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Auf die Fresse - so geht das!

2 Minuten Lesezeit (497 Worte)

Der bewusste und kalkulierte Affront des geschäftsführenden Agrarministers Christian Schmidt (CSU) gegen Noch-Kabinettskollegin Barbara Hendricks (SPD) zeigt ganz deutlich: Die Union sah in der Vergangenheit in den Sozialdemokraten nichts anderes als einen nützlichen Idioten in der GroKo. Den Europäern beschert die Union nun weitere fünf Jahre den Pflanzenkiller Glyphosat auf den Äckern, damit auch in den Nahrungsmitteln und im Grundwasser. Die Lobbyisten, mit denen sich Herr Schmidt gern umgibt, dürften ihm anerkennend auf die Schultern klopfen. Wir tun´s auch. In gewisser Weise.

Schon in den vergangenen Auflagen des ungeliebten schwarz-roten Bündnisses unter Angela Merkel winkte die Union oft unverhohlen damit, dass sie in der Wählergunst weit vor der SPD liegt. Das hat sich bei der letzten Bundestagswahl nicht wesentlich geändert, auch wenn die Schwarzen noch mehr Federn lassen mussten als der ohnehin gerupfte Martin Schulz mit seiner Truppe.

Die SPD ließ sich das in der abgelaufenen Periode auch nur zu gerne gefallen: In einer Art Fundamental-Masochismus stimmte sie, geifernd die eigene Bündnistreue über alles stellend, mit der Zuverlässigkeit einer Erkältungswelle bei Schmuddelwetter immer wieder gegen wesentliche Punkte aus ihrem eigenen Wahlprogramm, die die Linke als Oppositionsführerin lustvoll ins Plenum einbrachte.

Der Linken hat diese gar nicht mal so linke Tour aber wohl nichts geholfen: Die Massen von enttäuschten SPD-Wählern wanderten nicht zu ihr, sondern blieben zu Hause oder machten ihr Kreuz lieber bei der AfD - auch wenn das das Gegenteil von logisch ist.

Dass die Union nun wieder nach den von ihr belächelten Sozen schreit, um endlich eine Kanzlerinnen-Mehrheit zu bekommen, liegt bei einem derart devoten Partnerchen auf der Hand. Die SPD ließ sich kurz vor den Wahlen sogar gefallen, dass Merkel aus einer schlechten Laune heraus - oder eher, weil ihr einflussreiche Lobbyisten das so diktiert hatten - die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückkehr von Teilzeitkräften in Vollzeit nicht zuließ. Jeder Christian Lindner, jede Katrin Göring-Eckardt, jeder Dorf-Fraktionsvorsitzende in einem Kleinst-Gemeinderat hätte Merkel dafür noch drei Tage vor der Wahl gestürzt. Nicht so die biegsame und wirbellose Spezies, zu der die einst stolze SPD Willy Brandts nach dem Super-GAU Gerhard Schröder mutiert ist.

Keine Frage: Ein knuffiges, rückgratloses Kuscheltier hat doch jeder gern in seiner Koalition. Darum machten die Unions-Granden schon am Tag nach Martin Schulzens Aufweichungserscheinungen klar, dass die SPD sich mit ihren gut 20 Prozent bloß nicht einzubilden brauche, da mit Forderungen in die Verhandlungen gehen zu können. Dass Schmidt jetzt die Gift-Millionen für Monsanto über unsere Teller und Trinkwasser-Behälter sprudeln lässt, ist auch ein starkes Zeichen an die windelweichen Genossen. Haltet die Füße still, es gibt eh auf die Köpfe. Eine wesentlich eindrucksvollere Ansage als Frau Nahles´ "Auf-die-Fresse"-Ausfall. Tun statt nur davon reden eben. Chapeau, darauf einen Apfel, Herr Minister! Gern als Gespritzten.

Sollte sich die SPD angesichts dieser Erfahrungen - und vieler anderer - dennoch wieder einmal zum Mitmachen durchringen, dann sei ihr empfohlen, dies  mit klar gesetzten roten Linien, verbunden mit festen zeitlichen Vorgaben (siehe Teilzeit-Malaise!) zu tun. Andernfalls verkäme sie endgültig zur traurigen Karikatur oder zum Wurmfortsatz der christlichen Union.

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