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Naturschutzgebiet Einen Teilerfolg erzielten die Umweltschützer um Zeno Bäumler (links) bei der Ablehnung des Flächennutzungsplans „Interkommunales Gewerbegebiet“. Bei einem Ortstermin setzten sie sich um den Erhalt des Naturschutzgebietes „Heiligenholz“ ein.

Interkommunales Gewerbegebiet: Teilerfolg für Naturschützer

2 Minuten Lesezeit (424 Worte)
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Schwandorf. Die Mitglieder des Zweckverbandes „Interkommunales Gewerbegebiet an der A 93" haben auf die Bedenken des Landesbundes für Vogelschutz, des Bauernverbandes und der ÖDP reagiert und die Pläne für den Flächennutzungsplan im Bereich „Heiligenholz" modifiziert. Bei der Sitzung am Donnerstag in der Oberpfalzhalle fassten die Verbandsräte den einstimmigen Beschluss, eine Fläche von 14 Hektar aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen.

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Ursprünglich sollten 40 Hektar Wald- und Naturschutzgebiet zwischen der A 93 und der Staatsstraße 2145 von Schwandorf nach Steinberg am See als Industriegelände ausgewiesen werden. Es würde bis auf wenige Meter an den Hirtlohweiher heranreichen, den der Landesbund für Vogelschutz als Rückzugsgebiet für seltene Vogel- und Amphibienarten erworben hat. LBV-Kreisvorsitzender Zeno Bäumler (Wernberg-Köblitz) hält das „Natura-2000-Gebiet" für eine Gewerbeansiedlung „völlig ungeeignet". Der Wald sei „in weiten Teilen vernässt" und weise „größere Moorstandorte" auf, betonte er bei einer Ortsbesichtigung vor wenigen Wochen. Der Standort habe zudem keinerlei Anbindung an bestehende Siedlungsgebiete.

Dieses Argument griff auch ÖDP-Kreisvorsitzender Alfred Damm auf. Er sieht das vom Gesetzgeber geforderte „Anbindegebot" verletzt und unterstützte deshalb die Einwände des Vogelschutzbundes. Die ÖDP startete eine Internet-Petition gegen die Pläne des Zweckverbandes, die mittlerweile 464 Personen unterschrieben haben. Kritik kam ferner vom Bayerischen Bauernverband, der um den Waldbestand am „Heiligenholz" fürchtet. „Wir kommen nun allen Beteiligten entgegen", versicherte Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, der als amtierender Zweckverbandsvorsitzender die Sitzung leitete. Der Kompromiss bestehe darin, „dass wir 14 Hektar Fläche aus dem Flächennutzungsplan herausnehmen". Die Grenze liege nun 500 Meter vom Hirtlohweiher entfernt.



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„Das ist auf jeden Fall besser als vorher", so die erste Reaktion des LBV-Kreisvorsitzenden Zeno Bäumler auf „den Teilerfolg". Er ist aber nach wie vor der Meinung, „dass ein Industrie- und Gewerbegebiet nicht in den Wald gehört". Er werde das weitere Vorgehen nun im Vorstand besprechen. Der Zweckverband wird nun, wie Vorsitzender Thomas Falter ankündigte, den überarbeiteten Entwurf des Flächennutzungsplans neu auslegen. Parallel dazu soll der Bebauungsplan am „Richtfeld" rund um die OMV-Tankstelle vorangebracht werden. Dort hat der Zweckverband ein fünf Hektar großes Gebiet für 1,4 Millionen Euro erworben, für das er so schnell wie möglich Baurecht schaffen will. Der Geschäftsleiter des Zweckverbandes, Roland Kittel, geht davon aus, „dass wir im nächsten Jahr Baureife erhalten werden und loslegen können".

14 Jahre nach der Gründung änderte der Zweckverband seine Strategie, ging in Vorleistung und stellte einen Flächennutzungsplan auf. Die drei beteiligten Gemeinden teilen sich die Kosten. Jeweils 45 Prozent tragen die Stadt Schwandorf und die Gemeinde Wackersdorf, den Rest übernimmt die Gemeinde Steinberg am See. Der Verbandsversammlung gehören 15 Stadt- und Gemeinderäte an. Je sieben aus Schwandorf und Wackersdorf und einer aus Steinberg am See.

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