Aiwanger1 FW-Chef Hubert Aiwanger: „Wir sind die Mutmacher“. Bild: © Hans-Peter Weiß

Wackersdorf/Cham. Bei der anstehenden Bundestagswahl sind die Freien Wähler erstmals mit einer Liste vertreten. Deren Chef, Hubert Aiwanger, gesetzt auf Listenplatz 1, will nach Berlin, wo er nur ein ideenloses Weiter-so sieht. Aiwangers Credo an diesem Abend: „Freie Wähler rein und Grüne raus". Für den Wahlkreis Schwandorf und Cham gab Christian Schindler ein Statement zu seiner Kandidatur ab.


Wahlkampfendspurt in der Freien-Wähler-Hochburg Wackersdorf: Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Neidl konnte zur letzten Wahlkampfveranstaltung der Freien Wähler (FW) im Schwimmbad-Café ein fast volles Haus begrüßen. Einige mussten abgewiesen werden, da sie nicht den erforderlichen Corona-Nachweis erbringen konnten. Zahlreiche Zuhörer, Mandatsträger und Bundestagskandidaten der FW gaben sich ein Stelldichein, denn kein Geringerer als Hubert Aiwanger hatte sich angesagt.

FW-Kreisvorsitzender Dieter Jäger führte durch den kurzweiligen Abend. Er ist sich sicher, dass die Freien Wähler am kommenden Sonntag fünf Prozent schaffen. „Wackersdorf ist ein legendärer Ort und ein gutes Symbol, hier den bayernweiten Wahlkampfabschluss zu feiern", betonte die Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger. Sie stellte die Forderung auf: „Die Freien Wähler müssen im Bundestag vertreten sein". Dort möchte auch der Chamer Christian Schindler hin, der die Wahlkreise Schwandorf und Cham vertritt und „den Laden aufmischen will'". Umfragen zufolge rangiert die Partei zwischen 3 und 4 Prozent, es müssten aber fünf geschafft werden", so der Sprecher. Schindler streifte u. a. das Thema Corona, das die Gesellschaft spaltet. „Wir wollen unser normales Leben zurück" unterstreicht der Kandidat.

Nach einer kurzen Vorstellung der Bundestagskandidaten aus ganz Bayern tritt der Landes- und Bundesvorsitzende der FW, Hubert Aiwanger, vors Rednerpult. In seiner knapp einstündigen Rede spricht er zahlreiche Themen wie Pflege, Bundeswehr, Landwirtschaft, Wirtschaft, Steuern, Stromtrassen, Naturschutz, Automobilwirtschaft, Rente an. Er übte Kritik an den Regierenden, denn vieles geht ihm zu langsam. Die drei Kanzlerkandidaten bezeichnete er als Trauergestalten, die auf Augenhöhe unterwegs sind, und wo sich jeder fragt, wer das kleinere beziehungsweise geringere Übel sei. „Die Grünen sind Ideologen, die keine führende Position einnehmen dürfen. Aiwanger fürchtet, dass sie in ein paar Jahren das Autofahren ganz verbieten. Die Haltung Anton Hofreiters zur Optimierung des Pfaffensteiner Tunnels lässt Aiwanger aufhorchen, denn wenn es nach den Grünen geht, wird daraus ein „Krötentunnel". „Die besseren Grünen sind die Freien Wähler", meinte der Sprecher und leitete zum Thema „Wasserstoff – der Energieträger der Zukunft" über.

Den Redner beschäftigte neben Corona auch die „innere Sicherheit". Aiwanger stärkte der Polizei den Rücken und meinte: „Wir stehen dazu, denn wir wollen durch eine Links-Regierung keine Berliner Verhältnisse". In seinem Plädoyer für die Bundestagskandidatur legte Aiwanger u.a. klare Bekenntnisse zur Rente ab, fossile Energieträger müssen ersetzt werden, und der Pflegenotstand müssen angegangen werden. „Wir sind Realisten und wollen einen gesunden Menschenverstand nach Berlin bringen, denn Quacksalber sind dort genug vertreten", ereiferte sich der FW-Chef.

Aiwanger erinnert auch an den Einzug der FW mit 10,2 Prozent in den Bayerischen Landtag. Durch die Regierungsbeteiligung wurde vieles umgesetzt. „Unsere Erfolge sind legendär", so der stellvertretende Ministerpräsident. Der amtierenden Regierung in Berlin stellte Aiwanger kein gutes Zeugnis aus. Seiner Meinung nach sind die FW im Deutschen Bundestag dringend nötig, denn sie wissen was draußen los ist. „Wir sind eine soziale Partei, wir sind die Mutmacher, wir trauen uns anpacken", erklärt Aiwanger. Mit stehenden Ovationen wird seine Rede am Ende bedacht, bevor der „Oberpfalz Express" zünftig aufspielt.

Sie wollen für die FW in den Bundestag: Hubert Aiwanger und Christian Schindler          Bild: © Hans-Peter Weiß
Wackersdorfer FW-Mitglieder mit Hubert Aiwanger             Bild: © Hans-Peter Weiß