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Glasfaser-Verlegung_planet-fox-pixabay Symbolbild: © planet-fox, pixabay

Hohe Kosten, klamme Kassen - Investition muss warten

4 Minuten Lesezeit (882 Worte)

Nittenau. Investitionen sind die eine Seite, die Finanzen eine andere. Bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in der Regentalhalle wurde das Gremium hart mit dieser Tatsache konfrontiert. Die Entscheidung wurde flexibel angepasst: Ein Vorhaben nicht realisiert, wenigstens derzeit nicht.


Den Breitbandausbau forcieren

Nur drei Tagesordnungspunkte waren zu behandeln. Beim ersten ging es um den Breitbandausbau, genauer gesagt, um die Vorstellung der Trassenplanung. Als Referent fungierte Planer Johann Schindlbeck, zuständig für die Feintrassierung und für die Wegesicherheit. Neben der Trasse umriss er auch kurz den zeitlichen Ablauf. Corona spielt auch hier herein, war aus dem Vorlagenbericht ersichtlich. Der ursprüngliche Baubeginn sei zunächst für Juni 2020, dann für den Herbst 2020 vorgesehen gewesen. Am 22. März, spätestens eine Woche danach, soll mit dem Bau nun begonnen werden, so Schindlbeck, „mindestens ein Jahr" erstreckt sich der Zeitraum bis zur Fertigstellung. 

Nittenau Cluster Nr. 1

Der Landkreis habe den Breitbandausbau in 14 Cluster eingeteilt. Nittenau liegt ganz vorne mit Cluster 1. Diese Cluster müssen nicht mit den Gemeindegrenzen identisch sein, so der Sprecher. Es handle sich um zirka 400 Einzel-Hausanschlüsse. „Wer unter 30 Mbit liegt, der kommt in den Genuss von Glasfaser, direkt ins Haus, vorausgesetzt, dass ein Vertrag mit der Telekom abgeschlossen ist. Wir selber haben keinen Einfluss darauf, das ist Sache der Telekom", betonte Schindlbeck. Die Neubautrassen umfassen insgesamt etwa 80 bis 85 Kilometer. Auf bestehende Anlagen werde Rücksicht genommen, die Bestands-Trassen werden genutzt. Erstellt werde ein Wegesicherungsplan, diese Zeichnung geht an die Gemeinde zur Zustimmung, dann wandert sie an die Genehmigungsbehörde und werde anschließend realisiert.

Wenn ein Vertragsabschluss zwischen Grundstückseigentümer und der Telekom zustande kommt, kommt die Glasfaser direkt ins Haus. Auch diejenigen, die keinen Vertrag abgeschlossen haben, erhalten einen Hausanschluss, aber nur 60 Zentimeter ins Grundstück hineinragend.

Bürgermeister Benjamin Boml sagte, es sei umso schöner, dass Nittenau vorne mit dabei sei. Im Haushalt seien für heuer 600.000 Euro bereitgestellt worden. „Es ist gut investiertes Geld", betonte das Stadtoberhaupt. Beim Homeschooling sei es wichtig, eine entsprechende Verbindung zu haben. Boml fragte Schindlbeck, wann die einzelnen Haushalte damit rechnen können, dass sie diese Leistung wirklich haben und wo gestartet werde. Schindlbeck antwortete, zur Betriebsbereitschaft der Haushalte müsse man vorausschicken, dass die Ortsteile in dringend unterteilt seien. Diese werden einzeln bzw. separat geschaltet. Erst wenn ein kompletter Ring fertig sei, funktioniere der Schaltvorgang. „Ich habe keinen Einfluss darauf, hier bin ich nicht der Ansprechpartner, der hier eine tragfähige Auskunft geben kann, wann gestartet werden kann", so der Referent. 

Begonnen werde im Bereich Reichenbach/Walderbach, Trumling. Es gebe sehr viele gemeindeeigene Wege, die man fertig machen könne. Florian Hummel hakte nach wegen der Hausanschlüsse, konkret wegen der 60 Zentimeter in den Grundstücken. Ob sich deren Eigentümer auch danach noch bei der Telekom melden können. Schindlbeck sagte, dass dies selbstverständlich möglich sei, sogenannte Nachzügler werden dann noch aufgenommen. Auf die Nachfrage von Thomas Hochmuth antwortete Schindlbeck, dass mehrere Bautrupps gleichzeitig arbeiten. Es gebe feste Fertigstellungstermine, die mit entsprechendem Einsatz von Personal und Maschinen einhergehen, sonst würde man das nicht schaffen.

Was Hausbesitzer beachten müssen? Schindlbeck wurde konkret: Der Kolonnenführer kommt zwei bis drei Tage vorher ins Haus und fragt, wo der Grundstückseigentümer den Anschluss haben möchte und welche Trasse genommen werden soll. Der Stadtrat nahm Kenntnis von den Ausführungen und stimmte einmütig der Trassenführung zu.

Schock über hohe Investitionskosten

Zwei Varianten wurden zur Erschließung des Marienthaler Weges im Ortsteil Brunn vorgestellt. Peter Prasch vom Ingenieurbüro U.T.E. aus Regensburg stellte sie vor und ermittelte auch die Kosten für den Brunnmühlweg, der sich derzeit in einem schlechten Ausbauzustand befinde, teilweise asphaltiert oder nicht befestigt. Der Brunnmühlweg dient als Zuwegung zum Marienthaler Weg, das Teilstück von etwa 120 Meter Länge soll ausgebaut und erneuert werden. Planer Peter Prasch schilderte Variante 1, bei der der Ausbau mit Fußweg, abgesetzt mit einem zwölf Zentimeter Bord, in Asphaltbauweise und Einfassungen in Granit erfolgen soll. Die Breite des Weges beträgt 4,3 Meter. Der Vorteil bei dieser Variante liegt darin, dass die Fußgänger geschützt sind. Bei Variante 2 müssen die Fußgänger auf die Straße ausweichen, der Vorteil, dass hier geparkt werden kann. Erreicht wird dies dadurch, dass das Hochbord durch eine Rinne ersetzt wird. Der Referent ging noch auf den Bau von Wasser-/Abwasserkanal ein, sowie auf die Sparten Breitbrand, Strom und Gas. Insgesamt komme man auf Kosten in Höhe von rund 816.000 Euro. 

Kosten-Nutzen-Verhältnis

„Ich bin schon schockiert", sagte Bürgermeister Benjamin Boml, angesichts der hohen Kosten. Auch in der Verwaltung habe niemand damit gerechnet. Wenn dann noch die Beleuchtung dazu komme, sei man von einer Million Euro nicht mehr weit entfernt. „Es stellt sich für mich schon die Frage, ob man die Sache weiterverfolgen soll." Vor allem sei es nur ein Bauwerber, ansonsten sei kein Bauwille vorhanden. Markus Fohringer hakte nach, was es für diesen Bauwerber bedeute, wenn das Projekt auf Eis gelegt werde. Boml antwortete, dass diese die Möglichkeit habe, über das Nachbargrundstück anzuschließen, da es sich um das Elterngrundstück handle, gleichzeitig sei das der Zugang über den Bachbügler Weg. Mit zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, die Maßnahme nicht fortzuführen und die Erschließung zurückzustellen. Bürgermeister und Verwaltung führen Gespräche mit den Anliegern. 

Unter dem dritten und letzten Tagesordnungspunkt ging es um den Friedhofparkplatz, angesprochen von Florian Loibl, der neu verfüllt gehört, sowie über eine nicht geteerte Straße, die zum Gasthof Roidl führt. Boml meinte, man werde sich beides anschauen, wobei der Friedhofparkplatz ein geringeres Problem sein dürfte. 

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