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Kultur schätzen und schützen

Kultur schätzen und schützen

3 Minuten Lesezeit (599 Worte)

„Nur wenn man weiß, was man an Kultur besitzt, kann man sie schützen und erhalten!“ - Die Erfassung (historischer) Kulturlandschaftselemente stellt eine Mammutaufgabe dar - Vorstellung der Elementtypen (Theorie) und Methodik im Landratsamt

Vor kurzem fand im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt Amberg-Sulzbach ein Workshop zum LEADER-Kooperationsprojekt „Erfassung (historischer) Kulturlandschaften“ statt. Eingeladen hatte Maria Schmalzl von der LAG-Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach e. V.) all jene, die sich für die geschichtlichen Zeugnisse ihrer Gemeinde und darüber hinaus interessieren. Gekommen waren Bürgermeister, Gemeinderäte, Vertreter von Gemeinden, Ortsheimatpfleger und weitere Heimatinteressierte. Ziel des auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegten Projektes ist es, die historischen Elemente und Strukturen, die unsere heutige Kulturlandschaft prägen, möglichst umfassend zu erfassen. Begleitet und unterstützt wird das Vorhaben vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Drei Experten gaben Einblicke in die zu erfassenden Elementtypen der historischen Kulturlandschaften und stellten Methoden zur Erfassung vor.

Ein besonders schöner Bildstock befindet sich in Unterleinsiedl, Gemeinde Ursensollen. Er soll unter dem Bereich Religion, Staat, Militär aufgenommen werden. Die Jahreszahl 1806 könnte auf die Gründung des Königreiches Bayern oder auf einen Unglücksfall hinweisen.

Unsere Landschaft hat nicht nur eine ökologische, sondern auch eine historische Dimension. In unserer heutigen Landschaft, die fast durchgängig eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft ist, lassen sich vielfältige historische Schichten freilegen. Vielfalt, Eigenart und Schönheit der bayerischen Landschaft erleben momentan einen rapiden Landschaftswandel. Gleichzeitig erleben wir einen Rückgang des Wissens über Geschichte, Natur und Landschaft sowie über Zusammenhänge der Kulturlandschaftsentwicklung. Darum wird es höchste Zeit, dieses historische Potenzial zu erfassen und in eine nachhaltige Landschaftsplanung zu integrieren.

Langfristig soll ein bayernweites Netz aus ehrenamtlich tätigen Kulturlandschaftsbeauftragten etabliert werden, die auf bürgerschaftlicher Ebene gemeinsam zum Schutz unserer verschiedenartigsten Kulturlandschaft beitragen.

Sie informierten im gut besetzten König-Ruprecht-Saal im Landratsamt Amberg-Sulzbach bei einem Workshop zum LEADER-Kooperationsprojekt zur Erfassung (historischer) Kulturlandschaften durch Ehrenamtliche: Von links: Johanna Kemmler, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiter Armin Röhrer, Dipl.-Ing. Ursula Eberhard, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und Maria Schmalzl (LAG-Managerin Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach e. V.)

 

Im ersten Referat erläuterte Dipl.-Ing. Ursula Eberhard, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bayerischen Landesverband für Heimatpflege den Kulturlandschaftsbegriff. „Alles, was Menschen gestalten, ist Kultur, Dazu gehört das Kunstwerk ebenso wie die natürlichen Begebenheiten und das bebaute Land – die Landschaft. Aber auch eigene Vorstellungen und Schönheitsbegriffe prägen unser Wertebewusstsein.“ Da keine staatliche Stelle die Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit beschreibt, ist es höchste Zeit, durch eine landesweite Erfassung der historischen Kulturlandschaftselemente diesen Reichtum Bayerns ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die Erfassung soll in eine bayernweite Datenbank eingespeist werden, um die Ergebnisse zu sichern und die Kommunikation zwischen Behörden, Verbänden und Bürgern zu ermöglichen.

Schon recht weit bei dieser sehr interessanten ,aber auch sehr arbeitsintensiven „Spurensuche“ ist die „LAG Steigerwald e.V.“ Projektleiter Armin Röhrer, bei ihm sollen die fertigen Erfassungsbögen gesammelt werden, stellte den umfassenden Katalog von Elementtypen vor. Sie reichen von Siedlungen über Landwirtschaft, Religion-Staat-Militär, Verkehr, Gewerbe, Erholung bis zur assoziativen Kulturlandschaft. Beim letzteren Punkt sind z.B. Sichtachsen (Wirkung von Wallfahrtskirchen – daneben passt kein Windrad), markante Felsen, Sagenschauplätze usw.) gemeint. „Wer entscheidet, was erhaltenswert ist“, wurde aus dem Teilnehmerkreis gefragt. Werte und Ideen wandeln sich. Die Gemeinschaft soll Impulse für versteckte Werte geben. Armin Röhrer stellte stellte die naturräumlichen und kulturlandschaftlichen Besonderheiten des Landkreises Amberg-Sulzbach vor und nannte auch die verschiedensten Quellen vor, welche die ehrenamtlichen Mitarbeiter nutzen können und sollen.

Johanna Kemmler, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Armin Röhrer erklärte die Datenblätter und die Vorgehensweise beim Erfassen und Übermitteln vor. Die Ergebnisse werden in eine Datenbank eingespeist und sollen später einmal allen Behörden, Planern und Bürgern zur Verfügung stehen. Nur ein Team pro Gemeinde kann die Mammutaufgabe der Erfassungen stemmen. Fortbildungen werden der Projektleitung angeboten.

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