Filigranes "Herz der bayerischen Energie"

Filigranes "Herz der bayerischen Energie"

3 Minuten Lesezeit (575 Worte)

Eines von 289 Projekten/Bauvorhaben der Architektouren 2016 steht in Neunburg vorm Wald. Das „Herz der bayerischen Energie“  bekam 2015 durch das Architekturbüro Michael Steidl ein Upgrade durch einen modernen, zeitgemässen und energetischen Anbau. 1987 hat Michael Steidl die damals weltgrößte Solarwasserstoffanlage mit Besucherzentrum entworfen und sich zeitgleich mit diesem Auftrag selbständig gemacht. „Sie müssen sich wegen uns nicht selbständig machen,“ war damals die Aussage von Dr. Richter bei der Vergabe des Auftrages. „Jetzt oder nie, hab ich gesagt und den Schritt gewagt“, so Steidl.

 

Nach dem Bau des Mehrzweckgebäudes der Solarwasserstoffanlage kam die  Solartankstelle hinzu, 20 Jahre später die Netzleitwarte und nun 8 Jahre später dann die Erweiterung. Die Frage, warum sich das Bayernwerk genau hier in Neunburg diesen Standpunkt ausgesucht hat, konnte Architektin Barbara Steidl sofort beantworten: „Theoretisch könnte das Gebäude überall stehen, aber hier gibt es die meissten Sonnenstunden und somit ist es hier am ertragreichsten!“

Die Bedingungen für den Anbau waren klar definiert: Er muss ein direkt an das Gebäude angeschlossener erdgeschossiger Anbau sein, es werden nachhaltige Baustoffe empfohlen und es ist eine sehr kurze Bauzeit einzuhalten. Die tatsächliche Bauzeit vom 01.07. - 31.11. kann allerdings wirklich als sehr kurz bewertet werden. Der Anbau wurde in Holzständerbauweise errichtet, wärmegedämmt, und mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. Durch die freigespannte Decke ist es jederzeit möglich, An- und Umbauten durchzuführen. Der „Klimaboden“ im Gebäude kann die Zimmerwärme  gut aufnehmen, da der Estrichaufbau nur 3 mm beträgt. Geheizt wird durch das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke, das sozusagen ein Nahwärmenetz darstellt. Aus akustischen Gründen wurde ein Teppichboden der Firma Fabromont verlegt, der pflegeleicht und strapazierfähig ist und aus Kugelgarn besteht. Der Verbindungsbau zwischen bestehendem und neuem Gebäude ist brandgeschützt und stellt einen harmonischen Übergang dar.

„Die Gewinnung des Stroms mit Solarzellen ist unsere Zukunft“, so Michael Steidl, „daher richtet sich der Blick aus den Fenstern direkt auf die Solarzellen – der Blick auf die Zukunft.“ Grund für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes war die räumlichen Kapazitäten zu erweitern um mehr Arbeitsplätze und Besprechungsmöglichkeiten zu schaffen.

Johannes Steidl (Stadtplaner) und Barbara Steidl (Architektin) erläuterten zugleich die einzelnen Bauschritte und Materialien. Die Küche des Anbaus fügt sich farblich abgestimmt  ein, und deutlich sichtbar ist für jeden das Zusammenspiel der Innen- und Außenarchitektur, mit Farbkonzept und Raumgestaltung. Besonders zu betonen ist auch das ausgeklügelte Konzept mit der flexiblen Trennwand zwischen Küche und Besprechungsraum, die jederzeit auch zur Teilung des Besprechungsraumes verwendet werden kann. So kann kurzerhand „Mehrraum“ geschaffen werden. Auffallend ist die Helligkeit im Gebäude durch die großen Glasfenster und die Innentrennwände aus Glas. Als besonderes Highlight pries Michael Steidl das Gebäude bei Nacht an, „es schaut aus, als ob es schwebt, da verschiedene Spots das Gebäude von unten her beleuchten und es auf Säulen gebettet ist“.

Durch das Gebäude führte Peter Schmitzer vom Bayernwerk und gab zugleich einen kurzen Einblick in die Netzleitstelle des Bayernwerkes. Mitte 2007 war  in Neunburg Beginn, hier wurden 5 Leitstellen zusammengefasst. Diese Netzleitstelle deckt 2/3 der Fläche in Bayern ab. Hier steht Versorgungssicherheit an erster Stelle, so sind die Mitarbeiter hier, 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr da. Sie erfassen den aktuellen Zustand des Mittelspannungsnetzes und veranlassen notwendige Schaltmaßnahmen.

Nach einer kurzen Außenführung und Erläuterungen der Gestaltung der Außenfassade bedankte sich Michael Steidl bei allen Anwesenden für Ihr Interesse. Die im Katalog der Architektouren 2016 ausgewiesene Erläuterung des Gebäudes „Der schlichte Annex in Holzbauweise deckt den durch die Energiewende gewachsenen Raumbedarf“ beschreibt  es schlicht und treffend, wie so manches Objekt des Architekturbüro.


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