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091019-Hottner-1 Andreas Hottner sen. vor einem seiner Archivschränke zuhause, Fotos von Fabian Borkner

Fronberger Familie Hottner überlässt Archiv großartige Dokumente

2 Minuten Lesezeit (419 Worte)
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Es kommt im Alltag eines Stadtarchivars nicht häufig vor, eine so umfassende und detaillierte Dokumentensammlung über einen Gemeindeteil zu bekommen, wie es am Montagnachmittag in Schwandorf erfolgt ist. Dort hat Andreas Hottner aus Fronberg zusammen mit Stadtarchivar Josef Fischer die Kompilation aus Dokumenten, handschriftlichen Aufzeichnungen, handgemalten Motiven, Sterbebildern und privaten Briefen vorgestellt, die sein Vater Andreas zusammengetragen hatte.

Hottner senior, so schilderte es der Sohn, sei drei Jahre im Krieg gewesen, es folgten drei Jahre der russischen Gefangenschaft in einer sibirischen Kupfermine. „Der ist mit gerade 83 Pfund heimgekommen und hat sich geschämt, weil ihn so wohl keiner erkennen würde", erzählte Hottner sichtlich berührt. 

Diese harten Jahre in Russland ließen in Andreas Hottner sen. den Entschluss reifen, bei einer so stark herbeigesehnten Heimkehr jedes Detail seiner Heimat Fronberg zu dokumentieren. Und so fand Stadtarchivar Fischer einen historischen Schatz vor, der seinesgleichen sucht. „Es ist ein unschätzbar großer Fundus an Informationen, den wir so über keine andere ehemalige Gemeinde bekommen", erklärte Fischer, dessen Leidenschaft für die Schwandorfer Stadtgeschichte dabei in den Augen aufblitzte. „Er hat alles notiert: über den Bau des Schulhauses, das Schloss Fronberg und die Familie Breidbach-Bürresheim, die Fronberger Kirwa, sogar die Verletzten und Toten im Straßenverkehr", so Fischer weiter.


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Besonders seien auch die vielen Fotografien und handgezeichneten Bilder, die stets maßstabsgetreu das Fronberger Dorfbild wiedergeben, erläuterte der Archivar. Darunter finden sich beispielsweise ein gemaltes Bild eines Straßenzuges komplett mit den Namen und Hausnamen der Anwohner sowie mit den korrekt zugeordneten Sterbebildern, soweit vorhanden. 


„Das ist in der Tat ein Stück Schwandorfer Geschichte, die man hier mit Händen und Augen aufnehmen kann", freute sich auch der Oberbürgermeister Andreas Feller über die geglückte Zusammenarbeit mit der Familie Hottner, die sich über zwei Jahre erstreckte. Es waren insgesamt die unglaubliche Menge von Akten, Dokumenten und Alben in 21 Umzugskartons zu kartografieren. Diese Sammlung bleibt zwar im Besitz der Familie Hottner, sie überlässt diese der Stadt Schwandorf jedoch zunächst für 15 Jahre mit automatischer Verlängerungsmöglichkeit. 

Am Schluss äußerten sowohl Fischer als auch Hottner den Wunsch, dass sich natürlich einerseits auch andere Bürger aus den Stadtteilen melden mögen, wenn sie in ihren Kellern oder Dachböden ähnliche Funde machten. Zum anderen fände Fischer es wunderbar, wenn sich viele Bürger im Archiv meldeten, die sich diese Kostbarkeiten auch anschauen möchten.
Ein bewegender Moment ergab sich, als Andreas Hottner die Aktion zusammenfasste: „Das hätte meinen Vater aufrichtig stolz gemacht, dass seine Aufzeichnungen sich nun im Stadtarchiv in so guten Händen befinden" sagte er leise.

Andreas Hottner, Stadtarchivar Josef Fischer, Oberbürgermeister Andreas Feller
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