Ensdorf: Weihegottesdienst nach Kirchenrenovierung

Ensdorf: Weihegottesdienst nach Kirchenrenovierung

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Ensdorf. Nach vier Jahren einer aufwändigen Innenrenovierung weiht Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag, dem 8. Oktober, am Tag des 300-jährigen Weihejubiläums der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere, um 10 Uhr bei einem Festgottesdienst den neuen Altar.

Der Weihegottesdienst, dem sich ein Stehempfang im Wittelsbachersaal anschließt, wird von der Blaskapelle Ensdorf musikalisch gestaltet. Auf eine wechselvolle Geschichte kann die heutige Pfarrkirche zurückblicken. Bereits 1123 wurde hier die erste aus Holz gebaute Kirche mit kleinem Kloster durch Bischof Otto von Bamberg eingeweiht.1180 erhielt die zweite Klosterkirche, ein Steinbau, die kirchliche Weihe, welche 1507 einem Brand zum Opfer fiel.

Nach Reformation, schweren Heimsuchungen wie dem 30-jährigen Krieg und territorialer Neuordnung wurde seit dem Jahr 1669 die Restauration aller ehemaligen Klöster in der Oberpfalz durchgeführt. Die heutige Pfarrkirche St. Jakobus der Älteren hatte ihren Baubeginn im Jahre 1694 zeitgleich mit dem mittelalterlichen Kloster, das stark brandgeschädigt mitsamt Kirche abgebrochen wurde. Durch Stockungen während des spanischen Erbfolgekriegs zog sich der Kirchenbau in die Länge, die barocke Kirche wurde am 8. Oktober 1717 geweiht.

Der 1686 in Benediktbeuren geborene Cosmas Damian Asam, auch sein Vater Hans Georg und sein Bruder Egid Quirin sollen in der Ensdorfer Jakobskirche mitgewirkt haben, schuf die Deckenfresken, die dem Kirchenpatron gewidmet sind. Neben vielen Bau- und Renovierungsarbeiten in der Vergangenheit sind im Besonderen die Feuersbrunst in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1940 zu erwähnen, der große Teile des Klosters und den Dachstuhl der Kirche zerstörte. Weiter die große Innensanierung des Kirchenraums 1963 – 1964 und die Orgelsanierung 2009.

Nach einer Bestandsaufnahme im Auftrag des bischöflichen Baudirektors 2009, bei der die Kirche als renovierungsbedürftig eingeschätzt wurde, wurde Architektin Carola Setz aus Regensburg mit der Aufgabe der Innenrenovierung der Pfarrkirche betraut. Befundungen und Begutachtungen wurden durchgeführt, dem Holzwurm mit einer Begasung zu Leibe gerückt. 2014 wurde mit der Renovierung des bauzeitlichen Fußbodens in der Kirche begonnen auch die originale barocke Steintreppe zum Hochaltar freigelegt. 2015 wurde das riesige Innengerüst aufgebaut. Die Arbeiten an der Raumschale, an den Decken und Wänden, begannen.

Im Jahr 2017 wurden die Arbeiten an den Fresken und Gemälden fertiggestellt, das Gerüst abgebaut und weiter an den Holzeinrichtungen gearbeitet sowie die Arbeiten am Sockel der Raumschale angeschlossen. Im Gegensatz zur Renovierung der 1960er Jahre wurde auch der Altarraum mit Zelebrationsaltar, Ambo, Kredenz und Sedilien nach dem Entwurf von Josef Stailstorfer neugestaltet. Durch die zugesagten Mittel der Diözeses Regensburg, des Bayerischen Kultusministeriums, der Bayerischen Landesstiftung, Mitteln des Bundes aus dem Denkmalschutzprogramm IV und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz blieben von den Kosten von 3,1 Millionen Euro für die Pfarrgemeinde rund 300.000 Euro zu bezahlen.

Dies aber zeigte sich wieder einmal, so Pfarrer Pater Hermann Sturm, „die große Verbundenheit der Ensdorfer mit ihrer Pfarrkirche. Durch viele Spenden von Firmen, Vereinen, Verbänden und Privatleuten sowie den vielen Helfern, die eine Menge Arbeitsstunden erbrachten, konnte der große Betrag deutlich gemindert werden“.

Zum 300-jährigen Weihejubiläum der Ensdorfer Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere wurde auch eine 96-seitige Broschüre erstellt. Für den Text und Gestaltung der mit zahlreichen Farbbilden ausgestatteten Schrift über die Geschichte der Kirche, die Renovierungsarbeiten seit 2014 und das Leben des Kirchenpatrons zeichnet Martin Sollfrank verantwortlich. Die Broschüre kann zum Preis von fünf Euro im Pfarrbüro erworben werden.


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