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Inge Jacob ist verstorben: Große Leistungen als Bräuin, Wirtin und Mutter

3 Minuten Lesezeit (518 Worte)

Bodenwöhr. Wer aus der Stadt in den ländlichen Raum verpflanzt wird, muss etliche Hürden meistern. Inge Jacob ist in einem langen, erfüllten Leben aber weitaus mehr gelungen. Sie hat ihren Heimatort Bodenwöhr in den Jahrzehnten ihres Arbeitens und Wirkens unverwechselbar und unübersehbar mitgeprägt. Am Samstag, 10. April, 12.45 Uhr endete der Lebensweg einer außergewöhnlichen Frau, die es stets verstanden hatte, ihren Mann zu stehen – und das schon zu Zeiten, in denen dafür noch besonders viel Hirn, Herz und Hingabe erforderlich waren.


Inge Wimmer (Jahrgang 1930) wuchs in der Landes- und Weltbier-Hauptstadt München auf. Als junge Frau fiel sie bereits durch ihren Hang zu Buchführung und der Kunst des betrieblichen Managements auf. Als es nach den Verheerungen des Krieges eher üblich gewesen wäre, sich auf eine Rolle als Hausfrau und Mutter vorzubereiten, studierte sie stattdessen Betriebswirtschaftslehre an der LMU in München.

Ihr Herz verlor sie auf dem Oktoberfest – an den Bräu aus Bodenwöhr, Friedrich Jacob, mit dem sie nach der Hochzeit in Altötting alsbald dessen elterlichen Betrieb übernahm. Brauerei und Brauereigasthof prägten und prägen den Ort nachdrücklich. Aus der Gemeinde am Hammersee ist wohl kein anderes Motivso bekannt wie die Aussicht über das Wasser zum Seehaus, der überregional beliebten Gastronomie mit Terrasse und Biergarten.

Der Brauereigasthof in der Form, wie er heute über den Hammersee hinweg Einheimische wie Feriengäste grüßt, entstammt dem letzten großen Umbau, den Inge und Friedrich Jacob gemeinsam vornahmen. Zusammen ertüchtigten sie das Geschäft für die moderne Zeit und legten so eine solide Grundlage für die nächste, inzwischen vierte Bodenwöhrer Jacob-Generation, bestehend aus den Söhnen Fritz und Marcus.

„So ein Haus braucht Engagement und Wissen", sagte deren Mutter noch vor wenigen Monaten, als sie zu ihrem 90. Geburtstag ihr erfülltes Leben reflektierte. Als vor 24 Jahren ihr Mann Friedrich verstarb, musste Inge Jacob gemeinsam mit ihren Söhnen den Betrieb auf Kurs halten.

Ihre Ausbildung, das breite Wissen und der gute Name, den sie sich in der Branche erworben hatte, halfen ihr ebenso wie ihr unermüdlicher Fleiß. Als Bräuin und Wirtin zeichnete sie jedoch eine weitere zentrale Kernkompetenz aus: Der liebenswürdige Umgang mit den Mitmenschen. Nur er ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Gastronomie.

Inge Jacob lebte für das Geschäft – und für ihre Familie. Als Sohn Marcus die Geschäftsführung übernahm, blieb sie noch viele Jahre aktiv mit Rat und Tat, managte das Hotel und sorgte sich um die Gäste. Die kamen von Nah und Fern. Viele Jahrzehnte dauernde Freundschaften fanden erst jetzt durch Inge Jacobs Tod ein Ende.

In den letzten Jahren war es der Grande Dame vom Hammersee noch vergönnt, mitzuerleben, wie sich mit Enkel Alexander die fünfte Jacob-Generation in den Betrieb hinein integriert. Und so wird der Brauereigasthof auch weiter in ihrem Sinn vom See her grüßen, und manch einer, der sie kennenlernen durfte, wird bei dem einen oder anderen Glas Jacob-Bier an Inge Jacob denken.

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