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Burglengenfelder SPD strebt energieautarke Stadt an

SPD-BUL_PV-Anlage-Feuerwehrgeratehaus-1 Positives Beispiel: Auf dem Dach des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Burglengenfeld gibt es seit vielen Jahren eine Photovoltaik-Anlage. Wenn es nach Hans Deml, Michael Hitzek und Thomas Fischer (v.li.) von der Burglengenfelder SPD geht, sollen noch viele weitere folgen. Foto: Sebastian Bösl
Burglengenfeld soll energieautark und CO2-neutral werden. Dieses Ziel haben die Burgengfelder Sozialdemokraten auf einer Klausurtagung mit Bürgermeisterkandidat Michael Hitzek und den Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat formuliert. Den Bürgerinnen und Bürgern sollen dabei konkrete Möglichkeiten der Mitwirkung aufgezeigt werden – durchaus auch mit Rendite-Möglichkeiten.


Bereits im Juli hatte die SPD-Fraktion ein neues Energie- und Klimaschutzkonzept als Basis für wichtige Maßnahmen der Stadt und ihrer Bürger zur Reduktion der CO2-Emissionen in Burglengenfeld beantragt, das letztlich auch eine große Mehrheit im Stadtrat fand. Es soll u.a. für eine möglichst versiegelungsarme Gestaltung von Flächen im Stadtgebiet sorgen, für insektenfreundliche Bepflanzung und die Eindämmung von Schottergärten. Ein weiterer wichtiger Punkt dieses Konzepts ist die Ausstattung der Dächer von Gebäuden mit Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen.



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Jetzt will die Burglengenfelder SPD noch einen Schritt weitergehen. „Wir wollen zunächst mit zwei wichtigen Maßnahmen erreichen, dass sich Burglengenfeld langfristig selbst mit erneuerbarer Energie versorgt und damit CO2-neutral wird", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat, Hans Deml. Zum einen soll Burglengenfeld als Teilhaber der „Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz eG" (bemo) Mitinhaber von Windrädern und Solarparks in der näheren Umgebung werden. Oder mit den Nachbarstädten Teublitz und Maxhütte-Haidhof eine solche genossenschaftlich geführte Einrichtung gründen. Dadurch soll der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert und es Bürgern und Institutionen ermöglicht werden, sich an der Realisierung derartiger Projekte zu beteiligen. Es soll damit aber auch dem Grundsatz „lokal erzeugt, lokal verbraucht" Rechnung getragen werden.

Der zweite und wesentlich weitergehende Ansatz ist, dass die Stadtwerke Burglengenfeld künftig als eigenständiger Energieversorger auftreten sollen, sagt Bürgermeisterkandidat Michael Hitzek. Ein Bürgersolarkraftwerk auf einer städtischen Fläche, gebaut und betrieben von einer Genossenschaft mit Energiebeteiligung, oder als eigene Anlage der Stadtwerke kämen dafür in Frage.

Diskutiert haben die Sozialdemokraten auch ein Programm, in dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Dachflächen gegen finanzielle Ausgleichsmöglichkeiten für eine Bürgersolaranlage zur Verfügung stellen können oder auch als Finanzanleger mit Chance auf Rendite auftreten können. Mittelfristig soll die Stadt Burglengenfeld auch Vorreiterin werden, was das Thema Energiespeicherung betrifft, um die Fähigkeit zur Selbstversorgung zu schaffen. Der Bau bzw. die Ansiedelung einer Wasserstofftankstelle und einer Anlage zur Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff als Speicher-, Heiz- bzw. Pkw-Kraftstoff („power-to-gas") ist hier ein langfristiges Ziel.

Dass all dies möglich ist, zeigen auch kleinere Städte wie Wunsiedel, die ihre Energieversorgung in die eigene Hand genommen haben und bald völlig energieautark sein werden. Das Gesamtkonzept beruht hier auf dem Denkansatz „so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig". „Die Vision der energieautarken Stadt ist zwar steil, aber zu schaffen", sind sich die energiepolitischen Sprecher der Burglengenfelder SPD, Timm Peris und Thomas Fischer, einig. „Energieautarkie – und damit die Entkoppelung vom nationalen und internationalen Energiemarkt und damit von der Spekulation –führen nur über eine weitestgehend dezentrale Energieversorgung und die Synchronisation von Erzeugung und Verbrauch."

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