Die Wehrlosigkeit des Kindes entwaffnet uns – zart, schwach, arm und ohne Worte!

Die Wehrlosigkeit des Kindes entwaffnet uns – zart, schwach, arm und ohne Worte!

2 Minuten Lesezeit (361 Worte)

Die Klarheit der Botschaft – heute ist Gott in einem Kind Mensch geworden – und die Wärme des Gefühls – Gott spricht auch unser Herz an – machen Weihnachten aus: Das ist die Stimmung, in der Bischof, Weihbischöfe, die Mitglieder des Domkapitels und die vielen Gläubigen das Hochfest der Geburt Jesu Christi am Donnerstagvormittag im Regensburger Dom gefeiert haben.

Der mystische Halbdämmer in der Kathedrale war schöner Abglanz der heiligen Nacht selbst. Gleichzeit drückten die wesentlichen Messtexte auf Latein die Verbundenheit mit Papst Franziskus in Rom und mit der ganzen Weltkirche aus. Die Domspatzen formten die unbegreifliche und doch so einfach-eingängige Botschaft zu Weihnachten in schönste Töne und Harmonien, die auf ihre Art die Herzen berührten. Vor allem aber entzündeten die Domspatzen gleich neben Kreuz und Altar die Kerzen des Weihnachtsbaumes, an dem Äpfel und Strohsterne hängen. Das sind die Äpfel und die Strohsterne, die an den Sündenfall wie auch an die Erlösung durch die Menschwerdung Jesu Christi im Stroh erinnern.

Die Weihnachtsbotschaft in behutsame Worte fasste Bischof Voderholzer in seiner Predigt: Wehrlos, bedürftig und arm spreche das göttliche Wort im unmündigen Kind zu uns Menschen, das Wort Gottes zunächst noch ohne Wort – das sei das Paradox, das Widersprüchliche oder doch widersprüchlich Scheinende an Weihnachten. Nicht stumm sei das Kind, allerdings spreche es „non-verbal“: Demnach gelte es, dass wir alle Munition beiseite lassen und uns auf die entwaffnende Wehrlosigkeit des Christuskindes einlassen. Seine Hilfsbedürftigkeit schicke uns in die Schule der Aufmerksamkeit. Für das Zarte und Schwache sollten wir sensibilisiert sein.

Außerdem kommt somit Gott in die Armut des „Fleisches“ – also in das Fleisch, das endlich und sterblich ist. Gemäß dem großen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar sei das Tiefste am Christentum diese „Liebe Gottes zu Seiner Erde“, erinnerte der Bischof, verwies aber gleichzeitig darauf, dass die Armut bereits den in der Krippe nackt hingestreckten göttlichen Knaben mit dem ebenso nackt am Kreuz hingestreckten Jesus Christus verbindet.

Die Liebe zu Jesus Christus sollten wir im Wort bekennen. Dazu forderte Bischof Voderholzer abschließend auf – und mehr noch: bekennen in der liebenden Tat, so wie sein besonderer Ausdruck als auf die Welt gekommenes Kind und Wort Gottes ebenfalls ist: nonverbal.


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