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seebarnhammer Der Seebarnhammer im Oberpfälzer Handwerksmuseum Bild: © Karin Hirschberger

Der Seebarnhammer erinnert an die Blütezeit der Eisenproduktion

2 Minuten Lesezeit (416 Worte)
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Vor über 40 Jahren wurde das Hammerwerk im Oberpfälzer Handwerksmuseum wieder aufgebaut.


Mit dem Wiederaufbau des „Seebarnhammers" in Hillstett wurde der Grundstein für das Oberpfälzer Handwerksmuseum gelegt. Es war 1974 das erste Gebäude auf dem Gelände des jetzigen Freilichtmuseums. Die Hammerschmiede stand ursprünglich an der Schwarzach in dem gleichnamigen, drei Anwesen zählenden Weiler Seebarnhammer. Nach der Einstellung des Betriebs 1960 war das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Es begannen die Planungen für den Eixendorfer Stausee, der schließlich 1975 erstmals geflutet wurde und als Hochwasserrückhaltebecken die Schwarzach auf einer Länge von über sechs Kilometern bis zu 75 Meter breit anstaut. Der Seebarnhammer wäre überflutet worden. Um das Hammerwerk zu retten, wurde es abgebaut und ab 1972 auf dem Gelände des ehemaligen Hillstetter Bahnhofs originalgetreu wieder aufgebaut. 1974 konnte mit seiner Einweihung die Teileröffnung des Handwerksmuseums gefeiert werden.

An der Schwarzach und ihren Zuflüssen gab es über 40 Eisenhämmer. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts nutzte man die Wasserkraft zum Antrieb der mächtigen Hämmer. Zum Ausschmelzen des Eisens benötigte man enorme Mengen an Holz bzw. Holzkohle. Erzvorkommen, Wasserkraft, Waldreichtum waren in der Oberpfalz vorhanden – sie wurde zu einem wichtigen Zentrum der Eisenproduktion in Mitteleuropa, zum „Ruhrgebiet des Mittelalters". Für 1475 sind in der Oberpfalz über 200 Eisenhämmer nachweisbar.

Unter dem Hammer wurden die geschmolzenen Eisenbrocken zerschlagen, „durchgeknetet" und so von Verunreinigungen befreit. Man schmiedete sie zu ein bis zwei Meter langen Schienen, daher auch die alte Bezeichnung „Schienhammer". In dieser Form kamen sie dann zur Weiterverarbeitung in den Handel. Durch Zerstörungen im 30jährigen Krieg und vor allem durch die aufkommende ausländische Konkurrenz mi modernen Techniken der Eisengewinnung ging im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts die Eisenproduktion in der Oberpfalz immer mehr zurück. Von den einst über 200 oberpfälzischen Eisenhämmern überlebten nur wenige, darunter auch der Seebarnhammer, der schon 1487 erwähnt wird. Der Seebarnhammer wechselte häufig den Besitzer und geriet zwischendurch in Schwierigkeiten. 

Nach 1800 musste auch im Seebarnhammer die Eisenherstellung endgültig aufgegeben werden. Der Betrieb wurde auf Weiterverarbeitung umgestellt, der Schienhammer zur Hammerschmiede umfunktioniert. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts war er in Besitz der Familie Vogl, die daneben auch eine Landwirtschaft betrieb.Man schmiedete nun Werkzeuge und Geräte für die Handwerker und Bauern der Umgebung: Beile, Schaufeln, Pflugschare, Sensen und vieles mehr. 1960 war auch damit unwiderruflich Schluss. Das Schmieden von Hand war unrentabel geworden. An seinem neuen Standort im Oberpfälzer Handwerksmuseum Rötz-Hillstett wird der Seebarnhammer gelegentlich für Vorführungen in Betrieb genommen. Das Museum ist bis September, freitags, samstags, sonn- und feiertags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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