Kritik an Marktratspolitik

Kritik an Marktratspolitik

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Gravierende Probleme bei der Umsetzung von Marktratsbeschlüssen mussten die GRÜNEN einmal mehr bei ihrer Sitzung feststellen, übte Marktrat Rudolf Sommer Kritik. Die Aufgabe, sich gegen den Abwärtstrend der Attraktivität der Ortsmitte zu engagieren, werde sträflich vernachlässigt. Seit Jahren versuchten die GRÜNEN Bewegung und Belebung für und in den Ortskern zu bringen. Doch selbst eine seit langem beschlosse Informationsfahrt nach Perlesreut sei bisher nicht organisiert worden.

Nutzungsmöglichkeiten für leerstehende Gebäude im Zentrum zu finden sei eine Premiumaufgabe der Gemeinde, betonte Sommer. Jede Wohnnutzung, die aufgegeben werde, bedeute einen Verlust an Lebendigkeit und Kaufkraft. Jeder Laden, der geschlossen werde, schwäche den Versorgungsstützpunkt im ländlichen Raum. Positiv vermerkt wurde, dass im Haushalt der Kauf von Altbestand im Gemeindekern eingeplant sei, was hoffentlich bald umgesetzt und aktiv gestaltet werde.

In Perlesreut haben sich zwölf Kommunen zusammengetan, das wäre auch für die drei Kommunen Nittenau, Bruck und Bodenwöhr sinnvoll. Ganz gezielt würden hier die Dorfkerne wiederbelebt und zwar gemeinsam, so dass man sich nicht gegenseitig Konkurrenz mache. Die Bürgermeister haben gemeinsam staatliche Geldhähne angezapft und sowohl Bundesmittel der Städtebauförderung als auch bayerische Mittel für die ländliche Entwicklung eingeworben. Mit einer ortsübergreifenden Immobilienbörse und eine rührige Öffentlichkeitsarbeit begegnen sie dem Leerstand.

Bei der Vorstellung des Haushalts der Gemeinde konnte einmal mehr festgestellt werden, dass die finanzielle Situation optimal für zukunftsfähige Investitionen sei, so Sommer.

Wichtigste Punkte für die GRÜNEN seien neben den ökologischen Kriterien und der Ortskernbelebung vor allem die Sicherung der Wasserversorgung, sowohl in quantitativer wie auch in qualitativer Hinsicht. Da zum einen seit vielen Jahre ein sehr hoher Wasserverlust zu beklagen sei und die Wasserversorgung an ihre Leistungsgrenzen komme, bestehe hier Handlungsbedarf. Das Leitungsnetz und vor allem die PVC-Leitungen seien nach Jahren immer wieder für Wasserrohrbrüche verantwortlich. Offensichtlich werden die Rohre nach dem Ausgasen der Weichmacher derart brüchig, dass es vermehrt zu Rohrbrüchen komme. Zudem komme die Leistung der gesamten Trinkwasserversorgung durch den steigenden Verbrauch an wertvollem Trinkwasser an seine Kapazitätsgrenzen, auch weil Anreize zum Sparen fehlen.

Grundsätzlich befürworten die GRÜNEN eine Gesamtplanung für die zukünftige Versorgung mit Trinkwasser. Da die Anlagen alle in die Jahre gekommen seien, müsse hier eine vorausschauende und langfristige Gesamtplanung erfolgen. Die bisherige Anzahl von drei Brunnen zur sicheren Wasserversorgung sollte beibehalten werden. Die voraussichtliche Stilllegung eines Brunnens müsse mit einem neuen Brunnen kompensiert werden.

Neben dem steigenden Verbrauch und den Verlusten durch Rohrbrüche, sehen die GRÜNEN auch Handlungsbedarf bei der grundsätzlichen Sicherung der Versorgung. So könnte bei einem längeren Stromausfall, der z. B. durch extreme Wetterereignisse verursacht wird, auch die Wasserversorgung ausfallen, hier wäre der Ankauf und Einsatz eines Notstromaggregats zu prüfen. Die entscheidende Frage sei hier, wie lange nach einem Stromausfall die Wasserversorgung gewährleistet werden kann.

Um die Wasserversorgung gerade in den heißen Sommermonaten nicht zu gefährden, lehnen die GRÜNEN den ungeregelten Einsatz von Gartenwasserzählern ab. Diese sollten nur in begründeten Ausnahmenfällen, wie in landwirtschaftlichen Betrieben für Viehtränken kostensparend zugelassen sein, nicht jedoch, um sich einen Swimmingpool kostengünstig mit wertvollen Trinkwasser zu füllen. Dafür sei das Trinkwasser zu wertvoll, so Marktrat Pfauntsch.

Weitere Sparmaßnahmen seien diskutiert worden,. So könnte die Bewässerung der Schulsportanlagen und des Fußballplatzes über Regenwasserzisternen erfolgen. Gerade da stehen große Dachflächen zur Verfügung, für die sich Regenwassersammelanlagen anbieten. Langfristig können hier Kosten und Trinkwasser gespart werden.

Auch die Brucker Produktionsfirmen mit hohem Trinkwasserbedarf, wo das Wasser lediglich zur Kühlung genutzt wird, könnten das gebrauchte Wasser abkühlen lassen und wiederverwenden. Damit könnte eine enorme Mange an Trinkwasser gespart werden und auch hier könnte sich das langfristig kostengünstig auswirken, ökologisch ist es jedenfalls sinnvoll, betonte Rudi Sommer.

Für ihn sei es auch eine immense Störung im Naherholungsgebiet Sandoase, wenn dort die Gyrokopter dröhnen. Immer wieder kommen Beschwerden von Besuchern über diese lauten Fluggeräte. Gerade bei schönem Wetter, wo die Naherholungsuchenden in der Sandoase unterwegs oder im Sommer beim Baden sind, lärmen auch diese Fluggeräte vermehrt. Die Entwicklung am Flugplatz sei für die Tourismusregion “Oberpfälzer Seenland“ kontraproduktiv. Es muss befürchtet werden, dass durch diesen teils unerträglichen Lärm, Bemühungen um die touristische Entwicklung gerade im Hinblick auf den angestrebten sanften Tourismus zerstören werden.

WeitereH Punkte waren der Tschernobyl-Tag am 26. April, zu dem die GRÜNEN wieder eine Erinnerungsveranstaltung planen, sowie der Landtags- und Bezirkstagswahlkampf, bei dem man den grassierenden Populismus mit sachlichen und seriösen Veranstaltungen Paroli bieten will.


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