Ilse Aigner zu Ausbildung und miesem Handy-Empfang

Ilse Aigner zu Ausbildung und miesem Handy-Empfang

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Kallmünz. Die Nervosität war Ludwig Pirkl, Geschäftsführer der Firma IST GmbH und Bürgermeister Ulrich Brey schon anzumerken, als sich für Montagabend die Staatsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner in Kallmünz einfand. Die Politikerin inspizierte zuerst die IST GmbH am Spittelberg, bevor sie sich ins Goldene Buch der Marktgemeinde eintrug. Anschließend stand sie bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Mittelstand und Handwerk - Garant für Wohlstand“ mit Bundestagsdirektkandidat Peter Aumer den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort.

Ludwig Pirkl zeigte Ilse Aigner, Peter Aumer, MdL Sylvia Stierstorfer und Ulrich Brey nicht ohne Stolz sein Lebenswerk. War das inhabergeführte Unternehmen bis vor zwei Jahren in der Vilsgasse ansässig, stand mit dem Umzug in die neuen Geschäftsräume, die früher der Schultrakt der Kinder- und Altenheimstiftung waren, einer Erweiterung nichts mehr im Wege. Ilse Aigner war sehr interessiert, wie sehr man mit verhältnismäßig einfachen Mitteln für die Mitarbeiter ein Wohlfühlambiente während der Arbeit schaffen kann. Die Büroräume sind lichtdurchflutet und es wurde bei der Renovierung auf natürliche Baustoffe gesetzt. Pirkl hat das Gebäude nach Feng Shui Kriterien umgebaut und eingerichtet.

Die Staatsministerin konnte beim Vorbeigehen der Pirkl’schen Reklamationstafel, ein Überbleibsel aus dem Schulalltag, nicht widerstehen und wünschte mit Kreide den Mitarbeitern weiterhin viele gute Ideen. Die IST GmbH beschäftigt aktuell 23 Mitarbeiter und produziert und vertreibt seit fast 20 Jahren Software für Produktion, Warenwirtschaft und Vertrieb im Bereich Logistik, Lebens- und Genussmittelindustrie.

Bevor man zur Podiumsdiskussion schritt, trug sich die Staatsministerin ins Goldene Buch des Marktes ein. Bürgermeister Brey freute sich über den Besuch und stellte seine Heimatgemeinde vor. Ilse Aigner zollte den Bewohnern ein großes Lob für ihr Engagement. Sie habe schon bei ihrer Ankunft gesehen, mit wie viel Liebe und Engagement die Kallmünzer ihre Heimat pflegen. Bei ihrer Begrüßung erklärte sie, dass alle Regionen Bayerns "bestens aufgestellt" seien, die Attraktivität des Freistaates so groß wie nie sei.

Peter Aumer  erzählte eine Geschichte von seinem Bäcker, der einen Zuwanderer beschäftige. Dieser muss aber jeden Tag Angst haben, dass er das Land verlassen muss. Der Bäcker bekommt keinen Lehrling und hat keinen Nachfolger. Ilse Aigner brach eine Lanze für die berufliche Bildung, denn sie sei um jeden Arbeiter froh, der den Meister mache. Zu Aumers Bäcker sagte sie, wenn der junge Mann die Ausbildung begonnen habe, diese auch fertig macht, dürfe er nach dem Ausbildungsende noch zwei Jahre in Deutschland bleiben, was dann evtl. nochmals verlängert werden kann.

BBV-Kreisobmann Johann Mayer beschwerte sich über wachsende Bürokratie, die vor allem das Handwerk, wie auch die Landwirtschaft betreffe. Aigner sagte, Bürokratie abzuschaffen sei schwierig, sie ist schon froh, wenn sie zusätzliche Bürokratie abwenden könne. In Bayern gelte das Gesetz „one in – one out“, was heißt, soll ein Paragraph aufgenommen werden, muss ein anderer gestrichen werden. Wobei in Bezug auf Versicherungen und Haftungsfragen alles hinterfragt werden müsse.

Maximilian Höllein, Geschäftsführer der ortsansässigen Carolinenhütte mit rund 80 Mitarbeitern, klagte der Ministerin sein Leid, dass es bei seinem Firmensitz keinen Handyempfang gebe, was oft zu Schwierigkeiten führe. Er habe der Telekom bereits angeboten, dass man auf dem Firmengelände einen Handymast aufstellen könne, dies wurde jedoch aus Unwirtschaftlichkeit abgelehnt. Ilse Aigner sagte, dass es zum einen Widerstand vor Ort gegen die Aufstellung von Masten gebe, zum anderen werde es in nächster Zeit immer noch weiße Flecken auf der Landkarte geben, die noch nicht ans Handynetz angeschlossen sein werden.

Auf der Fahrt nach Kallmünz habe sie mit Ministerpräsident Horst Seehofer telefoniert und sei wegen des schwachen Funknetzes einige Male unterbrochen worden. Da sagte sie zum Ministerpräsidenten: Siehst Du jetzt, wie wichtig der Ausbau des mobilen Netzes ist! Konkretes für das regionale Handy-Netz ließ sich auf dem ministerialen Gespräch leider nicht ableiten.

Weitere Diskussionsthemen waren die Verkehrsproblematik im Großraum Regensburg, die Rückverlagerung der Maurerklassen von Neumarkt nach Regensburg, die Versteuerung bei Betriebsübernahmen, die schlecht vorhandene Handyerreichbarkeit im Raum Kallmünz. BBV-Chef Johann Mayer resümierte, früher wollte jeder selbstständig werden, heute möchten alle studieren. Er fragte, wer soll das Handwerk künftig bewerkstelligen? Aigner erzählte von einem Handwerksmeister, der sich vor eine Schulklasse stellte und fragte: Schaut`s, was für ein Auto fahre ich und welches euer Lehrer? Sie selbst habe auch eine Ausbildung gemacht und stellte fest, damit kann man sogar stellvertretende Ministerpräsidentin werden.

Nachdem noch angeregt über die Verkehrsproblematik im Großraum Regensburg, die Rückverlagerung der Maurerklassen von Neumarkt nach Regensburg oder auch die Versteuerung bei Betriebsübernahmen diskutiert worden war, hatte Trachtenvereinsvorsitzende Heinz Zenger den Wunsch, ob Ilse Aigner nicht ein Wort für ihn einlegen könne, den Nordgautag nach Kallmünz zu holen. Sie werde im Gegenzug mit Ministerpräsident Horst Seehofer Ehrenschirmherrin der Veranstaltung. Mit vielen Erinnerungsfotos und persönlichen Gesprächen mit der Staatsministerin ging dieser  Abend zu Ende.  


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