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Burkina_Faso_Spendenlauf_2019 Die Bäume boten Schutz vor allzu aufdringlichen Sonnenstrahlen. So fiel der Wandergruppe, mit an der Spitze Pfarrer Johann Trescher, das Marschieren sichtlich leicht.

Traditioneller Benefiz-Lauf zugunsten von Missio-Projekt

3 Minuten Lesezeit (600 Worte)

​Plakate in den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr, Alten- und Neuenschwand sensibilisieren das gesamte Jahr über die Gottesdienstbesucher für die Not in Burkina Faso. Speziell Frauen und Mädchen leiden unter den dort seit langem vorherrschenden Strukturen, die sie stark benachteiligen und in große Nöte stürzen. Hilfsorganisationen setzen mit konkreten Programmen dagegen. Es sind Konzepte zur Selbsthilfe, deren Umsetzung auf Spenden angewiesen sind. Bereits zum fünften Mal brachen die Pfarrangehörigen am Sonntagnachmittag zu ihrem Spendenmarsch auf.

Bewegung tut gut, bei einem Spendenmarsch nicht nur in eigener gesundheitlicher Hinsicht, sondern auch auf dem sozialen Sektor: Hilfe für Menschen in Not. Eine knapp 30-köpfige Gruppe, alt und jung, sammelte sich beim Bahnhof, bereit zum Abmarsch um den oberen Hammersee herum. Das Tempo blieb konstant moderat, so dass niemand außer Puste kam und Konversation untereinander möglich war. 

Was also hat es mit dem Missio-Hilfsprojekt „Burkina Faso" auf sich? Nach der Hälfte der Wegstrecke öffnete Pfarrer Johann Trescher den Teilnehmern die Augen, wie die konkrete Unterstützung vor Ort aussieht. Burkina Faso zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Das Hilfswerk "Missio" hält mit verschiedenen Projekten dagegen. In Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt von Burkina Faso in Nordwest-Afrika befindet sich das „Haus der Hoffnung". Diese Einrichtung wird von den „Schwestern vom Guten Hirten" geleitet. Dieses „Haus der Hoffnung" ist ein Zentrum, in dem Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenslagen Zuflucht und Schutz finden. Sie fliehen vor häuslicher Gewalt und sexueller Ausbeutung - oft in der eigenen Familie - oder vor einer drohenden Zwangsverheiratung mit einem wesentlich älteren Mann. 

Darüber hinaus werden die Mädchen und Frauen auch psychosozial betreut, um ihre erlebten Traumata zu bewältigen. Sie werden über ihre Rechte aufgeklärt, denn auch in Burkina Faso gelten Menschenhandel und Zwangsprostitution als Verbrechen. In Workshops werden sie zu Themen wie HIV/Aids sensibilisiert. Sie erhalten eine schulische Grundausbildung oder eine Einführung in handwerkliche Tätigkeiten wie Kochen und Backen, Nähen, Frisieren, Stoffe färben, Informatik oder der Herstellung von Seifen. So können sich die Frauen später ein eigenes kleines Einkommen verdienen. 

Pfarrer Trescher schilderte am Beispiel des Mädchens Aminata (Name geändert), wie das „Haus der Hoffnung" neue Zukunftsperspektiven in scheinbar aussichtslosen Situationen eröffnet. Die Mutter bei der Geburt gestorben, eine lieblose Stiefmutter, Aminata lief von daheim weg. Ziel war Bobo-Dioulasso, hier lebte ihre Großmutter, die sich aber auch nicht um ihre Enkelin kümmerte. Was folgte war das Abgleiten in die Prostitution und eine Schwangerschaft. Zuflucht fand sie im Zentrum „Hafen des Guten Hirten". Dessen Leiterin, Schwester Yvonne Clémence Bambara, kennt solche Schicksale. Mädchen, die vor Zwangsverheiratung fliehen, Frauen, die Opfer von Menschenhändlern geworden sind, raus wollen aus der Prostitution, verzweifelt, wenn sie alleinstehend und schwanger sind, ohne jegliche Unterstützung nicht mehr weiterwissen. 

Missio München unterstützt die Arbeit der Schwestern vom Guten Hirten. Hauskauf, Spielplatzbau, Schul- und Ausbildungsgebühren, Kosten für Nahrungsmittel und Kleidung, Gehälter und Mikrokredite zur Existenzgründung, um diese Voraussetzungen für eine nachhaltige Hilfe leisten zu können, ist Missio auf Spenden angewiesen. 

Regelmäßig leistet die Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr-Alten- und Neuenschwand mit Aktionen einen Beitrag dazu. Seit 2015 unterstützt sie Missio, bis 2018 waren es insgesamt 31.678,35 Euro. Und heuer konnten bereits 4.000 Euro überwiesen werden.

Dieser Spendenmarsch erbrachte insgesamt 1.117,00 Euro! Nach der Pause in der unteren Weihersiedlung, bei der der Geistliche nicht nur über die Arbeit des „Haus der Hoffnung" referierte, sondern die Teilnehmer auch mit „Eine-Welt-Waren" verköstigte, legte man den weiteren Weg entlang des Ufers am Hammersee zurück zum Bahnhof. 

Danach traf man sich in der Außenanlage der Kirche „Maria Königin", um bei Kaffee und Kuchen die Aktion gemütlich in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Pfarrer Johann Trescher freute sich über die Unterstützung des Projekts und dankte allen Teilnehmern und Sponsoren.


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