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Konrad Max Kunz: Drei Säulen der Kunst

Konrad Max Kunz: Drei Säulen der Kunst

4 Minuten Lesezeit (820 Worte)

Es ist ein kleines Zauber-Panoptikum hinter einer schmucken roten Fassade, nur einen Steinwurf von der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf entfernt, und doch ein bisschen versteckt. Die Konrad-Max-Kunz-Musikakademie besteht aus vielen verschachtelten, kleinen und großen Übungsräumen, Sälen und einer Bühne, die dank dunkler Gründerzeit-Möbelierung und liebevoller Gestaltung ein harmonisches Flair ausstrahlen.

Die Akademie ist eine der drei Säulen, aus denen pfiffige und engagierte Leute wie Cornelia Horsch und Christina Fink-Rester dem Bayernhymnen-Komponisten einen imaginären kulturellen Tempel erbauen, der viele Jünger anzieht. Die weiteren Standbeine der „Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung e.V.“ sind der Oratorienchor und das SAD-Theater.



Cello, Fagott und Oboe
Wir treffen uns mit den beiden Vorsitzenden an einem bitterkalten Dienstagabend in der Akademie. Im Chorsaal haben gerade zwei der insgesamt 16 Musiklehrer zu einem Vorspielabend eingeladen. Fünfjährige Mädchen mit erstaunlichen Leistungen an Violine und Klavier. Der Saal – er fasst ca. 70 Besucher – ist brechend voll. Möglichst leise schleichen wir vorbei in ein gemütliches kleines Besprechungszimmer. Es ist angenehm warm hier drin. Kunz hätte es im benachbarten Blasturm bestimmt auch gern so mollig gehabt, als er dort das Lied der Bayern komponierte.

Image-Video der KMK-Fördervereinigung:

 


Heute besuchen rund 140 Schüler aus Stadt, Landkreis und Vilstal die verschiedenen Kurse. Es handelt sich um Einzelunterricht, durchaus auch auf Instrumenten, die sonst in der näheren Umgebung nur spärlich zu finden sind. Cello, Bratsche, Oboe und Fagott zum Beispiel.  

Als der inzwischen verstorbene Musikpädagoge und Dirgent Robert Schander die Akademie im Jahr 2000 ins Leben rief, prägte er sie zunächst klassisch. Inzwischen sind interessante Stilrichtungen wie Jazz (Eberhard Geyer) oder Rock/Pop (Sebastian Reinhardt) dazu gekommen. Die neuen Ideen, die der im Herbst berufene künstlerische Leiter Peter Neff einbringt, erfreuen sich guter Nachfrage, sagt Cornelia Horsch. Generell habe Neffs Verpflichtung der Akademie noch einmal einen deutlich spürbaren Schub nach vorne gebracht – inhaltlich und organisatorisch.

Ensemble-Arbeit
Einer von Neffs Schwerpunkten ist laut Fink-Rester die Ensemble-Arbeit. „Er fördert sehr früh das gemeinsame Üben“, sagt die 2. Vorsitzende. Es sind aber beileibe nicht nur Kinder, die ein Instrument oder das richtige Singen erlernen wollen. „Wir haben auch viele erwachsene Anfänger der Altersgruppe 55 plus“, so Cornelia Horsch. Ob Chor- oder „Einzel-Sänger“, die Kurse zur Stimmbildung sind beliebt.

Und hier setzen dann auch die ersten Wechselwirkungen zwischen den Säulen des „Kunz-Tempels“ ein. Das Erlernte lässt sich bei der Probenarbeit und den Auftritten des Oratorienchors trefflich verwenden, hier lassen  auch die beiden Chefinnen ihre Stimmen hören. Sie reizt das außergewöhnliche, mitunter auch anspruchsvolle Repertoire des Chors, ebenso wie die anderen 40 Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus. „Wir haben Spaß an der Exaktheit“, beschreibt es Cornelia Horsch und lobt Chorleiter Wolfgang Kraus.


Beim letzten Oratorienchor-Konzert Ende des Vorjahres konnte die Akademie das komplette Orchester aus eigenen Reihen stellen. „Das ist natürlich für uns das Schönste, wenn wir sehen, dass da etwas wächst“, freut sich Fink-Rester. Die Akademie habe in die Landesjugendorchester Regensburg und München schon etliche Absolventen „entsenden“ können.

Los geht so eine Karriere erst einmal mit einem Herantasten. Schnupperstunden, ausprobieren – im Instrumentenkarussell kann jeder Zögling erst einmal eine Reihe von Akademie-eigenen Instrumenten durchprobieren, ehe er sich auf die große Liebe seines Lebens festlegt. In der Orff-Gruppe bilden die Kinder zuvor in der musikalischen Früherziehung ihr Takt- und Rhythmusgefühl. Die Akademie hilft, wo sie kann. Instrumente gibt es zu leihen (alle aktuell generalüberholt!), für sozial schwache Kinder gibt es fördernde Sponsoren und das Bildungsgutschein-Modell von der Agentur für Arbeit. Einsteigen kann man jederzeit, nicht nur zu Beginn des Schuljahres. In etlichen der zahlreichen Instrumenten- und Gesangskurse gibt es noch freie Kapazitäten.

Die Akademie finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Kursgebühren und Spenden von Firmen oder Privatleuten. Auch seitens der Stadt gibt es - zumindest ideelle - Unterstützung – wobei sich die Damen über Hilfe bei der Miete für die Räumlichkeiten an der Spitzwegstraße freuen würden.



Musik und Erotik
Eine wesentlich schlichtere Unterkunft, die aber auch viel Atmosphäre bietet, genießt das SAD-Theater, das Fink-Rester leitet. Die Aufführungen im Frühjahr finden im Sperl-Stadel statt, geprobt wird aber in einem der (beheizten) Akademie-Säle. Für die Impressaria, die selbst hervorragend  spielt und in beeindruckender Manier Regie führt, ist Musik in der Inszenierung ein wesentliches Element.


Beim „Don Juan oder der Nacht von Valognes“ gibt es dazu Gesang und Tanz, die Musik kommt von Akademie-Lehrer Eberhard Geyer.     Die Zuschauer dürfen sich – man ist es vom SAD-Theater schon gewohnt – wieder auf mehr als nur einen Hauch unterschwelliger Erotik freuen. Premiere ist am 29. April  um 20 Uhr. Das Ensemble umfasst rund zehn Schauspieler, heuer ist auch eine Jugendliche dabei.

Christina Fink-Rester (l.) und Cornelia Horsch.

Die beiden Frauen versprühen viel Esprit, als sie ihre Projekte beschreiben. Der Zeitaufwand und das Herzblut, das sie in ihren virtuellen Kunsttempel stecken müssen, sei das Ergebnis der „Freude an dem, was dabei herauskommt“ und der Möglichkeit, „selbst mitzuwirken“: Sei es im Chor, auf der Bühne, oder – in mehrfacher Hinsicht – hinter den Kulissen. „Wir haben beide die Tendenz zur Verantwortung“, sagt Cornelia Horsch. 

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