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Freie Wähler im Kreis Schwandorf werden 45

Freie Wähler im Kreis Schwandorf werden 45

4 Minuten Lesezeit (848 Worte)

Schwandorf. Der Kreisverband Schwandorf der Freien Wähler feiert heuer sein 45-jähriges Bestehen. Zur Jubiläumsfeier kommt am 12. Juli auch der Bundes- und Landesvorsitzende Hubert Aiwanger nach Schwandorf.


Auslöser für die Gründung des Kreisverbandes der Freien Wähler war die Gebietsreform des Jahres 1972. Damals gestalteten in allen Städten und Gemeinden, auch in den Kreistagen, unabhängige, freie, christliche, überparteiliche, parteilose Wählergruppen ihr kommunales Umfeld mit. Die Gebietsreform stellte alle diese unabhängigen kommunalen Vereinigungen im neuen Großlandkreis Schwandorf vor ein großes Problem, denn kaum einer Gruppierung würde es möglich sein, für den neuen Kreistag alleine 60 Kandidaten aufzustellen.


Der Oberviechtacher Bürgermeister und Kreisrat Georg Neuber zog die Konsequenzen daraus und rief im Dezember 1971 zum Zusammenschluss dieser Wählergruppen und Vereinigungen auf. Am 29. Januar 1972 fand im Gasthof „Schmidt-Bräu“ in Schwandorf eine Versammlung aller Wählergruppen statt, in der beschlossen wurde, einen gemeinsamen Wahlvorschlag aller Freien Wähler auf Kreisebene mit der Bezeichnung „Freie Wählergemeinschaft des Landkreises Schwandorf“ einzureichen.

Auch die erste Kreisvorstandschaft wurde an diesem Abend gewählt. 1.Vorsitzender wurde der 1. Bürgermeister aus Ettmannsdorf, Georg Schambeck, sein Stellvertreter wurde Bürgermeister Max Koch aus Oberköblitz. Organisationsleiter der Schwandorfer Winfried Laumanns, Schiftführer Johann Hartinger und Schatzmeister Johann Merdan, beide aus Scharzenfeld.

Am 8. April 1972 erfolgte die Aufstellung der Gesamtliste der Freien Wählergemeinschaft im Landkreis Schwandorf. An der Spitze der 60 Bewerber stand Dr. Josef Pichl aus Schwandorf.  Die Wahl am 11. Juni 1972 brachte fünf Sitze im Kreistag für die Freie Wählergemeinschaft. Sie entfielen auf Dr. Josef Pichl, Oswald Wilhelm (Bild), Siegfried Steininger, Albert Lotter und Georg Neuber.

Fünf Jahre später, am 22. Oktober 1977 wurde in Regensburg von über 1oo Vertretern freier Wählergruppen aus Bayern, unter starker Beteiligung der FWG Schwandorf, der Landesverband der Freien Wähler gegründet. Bürgermeister Armin Grein aus Marktheidenfeld wurde kommissarisch zum 1. Landesvorsitzenden gewählt.


Die intensive politische Arbeit der Freien Wählergemeinschaft trug alsbald Früchte. 1980 wurde in Schwandorf der Bezirksverband Oberpfalz der Freien Wähler gegründet; Vorsitzender wurde Friedrich Wolf aus Pösing. Auf kommunaler Ebene bauten die Freien Wähler ihre Position nach und nach aus. Die Anzahl der Kreistagsmandate konnte nach und nach gesteigert werden und auch in die Rathäuser zogen mehr und mehr FWG-Bürgermeister ein.


1997 erfolgte auf Landesebene der Beschluss der „Freien Wähler“, sich an Landtagswahlen 1998 zu beteiligen. Um den Wahlgesetzen für Landtagswahlen zu genügen, wurde am 5. November 1997 in Neunburg v.W. die „Kreisgruppe der Freien Wähler Bayern e.V.“ gegründet. Vorsitzender wurde Joachim Hanisch. Das Ergebnis bei der Landtagswahl blieb mit  3,7% allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Auf der dritten kommunalen Ebene dagegen, dem Bezirk, waren die „Freien Wähler“ 1998 erfolgreicher, denn mit Joachim Hanisch gelang es erstmals in der Geschichte des Bezirkes Oberpfalz für die FW einen Sitz zu erringen.


Auf Landesebene gelang es den „Freien Wählern“ 2008 erstmals in den Bayerischen Landtag einzuziehen. Die Oberpfalz stellte drei Abgeordnete und war erfolgreichster Bezirksverband Bayerns. Aus dem Landkreis Schwandorf gelang dies Joachim Hanisch aus Bruck i. d. Opf., der damit seine Funktion als 1. Bürgermeister beenden musste und als Bezirksvorsitzender nach zehn Jahren zurücktrat. Nachfolger in Bruck wird Hans Frankl, ebenfalls Freie Wähler.


Bei der Bundestagswahl 2013 stellten die Freien Wähler erstmals in der Geschichte einen Bundestagskandidaten. Für die Kreisverbände Schwandorf und Cham erklärte sich Jürgen Neuber bereit zu kandidieren. Mit 4,65 % Erststimmen und 4,9 % Zweitstimmen lag Neuber deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Im Landkreis Schwandorf lag Jürgen Neuber damit außerdem deutlich vor den Grünen mit 3,22%, den Linken mit 2,72 % und der FDP mit 1,73%.


Bei der Kommunal-Wahl 2014 präsentierten die Freien Wähler mit dem bisherigen Fraktionssprecher der Jungen Wähler, Jürgen Neuber, erstmals einen eigenen Landratskandidaten. Natürlich lag der Fokus auf dem Duell CSU/SPD (Ebeling/Schieder).  Dennoch erzielte Jürgen Neuber mit 7,7 % einen Achtungserfolg.

Bei der Kreistagswahl erreichten die Freien Wähler in diesem Jahr mit 479.434 Stimmen und einem Stimmenanteil von 13 % nicht nur das beste Ergebnis in der 45-jährigen Geschichte, sondern auch erstmals direkt acht Sitze. Gewählt wurden: Joachim Hanisch, Jürgen Neuber, Heinz Weigl, Johann Eckl, Maria Schlögl, Josef Fischer, Richard Tischler und Martin Scharf. Auch die Jungen Wähler legten leicht zu und erreichten mit 178.597 Stimmen/4,84% Stimmenanteil drei Sitze (Peter Neumeier, Thomas Bäumler, Florian Meier).


Am 2. Juni 2016 kam es zu einem Wechsel in der Spitze der Freien Wähler. Vorsitzender Joachim Hanisch erklärte seinen Entschluss, nach 27 Jahren aufzuhören. Die Zeit für einen Wechsel sei reif. Die Nachfolge trat Jürgen Neuber aus Oberviechtach an.  Auf Vorschlag von Jürgen Neuber wurde Joachim Hanisch einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.


Die derzeit aktuelle Vorstandschaft setzt sich zusammen aus dem Vorsitzenden Jürgen Neuber (Oberviechtach), dessen Stellvertretern  Dieter Jäger aus Schwandorf und Benjamin Boml Nittenau, Schriftführer Richard Tischler aus Pfreimd und Schatzmeister Christian Tröster aus Pfreimd. Beisitzer sind Ferdi Eraslan (Schwandorf), Maria Schlögl (Wernberg-Köblitz), Albert Krieger (Bodenwöhr) und Hans Beck (Bruck). Kassenprüfer sind Albert Maier und Franz Wilhelm, beide aus Pfreimd.


Einen ausführlichen Rückblick auf die Geschichte der Freien Wähler im Landkreis Schwandorf wird am Donnerstag, 13. Juli, Wilfried Neuber beim Festabend in der Oberpfalzhalle geben. Dazu wird neben dem Bundestagskandidaten des Wahlkreises Schwandorf-Cham, Frank Aumeier, auch der Landes- und Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger kommen und die Festansprache halten. Beginn ist um 19:30 Uhr.

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