Landrätin verlieh die Kulturpreise 2018 vor zauberhafter Kulisse

Landrätin verlieh die Kulturpreise 2018 vor zauberhafter Kulisse

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Landkreis Regensburg. Der Landkreis Regensburg lud am vergangenen Freitag seine Kulturschaffenden zu einer besonderen Trilogie ins Schloss Wörth a.d. Donau ein: Zuerst konnten sich die Gäste beim LandKulturForum austauschen, dann der feierlichen Verleihung der Kulturpreise 2018 beiwohnen und schließlich den Tag bei einem herrlichen Sommerfest ausklingen lassen.

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Die Kulturpreisverleihung fand in der Schlosskirche St. Martin statt. Der 17-jährige Pianist Christoph Preiß aus Tegernheim zeigte mit seiner Interpretation der Chromatischen Fantasie in d-Moll (BWV 903) von Johann Sebastian Bach gleich zu Beginn, warum er heuer den Jugendkulturpreis erhalten sollte. Es war mucksmäuschenstill in der Schlosskirche, denn jeder lauschte dem virtuosen Spiel des Regensburger Domspatzen. Landrätin Tanja Schweiger zeigte sich in ihrer Begrüßung sichtlich beeindruckt von dieser Darbietung. Mit Blick auf den Veranstaltungsort, der sich in Besitz des Landkreises befindet, meinte sie, dass er für diese Veranstaltung einen würdigen Rahmen abgebe. Zudem erklärte sie, dass sich der Kulturpreis als höchste Auszeichnung, die der Landkreis auf dem kulturellen Gebiet vergibt, inzwischen „zu einer regelrechten Marke“ entwickelt habe.

Bild: Das Kultursommerfest bot den Kulturschaffenden in lockerer Atmosphäre im Innenhof des Schlosses die Gelegenheit, bei stimmungsvoler Musik und feinen Häppchen und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen. (Foto: Susanne Wolf)

Musikförderkreis Köfering-Neutraubling ausgezeichnet

Der Kulturpreis des Landkreises Regensburg wurde bereits zum zehnten Mal ausgelobt – und feierte damit ein kleines Jubiläum. Eine zehnköpfige Jury hatte unter dem Vorsitz von stellvertretendem Landrat Willi Hogger die drei Preisträger unter insgesamt 24 eingereichten Vorschlägen ausgewählt. In diesem Jahr ging die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an den Musikförderkreis Köfering-Neutraubling e. V. „Der Musikförderkreis zeigt seit 40 Jahren ein außergewöhnliches Engagement sowie ein abwechslungsreiches Musikprogramm auf höchstem Niveau und bereichert dadurch das kulturelle Leben im Landkreis in hohem Maße“, so die Landrätin in ihrer Laudatio. Sie verwies zudem auf die Veranstaltungen, die der Musikförderkreis bisher auf die Beine gestellt hat: „Es waren rund 1.700 Musiker aus zwölf Ländern beim Musikförderkreis zu Gast.“ Erster Vorstand Prof. Dr. Edwin Schicker, der die Auszeichnung stellvertretend entgegennahm, freute sich sehr über diese Ehrung: „Ich bin wirklich happy, dass wir ausgezeichnet werden!“ Er bedankte sich für die Unterstützung seitens des Landkreises, der Stadt Neutraubling, der Gemeinde Köfering, der Firmen und des gräflichen Hauses von und zu Lerchenfeld sowie bei der Jury.

Bild: Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer, Graf und Gräfin Christopher und Daniela von und zu Lerchenfeld, Roswitha und Dr. Peter Engelhardt, Kreisrat und Kulturpreisträger Prof. Dr. Edwin Schicker (1. Vorsitzender), Franz Klein (Schatzmeister), Alois Geiwitsch (2. Vorsitzender), Landrätin Tanja Schweiger, Kreisrat a. D. Harald Bauer – alle Musikförderkreis Köfering-Neutraubling. (Foto: Michael Eibl)

Künstlerin Renate Christin wurde für ihr Lebenswerk geehrt

Die bildende Künstlerin Renate Christin aus Viehhausen wurde mit dem undotierten Kulturpreis für das Lebenswerk, der seit 2017 verliehen wird, ausgezeichnet. Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, lobte in seiner Laudatio besonders den Einsatz der Künstlerin und Kunstorganisatorin für die Frauen in der Kunstszene auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Sie strebe ein „gemeinsames Haus Europa an, das sich für ein friedvolles Miteinander einsetzt“. Er erklärte weiter: „Sie ist künstlerisch in der Region verwurzelt, richtet ihren Blick aber immer hinaus in die Welt.“ Die Preisträgerin zeigte sich nach der Laudatio sehr emotional: „Ich bin ganz gerührt“, verriet sie mit Freudentränen in den Augen und bedankte sich für die Auszeichnung sowie die Unterstützung.

Jugendkulturpreis ging an musikalisches Nachwuchstalent Christoph Preiß

Christoph Preiß erhielt den Jugendkulturpreis des Landkreises Regensburg, der seit 2016 verliehen wird und mit 1.000 Euro dotiert ist. Der junge Pianist gilt mit seinen 17 Jahren als außergewöhnliches musikalisches Nachwuchstalent und unter Kennern längst als „Geheimtipp“. Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent und Leiter des Sachgebiets für Kultur, Heimat- und Denkmalpflege im Landratsamt Regensburg, berichtete in seiner Laudatio, dass der Regensburger Domspatz bereits seit seinem fünften Lebensjahr Klavier spielt und heute von dem Komponisten und früheren Konzertpianisten Franz Hummel unterrichtet werde. „Er hat bei ,Jugend musiziert‘ schon zahlreiche Preise gewonnen, ist unter anderem mehrfacher Bundessieger in den Kategorien ,Klavier solo‘ und `Orgel´, hat insgesamt zehn Solokonzerte absolviert und letztes Jahr seine dritte CD auf den Markt gebracht“, so der Laudator. Dank seines „bewundernswerten Grades an technischer Reife und musikalischer Überzeugungskraft“ zähle Christoph Preiß heute zweifellos zu den besten Pianisten seines Alters in ganz Deutschland. Christoph Preiß war sichtlich stolz auf seinen Preis und erklärte: „Ich übe täglich teilweise vier Stunden am Klavier. Aber darum geht es nicht. Es geht um etwas Abstrakteres.“ Mit der Musik wolle er die Menschen im Herzen erreichen. Und genau das machte er, als er zum Abschluss noch das Finale Allegro vivace aus der Großen Sonate Op. 37 in G-Dur von Peter Iljitsch Tschaikowsky spielte. Da der Applaus nicht abebben wollte, präsentierte der junge Virtuose als Zugabe noch die Etüde Op. 25 Nr. 11 von Frédéric Chopin.

Im Anschluss fand im idyllischen Schlossinnenhof noch ein Sommerfest statt. An diesem lauen Abend konnten die Kulturschaffenden bei bester musikalischer Unterhaltung von Olli Hien (Violine), Reinhold Grassl (Kontrabass) und Fredy Granzer (Akkordeon) den festlichen Tag in angenehmer Atmosphäre ausklingen lassen. Und wer wollte, bestaunte den „Jahrhundert-Blutmond“, der den Schlossberg in das passende Licht tauchte.


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