Ehrenabend für einen verdienten Kommandanten

Ehrenabend für einen verdienten Kommandanten

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Die Feuerwehr Neuhaus ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Wolfgang Obermeier. Seit 1986 fungierte er als erster Kommandant. Beim Ehrenabend wurde deutlich, dass er seine Pflicht weit über sein Amt hinaus erfüllte. Er sorgte dafür, dass die gesamte Dorfbevölkerung in die Wehr miteingebunden ist. Für sein herausragendes Engagement zollten ihm daher nicht nur die Feuerwehrkameraden höchsten Respekt und Dank.

Karl Obermeier, Vorsitzender der FFW Neuhaus, freute sich über ein volles Haus, anlässlich der offiziellen Verabschiedung von Wolfgang Obermeier, der nicht mehr für das Amt des ersten Kommandanten zur Verfügung stand. „Für die geleistete Arbeit und das große Engagement gegenüber dem Verein, der ganzen Bevölkerung und der Dorfgemeinschaft schlage ich vor, Herrn Walter Obermeier zum Ehrenkommandanten zu ernennen“, brachte es der Vorsitzende auf den Punkt, der nach einstimmigem Votum die Ehrenurkunde an Wolfgang Obermeier überreichte.

30 Jahre lang Kommandant, 24 Jahre davon hatte Josef Raith mit ihm als zweiter Kommandant an seiner Seite mit Dienst geleistet. In seiner Laudatio erinnerte er an die wichtigsten Stationen während dieser Zeit. Wolfgang Obermeier hatte von 1975 bis 1991 alle Leistungsstufen erfolgreich durchlaufen. Bereits 1981 hatte er den Gruppenführer-Lehrgang durchlaufen. Noch im gleichen Jahr, als er 1986 zum ersten Kommandanten ernannt wurde, absolvierte er den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“. Seitdem hatte er viele Veränderungen und Aufgaben bewältigt. Raith erinnerte an die großen Brandeinsätze und das Jahrhunderthochwasser 2002 in Nittenau. Schwerstarbeit sei der Einsatz in Entermainsbach gewesen. 1987 begleitete er den Aufbau der Damenlöschgruppe. In Sachen Weiterbildung ging Wolfgang Obermeier mit gutem Beispiel voran, durchlief einen Lehrgang zum Ausbilder für Leistungsabzeichen. 1998 schließlich sei er zum Oberlöschmeister befördert worden. In den Jahren 1993/94 erfolgte der Neubau des Gerätehauses, das künftig als „Neuhauser Modell“ viele Nachahmer gefunden habe. Nachdem 1995 das THL 1 angeschafft wurde, erhielt die Wehr 1999 das neue TS 8/8 und 2014 das neue Tragkraftspritzenfahrzeug, erinnerte Raith.

Obermeier hatte sich den neuen Herausforderungen gestellt, sei es beim Feuerwehrführerschein oder beim Einsatz der Digital-Funkgeräte. Interne Beschaffungen komplettierten die Ausstattung, wie ein Notstromaggregat, ein Nasssauger, eine Motorsäge. Doch auch an gesellschaftlichen Ereignissen war Wolfgang Obermeier maßgeblich beteiligt, so beim Ausrichten des Florianstags 1997, bei der jährlichen Maibaumfeier, beim Kameradschaftsabend, bei der Winterwanderung. Beim 75-jährigen Gründungsfest im Jahr 2005 fungierte er als zweiter Festleiter. Im Jahr 2000 sei die alte Kapelle abgerissen worden. Beim Neubau war er Bauleiter. 2001 sei die Kapelle schließlich eingeweiht worden. Unzählige Übungen, Unterrichte und Sicherheitswachen pflasterten den Weg des nun ehemaligen Kommandanten, der sich auch für die Jugendarbeit, die Feuerwehr-Grundausbildung und Truppmann Teil 1 stark gemacht habe, betonte Raith.

Ehrungen blieben nicht aus: So erhielt Wolfgang Obermeier die Ehrenzeichen für 25-jährigen aktiven Dienst im Jahr 1999, für 40-jährigen aktiven Dienst im Jahr 2012. Für hervorragende Leistungen um das Feuerwehrlöschwesen erhielt er 2006 das Ehrenkreuz in Silber und im März 2016 das Ehrenkreuz in Gold. Barbara Stamm überreichte ihm 2013 die Urkunde im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung wegen seiner außergewöhnlichen Leistungen im Hochwassereinsatz. „30 Jahre Kommandant, das bedeutet, fünf Mal in Folge gewählt worden zu sein“, schloss Josef Raith seine Ausführungen. Vorsitzender Karl Obermeier dankte auch der Ehefrau von Wolfgang Obermeier, Evi Obermeier, dafür, dass sie ihrem Gatten stets den Rücken freigehalten habe, mit einem Blumenstrauß. Wolfgang Obermeier freute sich sichtlich über ein Relief, das das Feuerwehrgerätehaus und die beiden Feuerwehrfahrzeuge zeigte.

Kommandant Franz-Josef Kugler betonte, dass die Ära Wolfgang Obermeier, „fast ein Drittel unserer Vereinsgeschichte“ ausmache. Es sei eine Herausforderung, in so große Fußstapfen zu treten. Er dankte für die geleistete Arbeit. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und zollten Respekt mit langanhaltendem Applaus.

Bürgermeister Karl Bley sagte, dass Walter Obermeier tief in seiner Wehr verwurzelt sei. Im Namen der Stadt und persönlich gratulierte er zur Ehrung und beleuchtete ebenfalls die Stationen seiner Amtszeit und der Verantwortung, der er sich gestellt habe. „Seine Art und Persönlichkeit, damit habe er sich großen Respekt erworben“, so Bley, der für die lange Zeit dankte. Ein Wermutstropfen aber bleibe. Bei der letzten Wahl habe sich kein zweiter Kommandant gefunden. Er hoffe, so Bley, dass sich hier jemand engagiere. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte er eine Glas-Stele mit dem Heiligen Florian.

„Mir fehlen momentan ein wenig die Worte“, freute sich Walter Obermeier. „Ein Kommandant ist nur so gut wie seine Mannschaft. Ein Kommandant muss nur immer einen Schritt vorausgehen.“ Er dankte Willi Sturm, der 18 Jahre lang Vorsitzender gewesen sei, sowie allen, die ihn in seiner Amtszeit begleitet und unterstützt haben. „Es ist nicht alles alleine mein Verdienst.“ Vor 24 Jahren sei man vor der gleichen Situation gestanden. Es habe keinen zweiten Kommandanten gegeben. Es seien die älteren Honoratioren gewesen, die damals ein Machtwort gesprochen haben. „Dann hat der Raith Sepp sich nicht mehr getraut nein zu sagen.“ Es sei nicht immer einfach gewesen, ihm sei es aber stets ein Anliegen gewesen, den Verein nach vorne zu bringen. Sein Dank galt allen für ihre Unterstützung, seinem Bruder Karl, der Vorstandschaft und nicht zuletzt seiner Familie.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden kürzlich Johann Hochmuth und Josef Fuchs zu Ehrenmitglieder ernannt, erwähnte Vorsitzender Karl Obermeier am Rande.

 

 

 

 

 

 

 


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