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Freds Grusel-Einsatz auf dem Friedhof

Freds Grusel-Einsatz auf dem Friedhof

Aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Polizist berichtet OK-Reporter Franz Niebauer. Dieses Mal geht es um vollen Einsatz auf dem Friedhof - mitten in der Nacht.

Grau, nebelig und kalt. So begrüßte der Morgen Fred, als dieser aus dem warm wohligen Bett stieg, weil ihn der Wecker mit einem schrillen und knallharten Läuten aus seiner so geliebten „Ruhestätte“ riss.

Der Oktober lag in seinen letzten Zügen und Allerheiligen stand vor der Tür. Heute hatte Fred Sonderschicht, in Zivil, und dann noch auf einen Friedhof. „Warum?“, fragte Fred seinen Dienstgruppenleiter ganz verdutzt. „Weil, Fred, die Allerheiligen-Gestecke jedes Jahr verschwinden.“ Man muss betonen, trotz überwiegend Evangelischer Bevölkerung, gab es auch noch eine kleine katholische Gemeinde. „Gut, und wo sind die dann?“, meinte Fred provokant. Er wusste natürlich, dass er vorbeugend den Friedhof bestreifen musste, da jedes mal die teuren Gestecke gestohlen wurden. Meistens geben die Angehörigen inzwischen die Schmuckschalen erst am Allerheiligentag auf die Gräber, nur ist dann kaum noch ein Parkplatz zu bekommen.

„Na ja, einen Dummen muss es ja auf jeder Dienststelle geben,“ vermerkte Fred bei Verlassen des Chef-Büros.“ „Fred“, rief ihn der Boss zurück, „was war denn letzte Schicht mit dem Vorgang, den Du als -Schall und Rauch- in den Ablauf geschrieben hast?“ Fred drehte nochmal widerwillig um und im hineingehen vermerkte er noch, ...“da muss ich nächste Schicht nochmal hin, etwas aufklären.“ Gesagt, auf den Absätzen umgedreht und schnellstens verschwunden, so war Fred. Er war immer zur Stelle und dennoch nie zu erreichen. Der Chef traf ihn dann beim Umziehen vorm Schrank. „Ich möchte bitte schon über die Geschehnisse unterrichtet werden“, vermerkte er etwas forsch. „Ja, ja“, entgegnete ihm Fred etwas missmutig, „ich werde alles detailliert berichten, nur jetzt nicht.“ Fast zornig drehte sich der Dienstvorgesetzte um und ging wieder in sein Büro.

Fred hatte sich etwas „Schwarzes“ angezogen, um nicht auf dem Friedhof zwischen den Grabsteinen aufzufallen. Das war wieder das „Niederschmetterndste“ jedes Jahr für Fred, und wie es kommen muss, jedes Jahr trifft es komischerweise immer ihn. Hat da einer an etwas gedreht?
Mmh, vielleicht. Kommen wir aber zum Wesentlichen, die Nacht war zu Beginn nebelig, feucht und doch schon etwas kalt. Nach diesem Sommer, ein Horror. Horror? Es war ja der 31. Oktober, das war ja Halloween! „Die Geister die ich rief ...“, das hatte mal unser Dienstgruppenleiter (...kurz DGL, weil ich das in Zukunft nicht mehr ausschreiben mag ..), also DGL, in die Runde gerufen, schon fast theatralisch, eben aus Faust von Johann Wolfgang von Goethe. Wer hat da die Geister gerufen? War da einer, der sich da zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte? Aber natürlich, alle wissen es, keiner glaubt es, und dennoch, einer bleibt hier übrig. Fred!

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Fred war inzwischen am Rande des Friedhofs eingetroffen, er hatte vorher mit dem Friedhofswärter, Herrn Müller, Anton Müller, vereinbart, dass er das schmiedeeiserne Türchen am Westeingang nicht versperren soll. Am Türchen angekommen versuchte Fred gleich mal sein Glück. Die Klinke heruntergedrückt, das Türchen war versperrt. Fred murrte, da er jetzt über das Türchen und über die Mauer musste. Auf einen Müller, der auch noch Anton heißt, kannst du dich einfach nicht verlassen, brummelte er vor sich hin. Fred, obwohl er viele Kalauer hinter sich hatte, war immer ein Perfektionist. Nun ja, nur erkannten die anderen das zu seinem Leidwesen nicht. Leise, fast einer Katze gleich, glitt Fred über die Friedhofsmauer. Es war, wie bereits erwähnt, stockdunkel, heute, nein, heute schien kein Mond - Fred war ja unterwegs! Fred postierte sich hinter einem fast mannshohen Engel, der auf dem Marmordeckel einer Gruft stand. Von hier aus konnte er vieles überschauen. Sicher nicht alles, dazu war der Friedhof zu weitläufig und zu groß. Fred saß da bei seinem neu erworbenen Engelsfreund, ihn fröstelte, der Marmor war kalt, das Wetter war auch alles andere als angenehm.


Fast wäre Fred eingedöst, ein etwas komisches Geräusch, das bestimmt kein Tier verursachte, erlöste ihn von seinem Schlummer. Leicht geduckt, wieselschnell und zielsicher, durchstreifte vermutlich der Dieb sein „Revier“, den Friedhof. Fred war auf einem Schlag hellwach, er verfolgte den nächtlichen Eindringling und folgte ihn dann. Die Gestalt, vermutlich männlich, blieb plötzlich vor einem Grabstein stehen, ging um das Grab herum und bückte sich. Fred konnte nicht genau sehen, was der Unbekannte hier machte, aber offensichtlich wollte er von der Grabplatte des Grabes vor dem er stand, etwas entwenden. Wer Fred nur nach meinen Beschreibungen kennt, der rechnet wohl nicht mit einer vehementen Spontanität von ihm. Aber, er springt von seinem Versteck hervor, läuft soweit möglich, da durch die Nässe und der teilweise matschige Boden es wohl nicht zulassen, anständig zu „sprinten“, in Richtung der Grabstätte, wo der vermutliche Täter gerade zu Gange ist, etwas mitzunehmen.

Es kommt, wie es kommen musste, Fred merkt, dass er ins Rutschen kommt und schreit nur noch „Halt, Pol...“. Dann ist er nicht mehr zu bremsen, er stürzt und rutscht ohne einer Chance des Halts in ein am Vortag geöffnetes Grab. Ein dumpfer, hölzerner Schlag und ein leichtes Knirschen, dann steckt Fred so richtig fest. Zu allem Überfluss hatte er bei seinem Sturz sein Funkgerät verloren und es lag vermutlich am Rande des offenen Grabes.

Der Täter, er war wohl über alle Berge! Fred überlegte, soll er um Hilfe rufen? Soll er bis Allerheiligen ausharren und auf die ersten Grabbesucher, die sicherlich erst gegen Mittag vorbeikommen, warten? Fred musste nicht schreien, er musste auch nicht auf Mittag des nächsten Tages warten. Schritte im matschigen Boden ließen ihn plötzlich Hoffnung schöpfen. Er rief: „Hallo, helfen Sie mir hier raus, dann habe ich Sie nicht gesehen!“ Das war wieder echt Fred. Die Schritte verstummten, nur ein harter und schmerzhafter Schlag auf den Kopf ließ Fred kurz das Bewusstsein verlieren. Es waren nur ein paar Minuten, die er besinnungslos war, dann fasste er in seine linke Hosentasche, griff sich sein Mini-Led-Licht, das blau strahlte, leuchtete damit das Grab aus und im schon etwas morschen Sargdeckel steckte das doch nicht so kleine Handfunkgerät. Fred war es sehr unangenehm, er musste, wollte er hier vor Tagesanbruch wieder herauskommen, seine Dienststelle, und somit seine Kollegen rufen, dass sie ihm helfen.

„Pegnitz 1 für Pegnitz 5, bitte kommen“, etwas zaghaft, aber dann doch entschlossen, funkte Fred seine Kollegen an. „..was sollen wir mitbringen?“... kam da aus dem kleinen Lautsprecher krächzend die Stimme des DGL. „Ja richtig, ein Seil, benötige ich!“, war die zaghafte und fast schüchterne Antwort von Fred. Am anderen Ende, alle konnten ja mithören, kam da nur: „Fred, Fred!“

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