Erste Pilze in unseren Wäldern

Der Klimawandel mit seiner teilweisen Trockenheit ist auch für leidenschaftliche Schwammerlsucher ein Problem. Der 72-jährige Rudi Engl aus Tegernheim, der sich ansonsten mit viel Arbeit fit hält, kann es jedes Jahr kaum erwarten bis es los geht.

Meistens um Pfingsten hat er jedes Jahr die ersten Pilze gefunden. Heuer war durch den wenigen Schnee im Winter weniger Feuchtigkeit wie bisher im Waldboden, jedoch Regenfälle und Wärme in den letzten Wochen brachten Hoffnung auf Wachstum der ersten Pilze. Der erste Versuch wurde am 05. Juni unternommen und wurde bereits nach einer Stunde wieder abgebrochen wegen Erfolgslosigkeit. Vereinzelt wuchsen zwar Pilze, aber nicht die, die man als essbar kennt. Pfingsten war auch heuer viel früher, so war die Enttäuschung nicht so groß.

Der zweite Versuch wurde eine Woche später gestartet am 12. Juni, denn Aufgeben ist sowieso nicht die Stärke von Rudi Engl. Zudem wuchs im eigenen Garten bereits ein Champion. Die Wälder um Altenthann sind seit vielen Jahren sein bevorzugtes Revier, schon die Fahrt dahin, ist für den Naturliebhaber angenehm. Jetzt sind die Parkplätze am Waldrand noch nicht belegt, kaum Jemand will ja eventuell umsonst bergauf und bergab gehen und ohne Erfolg nach Hause kommen. Aber in der Ruhe liegt die Kraft, die Stimmung genießen, den Tieren des Waldes zuhören, oder dem Plätschern des Otterbaches Gehör schenken. Nach zirka zehn Minuten der erste Erfolg, ein schöner Maronenpilz im Moos begrüßte mich, umgeben von einer ganzen Familie frischer jungen Maronen. Jetzt wurde natürlich gezielt weiter gesucht und siehe da, weitere Maronenröhrlinge, Rotfußröhrlinge und Perlpilze waren frisch bereit in meinen Korb zu kommen.

Mit dem Handy informierte ich meine Frau, das geplante Mittagessen nicht zu kochen, denn ich  bringe genügend Schwammerl mit. Schon fast am Ende meines Rundweges stand plötzlich am Waldwegrand ein prächtiger Steinpilz. Da kam Freude auf, kerngesund und Schneckenfrei. Für heute genug, die Mittagszeit näherte sich und das Ergebnis nach eineinhalb Stunden war zufriedenstellend. Bei der Heimfahrt lockten zwar die herrlichen blauen Kornblumen am Rande der Felder für einen schönen Feldblumenstrauß, aber die Vorfreude auf die Schwammerl war zu groß. Für Rudi Engl endet meistens die Schwammerlsaison um Allerheiligen, oder wenn spät erst Frost kommt am ersten Advent. Für ihn ist es absolut Naherholung.