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Ostereierfärbe-Meister-Langohr

4 Minuten Lesezeit (897 Worte)
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„Wir haben nicht mehr lange bis Ostern, Leute...", ließ der Oberosterhase Langohr verlauten. Er war dabei auf eine Cola–Kiste gestiegen und hatte sich groß gemacht, wobei er seine Schlappohren so richtig gen Himmel streckte. „Heuer", so begann er, fast theatralisch mit den Vorderpfoten schon bedrohlich wirkend, zu gestikulieren. „Wir haben", so fuhr er fort, „wir haben derzeit keine Ostereierfarbe".

Die Osterhasenmannschaft blickte voller Inbrunst zu ihm hoch. Es waren alles Nachwuchsosterhasen, sie waren das erste Ostern dabei. Sie wollten den Menschen viel Freude machen an Ostern, mit bunt gefärbten Eiern. Schließlich hatte man sich in vielen Fortbildungsseminaren weitergebildet und jetzt das. Großmeister Osterhase Langohr war inzwischen wieder von seinem Postament heruntergestiegen und nahm wieder in der Runde der übrigen Sitzungshasen Platz.

Es war wirklich nicht einfach, jedes Jahr kamen mehr Vorschriften, die das Hasendasein immer schwerer zu machen drohten. Dann auch noch das Jahr über die Jäger, die einen Hasen ganz schön auf Trab halten konnten. Die Sitzung nahm seinen Verlauf mit vehementer Stimmung der Junghasen, die ja ganz „heiß" auf Ostern und Eierbemalen waren.

Im hintersten Eck der „Sitzungs-Sasse", lümmelte ein kleines Langohr mit leicht zerzausten, gräulichem Fell. Er schien ungemein gelangweilt zu sein. „Fred, was meinst Du, was können wir da tun?"

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Fred machte erst mal die Augen auf und dann begann er, tief Luft holend, mit den Vorderpfoten drohend, zu reden. „Alle gehen auf die Straße", so kam es aus seinem Munde. „Wir sollten ebenfalls demonstrieren", meinte er. „Natürlich nicht auf der Straße, da fahren uns ja die Autofahrer zusammen".

Jetzt standen die gesamten Junghasen um Fred herum. Alle, ja wirklich alle, sogar der faulste aller Hasen, der „Fauli", hatte seine langen Ohren, wie zwei Antennen aufgestellt. Da war was im Busch, das könnte nach Mehrarbeit ausschauen -nicht gut- dachte er gleich. Fauli war eigentlich nicht unbedingt faul, wie sein Name es vermuten ließe, er machte alles eben mehr mit Bedacht. Eben nicht so schnell wie die anderen. Er überquerte auch die Straße, die durch den Wald führte, sehr aufmerksam. Er blieb immer am Fahrbahnrand stehen, blickte nach links, nach rechts und dann nochmal nach links, bevor er sicher etwas schneller als sonst die Straße überquerte. Viel zu oft hatte es seine Kameraden erwischt, weil sie unachtsam waren. Fauli wusste natürlich, dass Motorräder, Autos, Lkws, Busse und sogar Fahrräder sehr schnell sein können. Diese „Teile" bewegten sich nicht wie z.B. der Hund des Jägers, der sehr schnell daher gejagt kam und man nur durch Hasen Stärke, Haken zu schlagen, doch dann schon entwischen konnte.

Gut, das war nur so nebenbei, jetzt geht es um die bunten Ostereier, die bis jetzt noch nicht bemalt worden sind.

In der Zwischenzeit haben Fred und die anderen Langohrhasen beschlossen zu demonstrieren, dieses Ostern gibt es nur Eier ohne Bemalung, „aus basta, Schluss", war Freds Entscheidung.

„Wir müssen versuchen, die Schwierigkeiten schnellstmöglich zu beseitigen", meinte er mit drohender Hasenpfote. „Aber wie", dachte Fauli, der gerade dazugekommen war. „In bunte Plastikfolien einhüllen?", das wäre aber wirklich nicht sehr umweltbewusst. Ja, das ist wohl richtig.

Ganz laut, dass es alle Hasen im Wald hören konnten, schrie Fauli es heraus: „Wir machen uns die Farbe selber!" „Ja, gut!", meinte einer der Junghasen. „Aber wie?", meinte Fred. „Wie, Fauli?" wiederholte er seine Frage. „Ganz einfach", erwiderte Fauli fast schon überheblich seine Idee: „Passt auf Langohren, besorgt Orangen, Rote-Bete-Saft, Rote-Bete-Knollen, Rotkohl, Holundersaft, rotes Traubensaftkonzentrat, Spinat und weißen Essig." Die Langohren hoppelten aufgeregt und erwartungsvoll davon, um die von Fauli genannten Ingredienzien zu besorgen. „Aber wie, Fauli, willst Du daraus Farbe für die Eier herstellten?", fragte Fred den Fauli.

„Das ist ganz einfach", meinte Fauli. „Pass auf Fred, wir kochen schon mal die Eier mit Essig und zwar müssen sie hart sein." Jetzt hingen die langen Ohren des Fauli ganz entspannt nach vorne, leicht geknickt, herunter. „Anschließend besorgst du", das war schon fast ein Befehl an Fred, „fünf Halbliter Gläser mit großerer Öffnung, damit man mit einem Esslöffel schön die Eier färben kann."

Die ausgeschwärmten Hasen, die die natürliche „Ostereierfarbe" besorgten, kamen einzeln aber doch sehr flott zurück. Sie hatten alles zusammen, jetzt konnte die große „Ostereierfärberei" beginnen.

Natürlich war es schon ein Risiko, ob es wirklich die Farben werden würden, die sich die Hasen vorstellten. Es klappte alles wie am Schnürchen, am Ende hatte man rote, orange, pinke, blaue, dunkelviolette und grüne Ostereier.

Die Langohren freuten sich und waren schon dabei ihre Körbe mit den bunten Ostereiern zu füllen, um sie dann überall zu verstecken.

Fauli war sichtlich zufrieden und lehnte sich mit einem leichten Stöhnen zurück und genoss den zu Ende gehenden Tag.

So wird es gemacht:

Kaltes Wasser mit einem Schuss Essig zum Kochen bringen. Die Eier vorsichtig, damit sie nicht Sprünge bekommen, ins kochende Wasser geben und ca. 12 Minuten kochen lassen. Die Schale darf keinerlei Sprünge haben. Die Eier erkalten lassen.

Farben:

-orange:

30g Zwiebelschalen

2TL weißer Essig

-rot:

250ml Rote-Bete-Saft

2TL weißer Essig

-pink:

2 große Rote-Bete-Knollen, geschält und geraspelt

2TL weißer Essig

-blau:

200g grob gehackter Rotkohl oder 250ml Holundersaft

2 TL weißer Essig 

-dunkelviolett:

250ml rotes Traubensaftkonzentrat

1 TL weißer Essig

-grün:

250g Spinat

2TL weißer Essig

Die jeweiligen Zutaten der einzelnen Farben in einem Liter Wasser zum Kochen bringen und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abseien. Mit 750ml kaltem Wasser auffüllen.

So und dann die Eier einzeln ca. 20-30 Minuten in die Farbe legen.

Viel Erfolg und viel Spaß, Ihr „Ersatz-Langohr-Osterhasen."

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