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Drogenbeauftragte der Bundesregierung besucht den Zoll

Drogenbeauftragte der Bundesregierung besucht den Zoll

3 Minuten Lesezeit (559 Worte)

Am Dienstag, 19. Juli 2016, besuchte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, in Begleitung des Präsidenten der Generalzolldirektion, Uwe Schröder, sowie der Bundestagsabgeordneten Dr. Astrid Freudenstein und der Leiterin des Hauptzollamts Regensburg, Regierungsdirektorin Margit Brandl, die Zoll-Dienststelle in Wernberg-Köblitz.

„Ich möchte mich persönlich vor Ort über den Rauschgiftschmuggel an der deutsch-tschechischen Grenze informieren. Besonders interessiert mich die Situation im Hinblick auf Crystal Meth. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, mir einen Überblick über die Arbeit der Zöllnerinnen und Zöllner in der Praxis zu verschaffen, die tagtäglich mit dem Drogenschmuggel konfrontiert werden“, so Frau Mortler.

Die Drogenbeauftragte erhielt zunächst Einblicke in die vielseitigen Aufgaben des Zolls mit seinem Schwerpunkt der Bekämpfung des Drogenschmuggels entlang der deutsch-tschechischen Grenze. Aktuelle Informationen zur regionalen und bundesweiten Gesamtlage steuerten das Hauptzollamt Regensburg und das Zollfahndungsamt München bei. Im vergangenen Jahr hat der Zoll bundesweit nahezu 17 Tonnen Heroin, Kokain, Haschisch oder (Met)Amphetamin sowie weiteren Drogen beschlagnahmt.

Crystal Meth weiter besorgniserregend


Die Zunahme bei Produktion und Vertrieb von Crystal auf tschechischer Seite, das auf unterschiedlichen Wegen nach Deutschland und in andere europäische Staaten geschmuggelt wird, ist weiter sehr besorgniserregend. Der Zoll hält mit einem hohen Kontrolldruck dagegen – durch eine praxisnahe Risikoanalyse nd mit gezielten Kontrollen und Ermittlungen im engen Schulterschluss mit den Polizeien der Länder, der Bundespolizei und den tschechischen Behörden.

Die mobilen Einsatzkräfte des Hauptzollamts auf den Straßen werden seit 2013 auch von eigens hierfür geschaffenen Sonderkommissionen der Zollfahndung unterstützt. Allein die Kontrolleinheiten Verkehrswege des HZA Regensburg (KEVen) konnten im vergangenen Jahr knapp 3 kg allein an Crystal Meth beschlagnahmen; bundesweit waren es 21 kg. Aber auch bei der nicht weniger wichtigen Präventionsarbeit, z. B. durch Aufklärung an Schulen oder sonstigen Einrichtungen, sind mit der Materie besonders vertraute Zollbeamte im Einsatz.

Kontrolle in der Praxis

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung konnte sich anschließend ein genaueres Bild von der täglichen Arbeit der KEVen machen. Von der Fahrt in einem Einsatzfahrzeug bis zur realistischen Kontrolle von Fahrzeugen und Personen unter Einsatz von Zoll-Diensthunden zeigte sich Frau Mortler ebenso beeindruckt wie von der teilmobilen Röntgenanlage in Wernberg-Köblitz. Damit kann der Zoll komplette Lkw-Ladungen auf unzulässige Zuladungen überprüfen, ohne hierfür die Fracht entladen zu müssen.

„Die illegale Einfuhr und der Missbrauch von Drogen stellen weiterhin eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Eine besondere Gefahr ist Crystal Meth. Um diese Gefahr wirksam bekämpfen zu können, brauchen wir auch in Zukunft neben der Präventionsarbeit die behördenübergreifende und grenzüberschreitende enge Zusammenarbeit. Drogenmissbrauch ist kein regional oder national eingrenzbares Problem. Ich möchte mich bei den Zöllnerinnen und Zöllnern hier vor Ort bedanken, dass sie durch ihr  Engagement Tag für Tag mit dazu beitragen, den Rauschgiftschmuggel entlang der deutsch-tschechischen Grenze zu bekämpfen“, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung zum Ende ihres Besuchs.

Rauschgiftschmuggel kennt keine Grenzen

Der Präsident der Generalzolldirektion Uwe Schröder dankte Frau Mortler für ihr Interesse an dieser wichtigen Aufgabe des Zolls. Der Zoll wird sich weiter mit vollem Einsatz der Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger widmen.

Uwe Schröder dazu: „Dass sich unsere Kontrollen nicht nur auf die Verhinderung von Crystalschmuggel aus Tschechien beschränken, zeigt das jüngste Beispiel des bislang bundesweit größten Aufgriffs von 250 kg an Ecstacy-Tabletten hier in der Region eindrucksvoll. Ein weiterer Beweis dafür, dass die menschenverachtende Praxis der Rauschgiftkriminalität, vor allem in seiner organisierten Form, keine Landesgrenzen kennt. Aber es ist zugleich auch ein Beispiel dafür, dass unsere Zöllnerinnen und Zöllner immer verlässlich auf ihrem Posten sind.“

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