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EQUAL PAY DAY

EQUAL PAY DAY

2 Minuten Lesezeit (434 Worte)

Schwandorf. Geringe Bezahlung, niedrige Eingruppierung, wenig Aufstiegsmöglichkeiten – für viele berufstätige Frauen in Deutschland ist das leider noch immer die Realität. Einen wichtigen Beitrag zum Umdenken leistet der alljährliche „Equal Pay Day“, der in diesem Jahr wieder am 18. März begangen wird.

Er markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen, der in Deutschland derzeit bei 21 Prozent liegt. Das bedeutet, Frauen müssen nach Ablauf des Jahres zusätzlich bis zum 18. März arbeiten, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu verdienen. Damit arbeiten Frauen statistisch gesehen immer noch 77 Tage umsonst und Deutschland bleibt unter den Schlusslichtern in Europa. Die Lohnlücke hat sich in den letzten Jahren kaum geändert. Die Zahlen wirken wie in Stein gemeißelt.

Um einen Aspekt der Lohnlücke schließen zu können, ist im Juli 2017 das "Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Männern und Frauen" (Entgelttransparenzgesetz) in Kraft getreten.

"Transparenz gewinnt" ist darum das Motto des Equal Pay Day 2018.

Das Gesetz untermauert das Verbot der Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Frauen haben nun in Betrieben ab einer Größe von 200 MitarbeiterInnen das Recht, zu erfahren, welche Kriterien ihrem Entgelt zugrunde liegen und für andere Tätigkeiten gelten, die sie für gleich oder gleichwertig erachten.

Das Entgelttransparenzgesetz ist aber nur der Einstieg zu mehr Lohngerechtigkeit, da zum einen ein Großteil aller angestellten Frauen in Betrieben mit weniger als 200 Mitarbeitenden arbeitet und natürlich allein das Wissen um eine schlechtere Bezahlung von Frauen in einem Betrieb noch keine Lösung ist. Deshalb ist ein allgemeines Entgeltgleichheitsgesetz, das alle Betriebe verpflichtet, fair zu bezahlen, erforderlich.

Diesen beachtlichen Lohnunterschied nehmen die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf, Dorothea Seitz-Dobler und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster, zum Anlass, auf den „Equal Pay Day“ hinzuweisen.

In Sachen Entgeltungleichheit sind es viele verschiedene Punkte, die sich als besonders prägend herausstellen. Dorothea Seitz-Dobler verweist darauf, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer unterbrechen oder reduzieren.„Auch dass viele Frauen in sog. Minijobs arbeiten, in denen keine oder nur sehr geringe eigenständige Ansprüche in der Kranken-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung erworben werden, verschärft die Problematik.

Helga Forster benennt als wesentlichen Grund die traditionell schlechtere Bewertung und der prekären Ausgestaltung von Tätigkeiten und Berufen, die als Frauenberufe gelten oder die überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

Ziel des Aktionstags ist es, die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und zu sensibilisieren. Die Lohnlücke von 21 Prozent zu schließen, ist ein langer Weg, der nur gemeinsam beschritten werden kann. Frauen und Männer, Unternehmen, Politik und Sozialpartner müssen gemeinsam die Ursachen angehen.

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