In erster Linie Kinder

In erster Linie Kinder

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Den Ausflug der Johanniter-Jugend Wenzenbach in die Flüchtlingsunterkunft „Michlstift" bezeichnet Martin Lehmann, ehrenamtlicher Regionalvorstand der Johanniter in Ostbayern, als eine „ausgesprochen erfolgreiche Aktion". Der Fahrdienst der Johanniter hatte die Gruppe von 19 Personen in die Flüchtlingsunterkunft in Regensburg gebracht. Dort erwarteten die Bewohner ihre Gäste bereits mit einem schmackhaften Mittagessen.

So wurde erst einmal gemeinsam gespeist, getrunken und dabei auch die ersten Kontakte geknüpft. Danach ging die Truppe in einen Gruppenraum, der zur Werkstatt umfunktioniert worden war. Die Schreinerei „Andersartig" aus Regensburg hatte für diesen Anlass Holz und diverse Utensilien zum Werken und Basteln gestiftet.

Begeistert machten sich die Kleinen sofort ans Eingemachte und nach kurzer Zeit war nicht mehr erkennbar, wer von wo kam: Ob klein oder groß, Johanniter-Jugendliche oder Flüchtlinge, Betreuer oder Security-Männer – alle waren bunt zusammengewürfelt und verstanden sich sehr gut.

„Man hat an diesem Nachmittag gemerkt, dass unsere Schützlinge die Flüchtlingskinder nicht als „Ausländer" oder „Fremde" sehen, sondern in erster Linie als „Kinder" und neue Freunde; da wurde nicht differenziert", berichtet Monika Heubl, Regionaljugendleiterin der Johanniter-Jugend: „Auch die Sprachbarrieren überwanden die Kleinen sehr schnell. Neben den Deutschkenntnissen der Flüchtlinge, die bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon erstaunlich gut sind, versuchten sie sich notfalls mit Händen und Füßen zu verständigen."

Fiel die Kommunikation in manchen Fällen doch etwas schwerer, war die Familie Bappert zur Stelle. Michaela Bappert kam 2006 selbst von Syrien nach Deutschland und hat nun drei Kinder. Zwei ihrer Kinder wirken seit einiger Zeit aktiv in der Johanniter-Jugend mit und Michaela Bappert konnte im Frühjahr 2015 noch drei weitere Kinder syrischer Herkunft zu einem Beitritt in den Jugendverband überzeugen. Nun sind die fünf Kinder als Übersetzer vom Arabischen ins Deutsche aktiv und gerade bei derartigen Integrationsveranstaltungen „Gold wert".

„Das Interesse ‚am Anderen‘ war sehr groß", freut sich Lehmann rückblickend über die Veranstaltung, „auch viele Eltern der Johanniter-Kids wollten unbedingt an diesem Ausflug teilnehmen, um sich selbst einen Eindruck von einem Flüchtlingsheim zu machen."

Die Johanniter-Jugend in Ostbayern ist momentan in Wenzenbach und in Schwarzenfeld vertreten. Der Jugendverband lernt den Kindern, gemeinsam Menschen in Notsituationen zu helfen, übt Erste-Hilfe, bastelt und spielt, fährt ins Zeltlager, geht ins Kino und engagiert sich für soziale Projekte. In Wenzenbach findet wöchentlich am Donnerstag von 17:30 bis 19:00 Uhr in den Kellerräumen des Johanniter-Kinderhorts „Räuberhöhle" (Hauptstraße 50) eine Gruppenstunde statt. Wer sich für die Johanniter-Jugend interessiert, kann gerne einmal vorbeischauen.

 


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