Demonstration-Foto-by-Michael-Grauschop_20210712-114602_1 Demonstration Bild: © Michael Grauschopf

Fahrradprotest "Freie Fahrt für Bus und Bahn" der SFCJ Regensburg

3 Minuten Lesezeit (525 Worte)

Regensburg. Im Rahmen des dezentralen ÖPNV-Aktionswochenendes haben wir zusammen mit Aktivist*innen aus mehreren Städten des Landes von den Students for Climate Justice (kurz SFCJ) gestern um 15 Uhr eine Fahrraddemo unter dem Motto "Freie Fahrt für Bus & Bahn" veranstaltet.

Für die Aktion wählten wir eine Strecke in Form eines Bogens um die Altstadt, auf der wir mit unserem Fahrradkorso - getreu dem Motto der Veranstaltung - die allgemeinen Fahrbahnen nutzten während wir die Busspuren frei hielten, und mit Reden am Bismarckplatz, Donaumarkt und bei den Arcaden die Rollen der Mobilität, des ÖPNV und der Autolobby in unserer Gesellschaft aus einer Sozial- und Klima-Perspektive thematisierten.

Kernthema der Aktion war dabei die Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV, einem Stopp der Privatisierungen und einem Ausbau der Netze, da die aktuell teils sehr hohen Preise (302 € für das komplette RVV-Monatsticket im Normaltarif, ein Preis der für manche schon direkt in einer Liga mit der Miete spielt) nicht - wie oft als Gegenargument angeführt - die Mobilität unattraktiver, sondern lediglich für einkommensschwächere Menschen unzugänglich machen, was vor allem in unserer aktuellen gesellschaftlichen Situation, in der 39 % der Menschen (oft aus finanziellen Gründen) zur Arbeit pendeln müssen aus sozialer Sicht eine massive Ungerechtigkeit darstellt, und den Personenverkehr lediglich auf für die Umwelt deutlich schädlichere private PKWs umlagert.

Aber nicht nur die Ticketpreise und mangelhafte Infrastruktur, auch die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind mehr als nur kritikwürdig - so ist die Lage der Arbeiter:innen dort trotz der stetigen Kosteneinsparungen und Fahrpreiserhöhungen so schlecht, dass dort tausende Stellen unbesetzt sind, die Beschäftigten mit zu niedrigen Löhnen, kurzen Pausen und unplanbaren Arbeitszeiten zu kämpfen haben während parallel immer mehr Infrastruktur privatisiert und Regionalbahnhöfe und tausende Kilometer an Gleisen stillgelegt werden.

All das während die Automobilindustrie eine Milliardenspritze nach der anderen bekommt und sämtliche Schritte in Richtung der dringendst benötigten Verkehrswende massiven, durch jahrzehntelange Propaganda der Automobilindustrie angeheizten politischen und gesellschaftlichen
Gegenwind erfahren.

Und damit kommen wir zur Internationalen Automobilausstellung - kurz IAA - die im September in München stattfinden wird und auch den Auslöser dieser dezentralen Aktionstage stellt.

Alleine, dass es 2021 noch eine Veranstaltung wie diese gibt stellt für uns eine Schande dar.

Die Automobilindustrie hat über die letzten Jahrzehnte mehr als oft genug bewiesen, dass ihr Umwelt und Klimawandel egal sind, und mit Fällen wie dem Abgasskandal klar demonstriert, dass sie die Verbraucher*innen lieber bis zum Schluss belügen als Verantwortung zu übernehmen.

Eine Tendenz die sich auch in diesem Fall zeigt, denn anstatt alternative, zukunfts-geeignetere Mobilitätskonzepte zu behandeln klammert sie sich im Rahmen der Messe an das überholte Konzept des motorisierten Individualverkehrs und versucht mit Greenwashing-Kampagnen unter anderem E-Autos, welche in ihrer Herstellung aufgrund der benötigten seltenen Erden und Metalle die oftmals auf die umweltschädlichst-möglichen Arten gefördert werden, auch eine große Belastung für Umwelt und Menschen darstellen als Lösung aller Probleme zu verkaufen um möglichst geringe Gewinneinbußen davonzutragen.

Eine Industrie, die systematischen Betrug und Ausbeutung an Mensch und Umwelt betreibt und ihre Kapitalinteressen über das Gemeinwohl stellt wird sicher nicht die dringend notwendige Mobilitätswende einleiten - deshalb können und dürfen wir ihr diese auch nicht anvertrauen.

Denn eins ist sicher: wir brauchen eine Verkehrswende. Radikal, solidarisch und vor allem: jetzt. 

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