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Faszination Erde: Ton und Farben

Faszination Erde: Ton und Farben

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Ton, ein wichtiger Rohstoff  der Region wird im Werk Buchtal der Deutschen Steinzeug AG zu edlen Keramik-Produkten gebrannt. Die Besichtigung der Produktionsanlagen stand im Mittelpunkt der jüngsten Exkursion der Akademie für den Natur- und Kulturraum Ostbayern-Böhmen. Der Farb-Erde-Abbau im Raum Sulzbach-Rosenberg war ein weiterer Höhepunkt. In Neutras (Gemeinde Etzelwang) wurde ein Geländeabriss, bei dem farbige Erdschichten zu Tage treten, besichtigt.

 

Zum Jahresthema „Erde“ hatte Akademie-Organisationsleiter Hans Fischer ein echtes Highlight ausgesucht, das sich einer großen Nachfrage erfreute. Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Josef Schönhammer fand sich eine stattliche Besuchergruppe zu einer Werkführung bei AGROB Buchtal ein, wo sie von Werkleiter Josef Messmann und Werner Ziegelmeier, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, begrüßt wurden. Buchtal-Fliesen sind nicht nur im Landkreis Schwandorf ein Begriff, sie sind auch international sehr gefragt. Die Geschichte des Global Players reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. „Jeden Tag werden rund 350 Tonnen Ton verarbeitet, der aus der Region kommt“ betonte Firmenchef Messmann. Vom kleinsten Riemchen (52 x 240 mm) über den Klassiker KerAion (60 x 60 cm) bis zur 50 x 180 cm Fassadenplatte reicht das Angebot.

„Fliese ist nicht gleich Fliese und wir haben für jeden Zweck die beste ­­­Lösung“, unterstreicht Werner Ziegelmeier. In einer Präsentation informierte er über die Firmen- und Werksgeschichte sowie die aktuelle Produktion und Marktstellung. Außerdem zeigte er Beispiele für die Fertigung von Wohn-, und Architekturkeramik sowie Fassadensysteme. „Auf der ganzen Welt gibt es Objekte, die von Buchtal kommen. Rund 500 Mitarbeiter stellen nicht Masse sondern Klasse her. Über 18 000 verschiedene Artikel werden produziert und in über 80 Länder auf allen Kontinenten verkauft“, berichtete Ziegelmeier. Auf einem Rundgang durch den Schaupavillon konnte sich die Besuchergruppe von der Fliesenvielfalt überzeugen, bevor man in der Produktionshalle die verschiedenen Arbeitsschritte vom Rohmaterial bis zur gebrannten und glasierten Fliese mitverfolgen konnte.

Anschließend fuhren die Exkursionsteilnehmer ins Amberg-Sulzbacher Land, wo einst das Zentrum des Farberde-Abbaus war. Ocker, einst das Gold der Oberpfalz, wurde hier in Handarbeit gefördert. 1859 schlug hier beim Bau der Ostbahn die Geburtsstunde für den Bergbau auf Farberde, betonte Kreisheimatpfleger Dieter Dörner bei einem Vortrag in Neutras. Auch im Bereich Neukirchen Königstein entstanden vor rund 130 Millionen Jahren, im Braunen Jura, diese Farberdeschichten, die in vielen Farbvariationen vorkamen. Goldocker, Eisenocker, Röthelerde, Umbra oder Siena wurden sie genannt. In mühevoller und nicht ungefährlicher Handarbeit wurde einst der Abbau von Farberden und Eisenerz, meist durch Bauern im Nebenerwerb betrieben. In Kübel gefüllt und über eine Haspel wurde die farbige Erde ans Tageslicht befördert. In Farbmühlen wurde das Material zerkleinert, in Absetzbecken geschlämmt und getrocknet. 1971 wurde die einst größte Grube Hans bei Königstein geschlossen. Zwischen 1870 und 1925 herrschte die Blütezeit. Mit den synthetischen Farben begann der Niedergang, so Dörner. Für Albrecht Dürer waren Erdfarben ein Muss. Kunstmaler schätzen die Farben heutzutage wegen ihrer Leucht- und Lichtbeständigkeit. Auch bei der Architektur- und Wohnkeramik sind sie sehr gefragt, wusste Dörner.

Kreisheimatpfleger Walter Schraml führte die Gruppe anschließend zu einem nahe gelegenen Erdaufschluss, der zufällig bei einem Scheunenbau entdeckt wurde. Die Exkursionsteilnehmer erhielten einen Einblick in die Bandbreite der Farbvielfalt und konnten sich auch mit Proben eindecken. Gegenüber vom Bahnhof in Neukirchen erwartete bereits Bürgermeister Winfried Franz die Gäste im ehemaligen Anwesen Johann Rösch, das heute ein kleines Museum beherbergt. Hier wurde die Geschichte des Farberde-Bergbaus mit Arbeitsgeräten und aufschlussreichen Dokumenten präsentiert. Zum Abschluss konnten sich die Besucher noch an einer originalgetreu rekonstruierten Abbaustelle von Ockererde am Ortsrand von Neukirchen einen Eindruck von der beschwerlichen Arbeit machen.

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