Ein Gottesdienst für Trauernde

Bereits zum sechsten Mal haben die Oberviechtacher Hospizbegleiterinnen von der Hospiziniative der Caritas für den Landkreis Schwandorf in Zusammenarbeit mit der Caritas-Sozialstation Oberviechtach zum Gottesdienst für Trauernde eingeladen.

Viele Menschen, die einen lieben Verstorbenen zu betrauern haben, sind dazu erschienen. Dekan Alfons Kaufmann zelebrierte einfühlsam den von den Hospizbegleiterinnen gestalteten Gottesdienst, begleitet von Paulinus Lesser an der Orgel.

 Das Lied aus der Schubert-Messe „Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?“ gab schon zu Beginn das Thema an.

Nach dem Eingangsgebet las Rita Reiter in der Besinnung von dem Tag der grauenvollen Wende, an dem es DICH nicht mehr gab, von dem Tag voll Schmerz und Trauer an der Friedhofsmauer, aber auch von dem Tag der Hoffnung und des Wiedersehens. Diese widersprüchlichen Gefühle wurden unterstrichen von dem anschließenden Lied von Gabalier: „Amoi seg´ ma uns wieder“.

Die Lesung aus dem Buch der Psalmen, vorgetragen von Waltraud Schmid, gab dem Schmerz der Trauernden Ausdruck: „ Herr, du Gott meines Heils, zu dir schreie ich Tag und Nacht …“. Im Evangelium versprach Jesus, er gehe hin, uns himmlische Wohnungen zu bereiten. Pfarrer Alfons Kaufmann erzählte in seiner Predigt von dem kleinen Jungen, der endlich freudestrahlend sein lang ersehntes Leiterwägelchen geschenkt bekommen hatte, aber dann in Tränen ausbrach, weil er befürchtete, dass es bald wieder kaputt sein würde. An diesem Beispiel leitete der Priester auf die Endlichkeit unseres Daseins über und nahm Bezug zum Evangelium.

In den sieben Fürbitten baten Hospizlerinnen Gott um Hilfe sowohl für die Verstorbenen als auch für die in tiefstem Leid Zurückgebliebenen und für alle, die im sich im Kampf gegen Krankheit an Leib und Seele befinden. Nach den Fürbitten bat Pfarrer Kaufmann die Gottesdienstbesucher nach vorne, damit jeder für seinen lieben Verstorbenen eine Opferkerze anzünden und in die mit Sand gefüllte Schale stecken könne. In einem Körbchen lagen mit Mut-Sprüchen beschriftete Steine zum Mitnehmen bereit. Währenddessen wurden im Wechsel Bibeltexte gesprochen und das Lied: „Meine Hoffnung und meine Stärke“ gesungen.

Die Gabenbereitung erfolgte dann in aller Stille. Während der Kommunion baten die Gläubigen in Taizé-Weise singend Gott um Hilfe mit: „Heile mich in der Tiefe meines Herzens!“

Nach den Schlussworten von Pfarrer Kaufmann und anschließendem Segen beendete Bonhöfers Lied „ Von guten Mächten treu und still geborgen“ den bewegenden Gottesdienst.