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Burglengenfeld. Faszinierende, energiegeladene Kontraste bilden im Rahmen der diesjährigen Jubiläums-Kunstausstellung auf der 1200-jährigen Kaiser- und Herzogsburg Lengenfeld ein sehenswertes Spannungsfeld. „Art Brut" im Kunstgeschehen von psychisch, seelisch gehandicapten Künstlern wird im Rahmen der 15. Auflage der Ausstellung ebenso zu sehen sein wie Kunst von „Jedermann-Künstlern", also Hobby-Künstlern, die sogenannte naive Kunstbildwerke schaffen. Die Vernissage der Ausstellung ist für den 26. Juli geplant – zu sehen sind die Werke danach noch bis zum 9. August.

Seit weit über einem Jahrzehnt blüht auf der Burg moderne Kunst immer wieder neu und zeigt den jungen Pulsschlag des 21. Jahrhunderts. Eingebettet in die ehrwürdigen Mauern präsentiert die künstlerische Leiterin Irene Heuser auch dieses Jahr wieder eine umfassende Sammlung aus aller Welt.

Irene Heuser und Mitarbeiterin Evi Vohburger bei der letztjährigen Auflage von "Kunst auf Bayerns Burgen".

„Aufgeschlossenheit, Neugierde, Interesse am Fremden und die Lust, Ideen zu entwickeln und umzusetzen, daraus entwickelte sich das Motto der Kunstakademie", erklärt Irene Heuser. Aus diesem Grund lobt die Akademie immer wieder den internationalen Kunstwettbewerb aus, zu dem Beiträge aus aller Welt für die Kategorien „Art Brut" und „Jedermann-Kunst" eingesandt werden.

Irene Heuser ist der festen Überzeugung, dass man alles – trotz Handicap – machen kann. „Die Bilder sind für die Seele, die handwerklichen Gegenstände zeigen Gebrauchsgegenstände. Kunst ist vielseitig und schön, man muss sie nur erkennen."


Bereits am 11. Juli wählt eine Jury "Kunst auf Bayerns Burgen" für die Kaiser- und Herzogsburg zu Burglengenfeld im Schloss Teublitz die Gewinner-Arbeiten des Jubiläumsjahres aus. Schwer ist diese Aufgabe auch schon aufgrund ihres Umfangs – jedes Jahr nehmen Künstler mit hunderten von Werken am Wettbewerb teil.

Die zahlreichen Exponate können Interessierte nach der Vernissage am 26. Juli noch bis zum 9. August auf dem mittelalterlichen Anwesen der ehemaligen Herzogsburg in Burglengenfeld bestaunen. Auch im "Hildegard von Bingen"-Kräutergarten, dem Bergfried, selbst im Pulverturm und in der Krypta wurden die prämierten Bildwerke präsentiert.

Abschließend noch eine Information zum Hintergrund der Ausstellung: Im Jahr 1998 wurde auf der Burg Lengenfeld die Kunstakademie eröffnet - und sie hat seit dieser Zeit viel Anerkennung erreicht. Heute ist die künstlerische Qualität der Werke außer Frage gestellt, eine Vielzahl an speziellen Museen und Galerien in der ganzen Welt bestätigen dies. Die Ordnungsbegriffe „Art Brut" oder „Outsider Art", ursprünglich auch Mittel der Ausgrenzung, haben sich fast schon zum Qualitätsbegriff entwickelt.