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Feldkreuz Feldkreuz mit bedeutendem geschichtlichen Hintergrund Bild: © Peter Czommer

Hommage an ehemalige Neubürger in Zeitlarn-Regendorf

2 Minuten Lesezeit (494 Worte)

Zeitlarn. Zu allen Zeiten haben Neubürger in die Kommunen neuen Schwung gebracht. Nach dem 2.Weltkrieg kamen zum Beispiel Heimatvertriebene und Flüchtlinge, die sich in den Gemeinden integrierten und das Gemeindeleben bereicherten. Vor dem Krieg schon gab es in Deutschland sogenannte Umsiedlungen.

Daran erinnert seit kurzem ein Feldkreuz am Holzgartenweg/Siedlerstraße in Regendorf. Es erinnert an frühere Zuwanderer aus anderen Landstrichen Deutschlands, und deren Engagement in ihrer neuen Heimat. Sie haben die Entwicklung der Gemeinde Regendorf und dann Zeitlarn nach dem Krieg nachhaltig geprägt.

Reinhard Ühlin hat das Feldkreuz, dankenswerter Weise mit Erlaubnis des Grundbesitzers, kürzlich aufgestellt. Es erinnert an vier Siedlerhöfe und speziell an die damalige Umsiedlung seiner Großeltern aus Gersbach in Baden-Württemberg. Zu den dort verbliebenen Verwandten bestehen heute noch enge Kontakte.

Die Bayerische Landessiedlung hatte Ende der 1930er einen Teil des früheren Gutsbesitzes von Baron Harnier aufgeteilt und am Riesener Berg vier Siedlerhöfe gebaut. Die Höfe hatten alle denselben Baustil und die gleiche Aufteilung der Räume. Die Ställe waren unmittelbar an das Wohnhaus angebaut.

Anschließend hat das Siedlungswerk diese Anwesen Jahre zur Erbpacht oder zum Kauf angeboten. Die Landwirtsfamilien Breitenstein, Bauer, Rädlinger und Ühlin kauften Land und Gebäude und zogen 1939/1940 in neu errichtete Höfe in Regendorf ein.

Die „Neuen" wurden, so berichtet Zeitzeuge Johann Wagner, gut aufgenommen. Sie und ihre Kinder hatten bald Freunde gefunden und die Familien wurden schnell in der neuen Heimat integriert.

Lediglich die Familie Breitenstein zog nach einigen Jahren wieder weg und kaufte sich vermutlich im Allgäu eine Mühle. Sie fanden aber schnell Nachfolger. Die Familie Roidl übernahm das Anwesen. Ihre Nachfahren wohnen bis heute in Regendorf. Josef Roidl war ein engagiertes Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft und Mitglied in Regendorfer Vereinen.

Herrmann Bauer hat mit seiner Familie ebenfalls einen Siedlerhof erworben. Er war der Initiator zur Gründung des Sportvereins. Leider konnte er seine ursprüngliche Leidenschaft und damit die Gründung eines Handballvereins mangels Interesses aus der Bevölkerung nicht umsetzen. Alternativ gründete man eine Fußballabteilung. Den Sportplatz stellte er, ebenso wie seine Nachfahren, bis heute zur Verfügung.

Herr ….. Rädlinger ist aus dem Landkreis Cham zugezogen und wurde nach dem Krieg von den Amerikanern als Bürgermeister in Regendorf eingesetzt. Er leitete bis 1960 erfolgreich die Geschicke in der Gemeinde.

Vollblutlandwirt Reinhard Ühlin war seit seiner Jugend aktives Mitglied bei der Feuerwehr, seine Frau Karolina beim Roten Kreuz. Sie hat eine Ortsgruppe des BRK mit gegründet und regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse in Regendorf organisiert. Die Ühlin ́s haben sich auch nach dem Krieg weiter der Feuerwehr verschrieben und viele Jahre die Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde geleitet. Als Führungskräfte in der Freiwilligen Feuerwehr und beim Katastrophenschutz leisteten sie im Landkreis Regensburg einen wertvollen Beitrag. Schließlich stellten sie auch Gemeinderäte in Regendorf und Zeitlarn sowie Vereinsvorstände und Kreisräte.

Schloss und Gut Regendorf standen seit 1916 im Besitz von Baron Harnier. Er wurde von den Nationalsozialisten 1938 enteignet, nachdem er ihnen die Gefolgschaft verweigerte. Beide gingen an die Stadt Regensburg über. Die meisten seiner weiteren Gebäude gingen durch Kauf an die ortsansässigen Bewohner über.

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