Anzeige
694265_original_R_by_Peter-Hebgen_pixelio.de Symbolbild: (c) by_Peter-Hebgen_pixelio.de

Kriminalpolizeiinspektion Amberg gründet im Mordfall Kalweit aus dem Jahr 1980 die „Ermittlungsgruppe Stadtgraben“

3 Minuten Lesezeit (604 Worte)
Empfohlen 

Die Tat ereignete sich im März 1980 und liegt damit annähernd 39 Jahre zurück. Das Opfer, die damals 38-jährige Gertrud Kalweit, wurde am 21. März ermordet im Stadtgraben von Amberg aufgefunden. Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg versuchen erneut, auch auf Basis der neuesten wissenschaftlichen und kriminaltechnischen Möglichkeiten, mit der eigens im Oktober 2018 gegründeten Ermittlungsgruppe „EG Stadtgraben" die Tat aufzuklären. Für sachdienliche Hinweise, die zur Tataufklärung führen, ist zwischenzeitlich eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Trotz personal- und zeitintensiver Ermittlungen, unmittelbar nach Entdeckung der Tat und weiteren umfangreichen Recherchen in den Jahren danach, gelang es bislang nicht, das Gewaltverbrechen aufzuklären.


Anzeige
Ernst Malerfachbetrieb

Durch die „EG Stadtgraben" der Kripo Amberg, angesiedelt beim Kommissariat 1 - zuständig für die Bearbeitung von Tötungsdelikten – erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Kommissariat 7 – Spurensicherung und Spurenauswertung - bereits ein intensives Studium der Fallakten, die zwischenzeitlich über 10 große Ordner füllen.
Sehr hilfreiche Unterstützung erfahren die Beamten dabei auch von ehemals mit dem Fall befassten Ermittlern. Dieser bisher kaum praktizierte Ermittlungsschritt erfolgte Mitte Januar 2019 mit sechs ehemaligen Kollegen im Rahmen einer offiziellen Besprechung. Hierbei zeigten sich immer noch detaillierte Erkenntnisse und Eindrücke von der lange zurück liegenden Tat. Mit ihren ergänzenden Erklärungen und Einschätzungen, versuchten die bereits im Ruhestand befindlichen Kollegen, ihr Möglichstes zur Klärung des Falles beitragen.

„Bei der wiederkehrenden Fallbetrachtung und dem Aktenstudium ergaben sich neue Fragestellungen, die wir klären wollen. Neben erneuten Befragungen und Vernehmungen sollen auch die neuesten wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten, aber hoffentlich auch Hinweise aus der Bevölkerung, Antworten liefern. Wir lassen nichts unversucht, um den Mordfall aufzuklären!" so beschreibt Kriminaloberrat Gerhard Huf, der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, die umfangreichen Bemühungen.

Eng begleitet werden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Amberg, die unter anderem Anordnungen für aufwendige Untersuchungen an dem noch vorhandenen Spurenmaterial erlassen hat.

Das Aufrollen dieses Cold-Case-Falles mit erneuter, intensiver Fallbetrachtung erfolgt, weil Mord nicht verjährt und sich die fortschreitende Zeit immer weiter negativ auf die Ermittlungsarbeit auswirkt. Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger gestaltet es sich, Abläufe in der Tatnacht nachzuvollziehen. Nun wird nochmals mit Nachdruck versucht, den Täter zu ermitteln.


Tatbeschreibung:
Das 38-jährige Opfer wurde in der Nacht von Donnerstag, 20.03.1980 auf Freitag, sexuell missbraucht und ermordet. Ein Passant fand die leblose Frau am Freitagmorgen, gegen 06.30 Uhr, in einem Gebüsch im Stadtgraben am Kurfürstenring zwischen dem Nabburger Tor und der sogenannten Stadtbrille auf und verständigte die Polizei.

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse gehen die Ermittler davon aus, dass die Geschädigte gegen 23.10 Uhr alleine zu Fuß aus Richtung des Kreisverkehrs am Nabburger Torplatz, auf dem oberen Alleeweg neben dem Kurfürstenring in Richtung Wingertshofer Tor ging. Etwa auf Höhe der Fa. DEPRAG dürfte sie vom Täter überwältigt und in den Stadtgraben gezogen worden sein. Dort verging sich der Täter an der Frau und fügte ihr unter anderem Schlag- und Stichverletzungen zu, an denen sie letztlich verstarb.

Belohnung:
Durch das Bayerische Landeskriminalamt wurde für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro (in Worten: zehntausend) ausgelobt. Die Belohnung wird nur unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und verteilt. Sie ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.


Hinweistelefon:
Auch wenn die Tat bereits viele Jahre zurück liegt, erhoffen sich die Ermittler neue Ermittlungsansätze oder Informationen zum Geschehen in der Tatnacht, durch Mitteilungen aus der Bevölkerung.
Wichtig ist dabei, dass alle Wahrnehmungen, auch solche vom Hörensagen und wenn sie noch so unwichtig erscheinen mögen, an die Ermittler herangetragen werden. Nur Informationen die der Polizei auch bekannt sind, können von den Beamten auf einen möglichen Tatzusammenhang geprüft werden.
Alle Mitteilungen, werden dringend an die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 erbeten.

Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

25. Februar 2021
Neunburg vorm Wald. Übertrittswillige SchülerInnen der vierten Klassen der Grundschulen und deren Eltern können sich ab sofort über das pädagogische Angebot der Realschule Neunburg auf der Homepage der Schule informieren. Ein Präsenztag, wie im Infor...
24. Februar 2021
Kreis Schwandorf. Es hatte sich in den letzten Tagen schon abgezeichnet: Schulen und Kitas im Kreis Schwandorf sind ab Donnerstag, 25. Februar, wieder zu. Zuvor waren 51 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Im Fokus haben die Behörden auch se...
24. Februar 2021
Kreis Schwandorf. "Der Spielraum für die Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten wurde zwar maximal ausgenutzt, aber wir haben eine Grenze erreicht, bei der verantwortungsbewusst gehandelt werden muss. Die Inzidenz ist deutlich von 110,2 auf 123,8...
24. Februar 2021
Kreis Schwandorf. In den vergangenen sieben Tagen sind im Landkreis Schwandorf 195 neue Corona-Infektionen festgestellt worden, die sich auf die Gemeinden wie folgt verteilen:...
24. Februar 2021
Steinberg am See. Ein 24-Jähriger aus Amberg befand sich am frühen Dienstagnachmittag mit seinem Pkw am Steinberger See. Als er gerade wegfahren wollte, kam ein nicht angeleinter Hund auf seinen BMW zugelaufen. Der Hund sprang an die Fahrertüre und h...
24. Februar 2021
Maxhütte-Haidhof. Das Bürgerfest in Maxhütte-Haidhof, das vom 14. und 15. August 2021 in Maxhütte-Haidhof mit rund 40 Musikgruppen geplant war, wird aufgrund der aktuellen Situation durch die Corona-Pandemie verschoben....
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

19. Februar 2021
Kreis Amberg-Sulzbach/StadtAmbrg. Im Landkreis Amberg-Sulzbach beginnt ab Montag, 22. Februar für Grundschüler, Abschlussjahrgänge der beruflichen Schulen, Real- und Mittelschulen sowie Kinder und Jugendliche der entsprechenden Stufen an Förders...
16. Februar 2021
UPDATE: Amberg. Wasser in Mengen - und vor allem da, wo es nichts zu suchen hat: Die Feuerwehr musste am Dienstagmorgen zum Stadtarchiv am Paulanerplatz ausrücken, da es dort zu einem Rohrbruch im Dachgeschoss gekommen war -&...
02. Februar 2021
Amberg. Nachdem die Seniorenheime in der Stadt Amberg bis dato weitestgehend verschont geblieben waren, hat sich das Coronavirus nun doch noch in einem der hier ansässigen Häuser ausgebreitet. Betroffen ist das Seniorenheim der Diakonie in der Hellst...
01. Februar 2021
Sulzbach-Rosenberg. Auf dem „Sulzbacher Kreuz" (Bundesstraße 85 / Bundesstraße 14) krachte es am Sonntagvormittag (31.01.2021) gegen 10.55 Uhr. Eine 42-jährige Pkw-Fahrerin wurde leicht verletzt. ...
29. Januar 2021
Amberg-Sulzbach. Es läuft langsam in die richtige Richtung. Weniger neue COVID-19-Fälle in den vergangenen zwei Wochen meldet der Landkreis Amberg-Sulzbach. Im Folgenden die Details dazu....
27. Januar 2021
Sulzbach-Rosenberg. Der Albtraum jeder Pflegekraft in einem Seniorenheim bei der momentan herrschenden Witterung: Ein Bewohner, der sich evtl. verwirrt und unzureichend gekleidet selbständig macht. Am Dienstag gegen 19 Uhr fiel in einer Einrichtung i...

Für Sie ausgewählt