingang in das viel beachtete Kino-Drama "Hitler - The Rise of Evil" (Hitler - Aufstieg des Bösen) von Christian Duguay. Gerlich wird darin vom amerikanischen Schauspieler Matthew Modine eingängig dargestellt.

Zunächst zu Gerlichs frühem Werdegang: Nach Studium in Leipzig und abschließend  in München an der Ludwig-Maximilians-Universität siedelt er 1903 endgültig nach München über. Er promoviert zum Dr. phil. am 09.03.1907 und tritt im Mai 1907 in den staatlichen Archivdienst ein.

Am Dienstag, den 29.09.2015 versammelten sich zahlreiche Mitglieder der Pfarrei Herz Marien sowie  Oberbürgermeister Wolbergs, Kulturreferent Unger und Stadträtin Bernadette Dechant, um der Vorstellung der Bronze-Büste von Fritz Michael Gerlich durch Bischof Voderholzer  beizuwohnen. Zurückgehend auf den 99. Deutschen Katholikentag in Regensburg im letzten Jahr, damals hatte man sich intensiv mit dem Wirken Gerlichs befasst, wurde die Skulptur an ihren Bestimmungsort gesetzt.

OB Wolbergs umriss das Leben und Schaffen von Dr. phil. Fritz Michael Gerlich. Er vollzog sehr ergriffen den weiteren Lebens- und späteren Leidensweg des calvinistisch erzogenen, später aber zum katholischen Glauben konvertierten Gerlich, nach. Er sagte auch: „Kein anderer deutscher Journalist bezog so eindeutig und prophetisch warnend Position gegen Hitler und dem Nationalsozialismus.“

Bischof Voderholzer dankte dem Künstler Andreas Brucker für die wundervoll gelungene Büste. Bischof Voderholzer, die Fa. Rödl und Herdegen und die Stadt Regensburg ermöglichten gemeinsam die Verwirklichung der Gerlich-Plastik.

Anschließend segnete Voderholzer die in Richtung Gerlichstraße blickende Büste von Fritz Michael Gerlich. Die Straße wurde bereits 1945 in Regensburg nach ihm benannt; zwei Jahre früher als in der Wahlheimatstadt München, so bemerkte es Bischof Voderholzer. In der Nähe der ehemaligen Wohnung von Gerlich in München steht eine Kopie der Büste.

Gerlich hatte die Gefahr des Nationalsozialismus früh erkannt. Er war der Herausgeber des „Der gerade Weg“, nachdem er als mehrjähriger Chefredakteur der „Münchener Neusten Nachrichten" -Vorgängerzeitung der Süddeutschen Zeitung - entlassen worden war.

In einem frühen Gebäude des Konzentrationslagers Dachau , im Rahmen des „Röhmputsches“ in „Schutzhaft“ genommen und 1934 erschossen.

 


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