Kultureck zeigt „Glück kennt keine Behinderung“

Kultureck zeigt „Glück kennt keine Behinderung“

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Kallmünz. Eine besondere Ausstellung mit einem sehr sensiblen Thema haben sich Daniel Karl und seine Gattin Andrea Fincke-Karl mit Kulturecks-Vorsitzender Dr. Eva Schropp ausgesucht: „Glück kennt keine Behinderung“. Bei der Vernissage im alten Rathaus in Kallmünz hörte man Kinderlachen und die Kids sausten zwischen den Erwachsenen umher. „Glück kennt keine Grenzen“ ist ein Projekt der Fotografin Jenny Klestil, die Kinder mit Down Syndrom porträtiert. Sie möchte zeigen, wie lebens- und liebenswert das Leben ist.

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Und das ist ihr gelungen – auf den Bildern strahlen die kleinen Fotomodelle wie Stars und zaubern dem Betrachter ein Lächeln aufs Gesicht. Dr. Eva Schropp sagte, dass diese Ausstellung ein Zeichen dafür sein solle, dass unsere Gesellschaft die Inklusion schaffen will. Sie soll mithelfen, die Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Juli immer samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Stefan Brandl & Co., die für Landrätin Tanja Schweiger extra einen Tusch spielten, bevor sie ans Rednerpult schritt. Dass sie das Thema berührte, merkte man ihrer Rede an. Sie sagte, dass diese Ausstellung eine großartige Aktion sei und man Eltern, die ein behindertes Kind haben, heutzutage sehr unterstützt werden können. Wir müssen es nur noch schaffen, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben.

Jenny Klestil erzählte von ihrem Projekt, das 2015 startete und seither habe sie über 1100 Menschen mit einer Behinderung fotografiert. Hauptorganisator Daniel Karl dankte dem Kultureck für die Mithilfe bei der Organisation. Karl zitierte aus einem Schreiben von Bundespräsident Steinmeier, den seine Gattin zu diesem Projekt angeschrieben hatte: „Initiativen wie diese seien wichtig und tragen dazu bei, die gelebte Humanität in der Gesellschaft zu fördern. Dass Menschen mit Down-Syndrom ein selbstbestimmtes Leben in der Mitte unserer Gesellschaft führen, dafür setzt er sich mit allen Mitteln seines Amtes ein.“

Die Hauptrednerin des Abends Carina Kühne, Schauspielerin und Aktivistin für Inklusion, plauderte aus ihrem Leben. Sie kam viel zu früh auf die Welt und dann auch noch mit einem Chromosom mehr, erzählt sie. Ein Humangenetiker riet damals ihren Eltern: „Geben Sie ihr Kind in ein Heim, es wird ohnehin nicht schreiben, lesen, rechnen und vielleicht auch nicht laufen können.“ Sie entwickelte sich aber gut und machte einen guten Schulabschluss. Später habe sie ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben und an einem Schreibwettbewerb der Aktion Mensch teilgenommen – und gleich einen Preis bekommen. Dann erhielt sie die Anfrage, ob sie nicht neben ihrer Homepage auch einen Blog schreiben möchte. Sie dachte: „Wen interessiert es schon, was eine junge Frau mit Down-Syndrom zu sagen hat – machte es aber trotzdem und war sehr erstaunt, wie viele Rückmeldungen sie bekam.

Eltern von Kinder mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) bedanken sich bei ihr und sagen, sie sei ein Vorbild und würde ihnen Mut machen. Studenten wollten mit ihren Veröffentlichungen arbeiten und Uni-Professoren ihre Texte in Vorlesungen verwenden. Dann wurde sie von der Regisseurin Christina Schiewe entdeckt, die mit ihr den Film „Be my Baby“ drehte. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und Carina Kühne als beste Nachwuchsschauspielerin beim Filmfest in München nominiert. Der Film „Be my Baby“ wird übrigens, am Donnerstag, 12. Juli um ca. 21 Uhr, im Raitenbucher Schloss „Open air“, in Kooperation mit dem ZDF, gezeigt wird. Der Eintritt ist kostenlos. Carine Kühne spielte außerdem bei „In aller Freundschaft“ und „Die Bergretter“ mit. Außerdem habe sie bereits mit dem Oskar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck gedreht. Ihr größter Wunsch wäre einmal eine Nicht-Behinderte spielen zu können. Außerdem würde sie so gerne eine Rolle im Traumschiff übernehmen. Langweilig wird es ihr nicht, denn sie tritt in Talkshows auf, hält Vorträge und vieles mehr. Carine Kühne möchte zeigen, dass Menschen mit Trisomie 21 auch dazugehören und etwas leisten können. „Wenn wir gemeinsam leben und lernen entstehen gar keine Barrieren in den Köpfen.“ Die Schauspielerin zitierte am Ende Richard von Weizäcker, der sagte: „Es ist normal, verschieden zu sein!“


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